Archiv für 2007

Ein unfeierlicher Gast, der die Herzen der Polen gewann

Freitag, 21. Dezember 2007

Sage nicht alles, was du weißt, aber wisse alles, was du sagst – diese Maxime des Dichters Matthias Claudius machte sich ein deutscher Schriftsteller bei seinem Besuch in Polen zu eigen. Heinrich Böll war Ende der Fünfziger Jahre des letzten Jahrhunderts noch nicht die Berühmtheit, die er später einmal werden sollte, als er 1972 den Literatur-Nobelpreis erhielt. Doch er war auch kein Unbekannter. Seine polnischen Gastgeber – vor allem diejenigen vom Fach – waren gespannt auf das, was Böll zu erzählen hatte.

„Wir wollten von Böll hören, wie es um die neue westdeutsche Literatur bestellt sei“, schreibt der deutsch-polnische Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki in seinen Memoiren: „Sein Bericht war nüchtern und bescheiden. Trotzdem haben uns seine Worte tief berührt. Jeder seiner eher schlichten und bisweilen linkischen Sätze wirkte überzeugend. Sofort gewann dieser unfeierliche Gast die Sympathie der Menschen, zu denen er sprach: Er wollte niemandem etwas vormachen.“

Die Teilnehmer verließen das Treffen mit Böll tief beeindruckt. Zwei Jahrzehnte nach dem Überfall der Wehrmacht auf Polen war die neue deutsche Nüchternheit gut angekommen, und es wurde Böll rasch verziehen, dass auch er im Zweiten Weltkrieg eine Uniform getragen hatte. Dem Schriftsteller nicht verziehen hat Reich-Ranicki die meisten seiner Werke: Er blieb einer der größten Kritiker von Bölls Opus – doch den Menschen schätzte er über alles. Heute hätte Heinrich Böll seinen 90. Geburtstag gefeiert. Er starb am 16. Juli 1985.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
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Ein Moselstädtchen schreibt Geschichte

Donnerstag, 20. Dezember 2007

Das Städtchen erstreckt sich über gerade mal zehn Quadratkilometer. Auf 142 bis 302 Metern Höhe leben am Ufer und an den Hängen der Mosel knapp 1600 Menschen; das sind immerhin doppelt so viele wie unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg. Hier, am Dreiländereck Luxemburg-Frankreich-Deutschland, trafen sich am 14. Juni 1985 die Vertreter dieser drei Staaten mit denjenigen Belgiens und der Niederlande:

Robert Goebbels, Catherine Lalumière, Waldemar Schreckenberger, Paul de Keersmaeker und Wim von Eekelen vereinbarten, dass künftig auf Grenzkontrollen an ihren jeweiligen Übergängen verzichtet werden sollte. Kurz darauf schlossen sich Spanien und Portugal an. Damit war das Schengener Abkommen geboren, für das unser kleines Moselstädtchen Pate stand.
Was anfangs in der Öffentlichkeit wenig beachtet und auch von der Politik nicht sonderlich hochgehängt wurde – das Treffen hatte ja lediglich auf Staatssekretärebene stattgefunden – sollte die Wahrnehmung Europas für die Bürger der Union spürbar verändern.

Spätestens als nach einem Jahrzehnt alle Grenzschranken und die dazugehörigen Kontrollen wegfielen, konnten sich im so genannten Schengen-Raum alle, die dort ihren Wohnsitz hatten, frei bewegen und ungestört an jedem Ort niederlassen. Bald erweiterte sich der Club der Staaten, die auf Grenzkontrollen verzichteten, von sieben auf 15. Aus den Reihen der EU sind nur Großbritannien und Irland nicht beigetreten, dafür kamen von außerhalb Island und Norwegen hinzu.

Morgen erweitert sich der Schengen-Raum um neun weitere Länder: Estland, Lettland, Litauen, Polen, Tschechien, die Slowakei, Slowenien, Ungarn und Malta. Auch im Jahr 2008 wird die Erfolgsgeschichte des Moselstädtchens und seines Abkommens fortgeschrieben: Dann schließt sich die Schweiz an. Zypern wird voraussichtlich 2009, Rumänien sowie Bulgarien 2011 folgen.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
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Ein Mythos aus 167 Kugeln

Mittwoch, 19. Dezember 2007

Sie kam aus Texas und war ein braves Mädchen: gut in der Schule, vernarrt in Bücher, seit der Sandkastenzeit mit ihrem späteren Mann befreundet. Doch der machte sie nicht glücklich, wurde straffällig und landete im Gefängnis. In dieser Zeit lernte sie einen anderen kennen: Auch der kam aus Texas – und war noch krimineller als ihr Gatte.

Aus einer armen, kinderreichen Landarbeiterfamilie stammend, hatte er nichts Gescheites gelernt. Seinen Lebensunterhalt verdiente er mit Diebstählen, bald auch mit Raubüberfällen. Bonnie Parker und Clyde Barrow lernten sich in einem Café kennen. Sie war fasziniert von ihm – von seiner Entschlossenheit, seinem Draufgängertum, seiner Kaltblütigkeit. Im Amerika der Weltwirtschaftskrise zogen die Beiden los, überfielen Tankstellen, Postämter und kleinere Banken. Bald war ihnen die Polizei auf den Fersen, doch auch den bewaffneten Beamten gegenüber handelten sie wie gewohnt:

Sie schossen sich den Weg frei. Zwischen 1932 und 1934 starben so neun Polizisten. In den von Armut geprägten Landstrichen des Südens und des Mittleren Westens genoss das Verbrecherpaar durchaus Sympathien. Doch was die Beiden – es waren gewöhnliche Kriminelle, die amoralisch handelten, und keineswegs sozialromantischen Motiven anhingen – zum Mythos machte, war das fragwürdige Ende, das ihnen bereitet wurde.

Um sie aus ihrem Versteck zu locken, setzte die Polizei von Louisiana einen Lockvogel ein. Der sollte ihnen für einen zukünftig sauberen Lebenswandel Straffreiheit versprechen. Parker und Barrow waren offenbar einverstanden – und gerieten in einen Hinterhalt. Die sechs Polizisten, die ihnen auflauerten, durchsiebten ihren Wagen mit 167 Schüssen.

Heute vor 40 Jahren kam die Verfilmung des Stoffes mit Faye Dunaway und Warren Beatty in die deutschen Kinos. Die beiden Schauspieler wurden über Nacht zu Weltstars. Der Mythos der realen Personen lebt unter anderem auf der Internet-Seite www.bonnie-and-clyde.com weiter.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
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Wie lebt es sich im Exil?

Dienstag, 18. Dezember 2007

Den heutigen Newsletter möchte ich der Leserin widmen, die vermutlich am weitesten entfernt vom Redaktionssitz Bonn wohnt. Sie heißt Maria Glock. Vor 45 Jahren wanderte sie nach Amerika aus. Als sie in New York ankam, lebte dort noch einer meiner Lieblingsschriftsteller: Oskar Maria Graf. Dessen Exil war nicht selbst gewählt, sondern durch die Flucht vor den Nationalsozialisten bedingt.

Mit Amerika hatte Graf sich aber trotz zeitlebens gravierender Sprachprobleme so weit arrangiert, dass er bis zu seinem Tod 1967 dort blieb. Maria Glock, deren Englisch vermutlich um Längen besser ist als das von Graf, hat in den Staaten ebenfalls ein neues Zuhause gefunden – und denkt dennoch ab und zu an das alte: „Ich freue mich immer über Ihren Small Talk“, schreibt sie zu unserem Newsletter, „lese ihn immer und gib ihn manchmal an Freunde weiter. Für mich ein Gruß aus der Heimat! Danke!“

Gern geschehen, liebe Frau Glock! Sie wohnt jetzt übrigens nicht mehr in New York, sondern in einem benachbarten Staat. In der ländlichen Umgebung erhält sie manchmal recht seltsamen Besuch, von pelzigen, braunen, scheinbar recht geselligen Wesen: „Also, unsere Bären hier meiden weder die Häuser, noch die Menschen“, berichtet sie. „Wir haben ein Haus in Pennsylvania und werden fleißig von Bären besucht. Neulich ist einer in unsern Bäckerladen eingebrochen und hat alles verwüstet. Sie kommen nachts an unsere Mülltonnen und man kann sie schon mal auf der Straße spazieren gehn sehn.“

Für die Tierliebhaber unter der Leserschaft eine schöne Aussicht und vielleicht ein Grund, den nächsten Urlaub im idyllischen Nordosten der USA zu verbringen. Für mich ein Grund, mich bei Maria Glock zu bedanken und ihr alles Gute zu wünschen – auf dass sie unserem Newsletter noch lange treu bleibt.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
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Melden Sie Harold Holt, wenn er selbst es nicht tut!

Montag, 17. Dezember 2007

Kennen Sie Harold Holt? Nein? Dann kann ich mir die nächste Frage ja sparen. Sie hätte gelautet: Wissen Sie, wo er sich aufhält? Warum frage ich Sie das eigentlich? Nun, Harold Holt ging spazieren. Das tat er jedes Wochenende, so auch am 17. Dezember, einem schönen Sommertag. Es war wirklich ein Sommertag, denn Harold Holt lebte in Australien, und in Australien ist am 17. Dezember Hochsommer. Seine Spaziergänge unternahm Holt immer in Begleitung:

Australische Regierungschefs bekommen stets Leibwächter zur Seite gestellt. Irgendwann sagte Premierminister Holt zu seinen Begleitern: „Ich bin dann mal schwimmen.“ Sprachs, hechtete in die Wellen – und kam nie wieder zurück. Stellen Sie sich vor, Angela Merkel macht einen Strandspaziergang auf Rügen: Es ist der 17. Juli, es ist heiß, es ist Sommer, und sie sagt zu ihren Leibwächtern: „Ich bin dann mal weg!“

Seit dem 17. Dezember 1967 ist Harold Holt – nach nur zwei Jahren im Amt als australischer Premierminister – verschollen. An sein Verschwinden knüpfen sich zahlreiche Legenden: Er habe Selbstmord begangen, da Australien zu diesem Zeitpunkt im Schlepptau der USA einen nervenaufreibenden Krieg in Vietnam führte. Er habe seinen Tod vorgetäuscht, um mit seiner Geliebten durchzubrennen. Er sei in Wirklichkeit chinesischer Agent gewesen und kurz auf Tauchstation gegangen, um von einem U-Boot aus Maos Reich abgeholt zu werden. Sie ahnen es: Der Theorien gibt es viele, nur entbehren sie jeglichen Anstrichs der Realität.

Sollten Sie, um ein viertes Gespinst zu flechten, Harold Holts ansichtig werden, dann teilen Sie es uns bitte umgehend mit. Er selbst hat es in den letzten vier Jahrzehnten unterlassen, sich zu melden.

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Die drittälteste U-Bahn der Welt

Freitag, 14. Dezember 2007

Die älteste U-Bahn der Welt fährt in London. Danach bekam Ungarns Hauptstadt Budapest ein unterirdisches Streckennetz verpasst. Wer aber ist die dritte Stadt in dieser illustren Reihe? Heute vor 111 Jahren war es so weit:

Eine 10,4 Kilometer lange, vollständig unterirdisch verlaufenden Ringlinie wurde dem Verkehr übergeben. Seitdem ist dieses Netz nie erweitert worden, und zu den von Anfang an in Betrieb befindlichen 15 Stationen kam nie eine neue hinzu. Sie heißen Kinning Park und Kelvinhall, Cessnock und Cowcaddens, Govan oder Ibrox. An letzgenanntem Haltepunkt befindet sich auch das Stadion, in dem der lokale protestantische Fußballclub Rangers seine Heimspiele austrägt.

Wenn ich Ihnen jetzt noch sage, dass die Anhänger des großen Rivalen Celtic schon in Govan aussteigen und dann den Bus nehmen müssen, ahnen Sie, dass es sich bei unserer Stadt um das schottische Glasgow handelt. Einen Trost haben die Celtic-Fans: Govan liegt als einziger Betriebsbahnhof über der Oberfläche. Das Umsteigen ist also nicht allzu beschwerlich und lässt sich auch nach reichlich Alkoholgenuss recht problemlos bewerkstelligen.

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Ein schöner Brauch aus Schweden

Donnerstag, 13. Dezember 2007

„Lucia firas den 13. december och markerar tillsammans med advent inledningen på julfirandet“, weiß das schwedische Wikipedia zu berichten: Die Schweden haben außer den vier Adventssonntagen ein weiteres Fest, welches die Weihnachtszeit einleitet: das der Heiligen Lucia. Es war ein langer Weg, bis die Heilige Lucia von Syrakus zur Namenspatronin eines nationalen Brauchs in einem protestantischen Land wurde. Einen entscheidenden Impuls gab die Zeitung Stockholms Dagblad, als sie 1927 eine Luciakönigin wählen ließ.

Wenn Schwedens Kinder heute ihre Feierlichkeiten begehen, ist von den christlichen Wurzeln nur noch wenig zu sehen. Die Mädchen tragen weiße Gewänder und einen Kranz mit brennenden Kerzen auf dem Kopf. Letztere dürfen wegen der Verbrennungsgefahr auch elektrisch sein. Dazu werden Lucialieder gesungen, selbstgebackene Lussebulle – das ist Mürbegebäck, mit Safran gewürzt und einer Mandel in der Mitte – verzehrt und in jedem Ort Luciaköniginnen gekürt.

Nicht länger ist das Luciafest nur auf Schweden beschränkt; auch in den skandinavischen Nachbarländern erfreut es sich zunehmender Beliebtheit. Gut möglich, dass der Brauch bald auch bei uns Einzug hält. Die Kinder würden sich freuen.

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Wo Sie heute zwei alte Bekannte treffen können

Mittwoch, 12. Dezember 2007

Nur ganz aufmerksame Leser werden sich an den Namen Karl-Markus Gauß erinnern können. Wir hatten den Salzburger Schriftsteller in Zusammenhang mit seinem Werk „Die Hundeesser von Svinia“ kurz erwähnt (siehe unseren Newsletter vom 11. April 2006). Das Buch handelt übrigens von der Minderheit der Roma und ihrem harten Leben im Osten der Slowakei – und gehört zu den besten Sachbüchern, die ich je gelesen habe. Nicht minder fesselnd Gauß Reportagen über „Die sterbenden Europäer“ und „Die versprengten Deutschen“.

Letzteres handelt von deutschen Minderheiten im litauischen Vilnius, in der slowakischen Zips und in der Schwarzmeerstadt Odessa. Heute erhält Karl-Markus Gauß in Anerkennung seiner „Darstellung der ethnischen und kulturellen Vielfalt“ den Mitteleuropa-Preis. Ausgelobt hat ihn das Institut für den Donauraum und Mitteleuropa, dotiert ist er mit 7200 Euro. Die Verleihung findet im Schloss Hunyadi in der Nähe von Wien statt. Der Laudator dürfte ebenfalls einigen Lesern unseres Newsletters kein Unbekannter sein:

Von György Dalos war am 3. November 2006 an dieser Stelle schon einmal die Rede.

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Nicht nur mitreden beim Thema Klima

Dienstag, 11. Dezember 2007

Früher schauten die Menschen gebannt auf den Wetterbericht. Heute ist es eher der Klimabericht, der sie interessiert. Und der sieht genau zehn Jahre nach Unterzeichnung des Kyoto-Protokolls nicht gut aus: Elf der letzten zwölf Jahre gehörten zu den wärmsten seit Beginn der Messungen 1850. Die Meeresspiegel steigen in diesem Jahrhundert mindestens um 18, vielleicht sogar um 59 Zentimeter; die Jahresdurchschnittstemperaturen um bis zu 6,4 Grad Celsius. Würden letztere nur um die Hälfte anwachsen, wäre immer noch ein Drittel aller Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht. Wetterextreme nehmen zu:

Es wird immer mehr Dürreperioden und Hitzewellen, aber auch Überflutungen und Orkane geben. Verantwortlich ist der Mensch und sein gestiegener Energiebedarf: Seit 1970 hat der Ausstoß von Treibhausgasen um 70 Prozent zugenommen. Er müsste aber – um die Erderwärmung zu begrenzen – im nächsten halben Jahrhundert um die Hälfte zurückgefahren werden.

Es wäre jetzt billig, für den gestiegenen Verbrauch allein industrielle Schwellenländer wie China und Indien – die zusammen ein Drittel der Weltbevölkerung stellen – verantwortlich zu machen. Auch die USA mit dem weltweit größten Pro-Kopf-Verbrauch von Energie sind nicht der Hauptschuldige. Nein, wir müssen schon bei uns selbst anfangen. Jeder Einzelne sollte sich fragen:

Was kann ich tun? Einsparmöglichkeiten gibt es reichlich: seltener fliegen, die Zimmertemperatur um zwei Grad herunterfahren, das Auto öfter stehen lassen, innerstädtisch das Fahrrad sowie außerorts die Bahn benutzen, oder bei jemandem mitfahren beziehungsweise jemanden mitnehmen, elektronische Geräte nicht auf „Stand-By“ schalten, den Energieversorger nach seinem Anteil von Ökostrom abzuklopfen und auswählen.

Reden allein hilft wenig: Das ist bekanntlich heiße Luft und macht die Erde nur noch wärmer.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
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Heute werden die Nobelpreise überreicht

Montag, 10. Dezember 2007

Darf ich Sie zu einem kleinen Ratespiel einladen? Heute werden in Stockholm die Nobelpreise überreicht, deren Träger seit zwei Monaten bekannt sind. Erinnern Sie sich noch an einige Namen? Im Bereich Medizin wurden die US-Forscher Mario Capecchi und Oliver Smithies sowie ihr britischer Kollege Martin Evans ausgezeichnet, Ihnen gelang es, bei Mäusen im Labor Gene auszuschalten, die für Erbkrankheiten verantwortlich sind. Für ihre Verdienste bei der Erweiterung der Kapazität von Festplatten erhielten der Deutsche Peter Grünberg und der Franzose Albert Fert den Physik-Nobelpreis. Ein weiterer Deutscher war in der Sparte Chemie erfolgreich:

Gerhard Ertl spürte an festen Oberflächen Prozessen wie etwa Rost nach. Seine Forschungsergebnisse helfen beim Bau von Katalysatoren. Die diesjährige Literatur-Nobelpreisträgerin kommt aus Südafrika, ist aber Britin und heißt Doris Lessing. Für ihre Theorie über das Funktionieren und Nichtfunktionieren von Märkten erhalten die US-Wirtschaftsforscher Leonid Hurwicz, Eric Maskin und Roger Myerson ebenfalls eine Auszeichnung. Nicht in Stockholm, sondern in Oslo wird alljährlich am selben Tag der Friedensnobelpreis übergeben.

Ihn erhält – gemeinsam mit dem Weltklimarat – der frühere US-Vizepräsident Al Gore für sein Engagement gegen die Erderwärmung.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
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