Archiv für 2008

Ein harmonisches Weihnachtsfest

Dienstag, 23. Dezember 2008

„Die besinnlichen Tage zwischen Weihnachten und Neujahr haben schon manchen um die Besinnung gebracht.“ In seiner Einschätzung fand Joachim Ringelnatz, der große deutsche Dichter der Weimarer Republik, Unterstützung von zeitgemäßen Wissenschaftlern. Die wissen sogar, wie dem Problem weihnachtlichen Unfriedens zu begegnen ist: „Wenn Eheleute gemeinsam den Tannenbaum schmücken“, heißt es in der US-Fachzeitschrift Journal of Family and Psychology, „ist das ein Beweis für eine glückliche Ehe.“

Zuvor hatte man amerikanische Ehepaare befragt, die mindestens 9 Jahre verheiratet waren. In der Untersuchung bezeichneten jene Paare, die den Weihnachtsbaum gemeinsam schmückten, ihre Ehe als glücklich. Eine wichtige Rolle spielte dabei die Verteilung der Aufgaben. Die sorgt nämlich dafür, dass sich ein Gefühl der Harmonie einstellt. Häufig übernahmen bei den positiv antwortenden Paaren die Frauen die Organisation des familiären Festes, während die Männer ihr Augenmerk auf den Baumschmuck richteten.

Bei so viel programmierter Harmonie möchte ich Sie noch an ein kleines Detail erinnern: Haben Sie schon Ihren Baum besorgt? Nein? Dann wird es aber Zeit! Zeit wird sich auch das Newsletter-Team nehmen, um über seine Sünden in der Vergangenheit nachzudenken und im neuen Jahr alles besser zu machen. Am 5. Januar melden wir uns wieder. Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie bis dahin ein schönes, friedvolles Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins Jahr 2009!

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
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Herzlichen Glückwunsch, Helmut Schmidt!

Montag, 22. Dezember 2008

Politiker genießen in unserer Gesellschaft nicht den besten Ruf. War es vor einigen Jahren noch die Politikverdrossenheit, die ihnen zu schaffen machte, ist mittlerweile eine Politikerverdrossenheit daraus geworden. Und das kurz vor einem Jahr, in dem in Deutschland 15 Urnengänge anstehen! Wo sind die Wurzeln der Volksvertreterabneigung zu suchen?

„Die Glaubwürdigkeit der Politiker“, fand unlängst der frühere deutsche Bundeskanzler Helmut Schmidt, „war noch nie so gering wie heute.“ Schuld daran sei nicht zuletzt eine Gesellschaft, die nur noch „in die Glotze guckt“. Die Politiker redeten ihrerseits „oberflächliches Zeug in Talkshows, weil sie meinen, es sei die Hauptsache, man präge sich ihr Gesicht ein“.

Nun hat Helmut Schmidt den Vorzug, dass seine Amtszeit lange zurückliegt und in Vergangenheitsbetrachtungen die positiven stets die negativen Aspekte überlagern. So darf Schmidt als Grandseigneur in den von ihm eigentlich verachteten öffentlich-rechtlichen und privatanstaltlichen Nabelschauen immer mal wieder weise Worte von sich geben. Kritiker, die ihm in den Achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts mangelndes politisches Sendungsbewusstsein vorwerfen und damit eine Mitschuld am Niedergang der Sozialdemokratie geben, werden an seinem morgigen 90. Geburtstag garantiert nicht zu Wort kommen. Da Politik auch nicht Aufgabe des Small Talks ist – es sei denn, sie mischt sich ungefragt in dessen ureigene Domäne, also den seichten Talk, ein – wird es dieser Newsletter für heute bei den guten Wünschen zum morgigen Geburtstag von Helmut Schmidt belassen.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
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Der Film, der Road Movies populär machte

Freitag, 19. Dezember 2008

Heute vor 40 Jahren kam ein Film in die Kinos, der ein ganzes Genre prägte. Easy Rider ist ein so genanntes Road Movie, das an ständig wechselnden Orten spielt und dessen Hauptdarsteller sich fahrend fortbewegen. Dazu verwendeten Peter Fonda und Dennis Hopper – der gleichzeitig Regie führte – Auslaufmodelle der im Verschwinden begriffenen Motorradmarke Harley Davidson.

Die Handlung des Streifens ist rasch erzählt: Zwei Außenseiter finanzieren sich durch ein Drogengeschäft eine Reise durch die Südstaaten der USA. Dort wollen sie ihre Unabhängigkeit genießen – und stoßen immer wieder auf ihre Grenzen. Spießige Südstaatler haben halt etwas gegen langhaarige Hippies, die das ziellose Umherfahren zu ihrem vorübergehenden Lebensinhalt gemacht haben. Am Ende schießen zwei Farmer die Aussteiger von ihren Motorrädern, und zu den schaurig-schönen Klängen von Roger McGuinns Ballad of Easy Rider stirbt der amerikanische Traum von Freiheit und Abenteuer.

Nicht nur der Film – bis heute ist er in Programmkinos eine feste Größe – wurde ein Renner. Auch Harley Davidson erfuhr ein ungeahntes Comeback: Hochgabelige „Chopper“ mit bequemen, niederen Sitzen erfreuen sich seitdem bei Motorradfreaks großer Beliebtheit. Ein Erfolg war auch dem Soundtrack des Films beschieden: Er begründete den Ruhm der Band Steppenwolf mit Liedern wie The Pusher und Born to be wild. Dennis Hopper feierte mit Easy Rider seinen Durchbruch als Regisseur und Schauspieler.

Jahrzehnte später drehte Hopper einen Werbespot für eine Autofirma: Darin zieht ein Chopper an Hoppers Ford Cougar vorbei. Als der Autofahrer das Motorrad wieder einholt, erkennt er in dem Fahrer sein eigenes jüngeres Ich. Den Film können Sie sich irgendwann im Kino, den Spot gleich jetzt im Internet anschauen.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
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Ein Hit, der nicht Wahlkampfschlager werden durfte

Donnerstag, 18. Dezember 2008

Endlich wird ein Rockmusiker so alt, wie er schon seit Jahren aussieht: Keith Richards darf heute seinen 65. Geburtstag feiern. Als Rolling Stones-Gitarrist und – gemeinsam mit Sänger Mick Jagger – Liederschreiber und Produzent gehört er der vielleicht erfolgreichsten Rockband der Welt an. Zumindest als Komponist von Welthits wurde das Duo Richards/Jagger nur noch von den beiden Beatles John Lennon und Paul McCartney übertroffen.

Seit 1962 steht Richards mit den Stones immer wieder auf der Bühne, und ein Ende ist nicht abzusehen. Dabei muss man dem Mann mit dem Gesicht, das jedem Karikaturenmuseum zur Ehre gereichen würde, eine erstaunliche körperliche Fitness zugestehen – trotz einer zeitweiligen Heroinabhängigkeit und jeder Menge anderer im Lauf der Karriere konsumierter Drogen. Sein Instrument hat Richards im Gegensatz zu vielen Kollegen, die gerade mal die Gitarre halten können, immer schon beherrscht.

Zwar hatten die Stones ihren musikalischen Höhepunkt in der Zeit zwischen 1967 und 1972, doch gelangen ihnen auch danach immer wieder große Hits. Einen davon wollte CDU-Generalsekretär Volker Kauder 2005 zum Wahlkampfschlager machen, da sein Titel fast so klang wie der Vorname von Bundeskanzlerin Merkel. Doch als Richards und Jagger davon erfuhren, verboten sie den Gag: Das Bild von bemüht zu Angie-Klängen klatschenden Krawattenträgern hätte dem in unzähligen Exzessen erworbenen Rocker- und Rebellenstatus der Band schwersten Schaden zugefügt.

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Besitzen Sie noch Ihr Starterkit?

Mittwoch, 17. Dezember 2008

Heute vor 7 Jahren wurden in allen EU-Staaten, die zum 1. Januar 2002 den Euro einführten, so genannte Starterkits ausgegeben. Das waren zugeschweißte Plastikbeutel mit mehreren Exemplaren der neuen Münzen – von 1 Cent bis 2 Euro.

In Deutschland betrug der Wert eines solchen Päckchens 10 Euro 23. Dafür musste man am Bankschalter einen Zwanzigmarkschein hinlegen. In den Niederlanden wurde den Bürgern ein Beutelchen sogar geschenkt. Allerdings fand sich nur jeweils eine der neuen Münzen darin, sodass der Wert des Päckchens 3 Euro 88 betrug. Nur der Vatikan zeigte sich ähnlich großzügig und gab einen Satz der acht neuen Münzen gratis an seine Untertanen ab. In allen anderen der künftigen Euroländer mussten die Starterkits käuflich erworben werden.

Das sollte sich allerdings als eine lohnende Investition erweisen. Wer heute noch ein ungeöffnetes Original-Starterkit besitzt, darf auf einen Sammlerwert bis zu 150 Euro hoffen. Zwar nicht für das deutsche Startpaket – dafür war die Auflage von 53,5 Millionen zu hoch – aber doch für das finnische: In dem schwach besiedelten Nordland kamen gerade mal eine halbe Million Starterkits auf den Markt. Ähnlich erfolgreich könnten sich die Ende letzten Jahres herausgegebenen Eurosets aus Malta und Zypern mit Auflagen von 333 000 beziehungsweise 250 000 entwickeln. Oder dasjenige der Slowakei: Das Münzpaket des 5-Millionen-Volks, das zum 1. Januar der Eurozone beitritt, ist seit dem 1. Dezember zu haben. Auflage: 1,2 Millionen.

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Vom Mundschenk zur Sommelière

Dienstag, 16. Dezember 2008

Haben Sie von einer Person, die Sie nach deren Beruf fragten, schon einmal die Antwort erhalten: „Ich arbeite als Mundschenk“? Werden Sie auch nicht. Heute heißt die Fachkraft, die Sie über das Weinangebot eines Restaurants berät, Sommelier. So lautet die französische Übersetzung des mittelalterlichen Worts. Die weibliche Form der von der Industrie- und Handelskammer vergebenen Berufsbezeichnung ist übrigens Sommelière.

Evelyn Wutz übt das seltene Metier im Rheingau aus. Ihr Arbeitsplatz ist das Hotel und Weinhaus zum Krug in Eltville. Auf ihrer Webseite (www.evelyn-wutz.de) beschreibt die Frau vom Fach die Welt des kultivierten Genießens, für das sie verantwortlich ist: An erster Stelle steht ein verantwortungsvoller Umgang mit Pflanzen und Tieren. Unkrautvernichtungsmittel wird man daher in den Anbauflächen der im Krug empfohlenen Weine eher nicht finden, dafür aber noch den einen oder anderen Igel, der sich des nicht Bekämpften annimmt.

Neben der naturnahen Herstellung ist für die Sommelière neben dem stilvollen Ambiente und der gehobenen Kochkunst natürlich die kompetente Beratung wichtig. Das nötige Wissen um den Wein hat sie auf der deutschen Wein- und Sommelierschule in Koblenz und auf der Weinakademie im burgenländischen Rust erworben. Ihre erste Ausbildung – zur Hotelfachfrau – machte Evelyn Wutz in der heimatlichen Oberpfalz.

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Befragung ohne Schnüffelei

Montag, 15. Dezember 2008

Wie viele Menschen leben in Deutschland? 82,44 Millionen, sagt die Statistik von 2005. In Wirklichkeit, schätzt die Bundesregierung, dürften es 1,3 Millionen weniger sein, denn die vorliegenden Zahlen sind hoffnungslos überaltert. Gewissheit, sagt Wolfgang Schäuble, bringt nur eine neue Volkszählung. Für den Innenminister ist der geplante Zensus eine lohnende Investition, liefert er doch zuverlässige Daten zur Planung neuer Programme in Staat, Wirtschaft und Gesellschaft.

Allerdings kann eine solche Volkszählung auch mal in die Hose gehen. Zuletzt geschah dies vor 25 Jahren: Am 15. Dezember 1983 erklärte der in Karlsruhe ansässige höchste deutsche Gerichtshof den damals von der Kohl-Regierung geplanten Zensus für verfassungswidrig. Zu wissbegierig waren die Fragen auf den Bögen der mehr als 100 000 Zähler, die jeden einzelnen Haushalt aufsuchen sollten. Dadurch sahen die Obersten Richter die Grundrechte verletzt.

Besonders unangenehm war den Datenschützern – in kürzester Zeit hatten sich Dutzende Bürgerinitiativen gebildet – die ausgelobte Kopfprämie aufgestoßen: Für jeden bislang nicht gemeldeten Deutschen sollten den Fahndern – pardon: Zählern – zwei Mark fünfzig, für jeden nicht ordnungsgemäß sich im Lande aufhaltenden Ausländer sogar fünf Mark ausgezählt werden.

Auf solche Spürmaßnahmen will Schäuble in der neuen Erhebung verzichten. Sie soll 2011 stattfinden; nicht nur in Deutschland, sondern in der gesamten EU. Bis dahin wird wohl noch viel über die Inhalte der zu verteilenden Fragebögen diskutiert werden. Hausbesuche von Zählern schließt die Bundesregierung diesmal von vornherein aus.

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Jedem seine ganz eigene Lucia?

Freitag, 12. Dezember 2008

Morgen ist es wieder so weit: Dann wird in allen schwedischen Familien das Luciafest gefeiert. Und nicht nur in den Familien! Auch Betriebe, Büros, Schulklassen und Vereine wählen ihre ganz eigene Lucia. Das Mädchen – oder auch die Frau – im weißen Gewand, mit einem Lichterkranz im Haar und einer breiten roten Seidenschärpe um die Taille, serviert anschließend auf einem Tablett Kaffee, selbstgebackene Lussebulle und Pfefferkuchen.

Manchmal, schreibt das Internetportal www.swedengate.de, gibt es dazu auch einen Glögg, laut Selbstbeschreibung auf der Flasche ein „Winterheißgetränk aus Rotwein-Kornschnaps-Zucker-Gewürzen“. Die Pulle habe ich mit bereits besorgt. Fehlt nur noch eine Lucia, die sie mir serviert und öffnet. Das hätte er gern, der alte Chauvi, würden Sie jetzt vermutlich gern einwenden. Stimmt, würde ich entgegnen, und Rosinen und geschälte Mandeln gehören auch noch dazu. Soll ich die etwa selber knacken und pellen? Nun ja, kommt Zeit, kommt Glögg.

Am besten finde ich eh’ das Etikett: Darauf prangt ein kapitales Schaufeltier, eingerahmt von der Aufschrift „Elch-Trunk®“.

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Die jungfräuliche Schweiz

Donnerstag, 11. Dezember 2008

„Der Versuch der Schweiz, ewig neutral zu bleiben“, lästerte der Schriftsteller Friedrich Dürrenmatt, „erinnert an eine Jungfrau, die in einem Bordell zwar Geld verdienen, dabei jedoch keusch bleiben will.“ Immerhin gehören die Schweizer seit 1963 dem Europarat und seit 2002 den Vereinten Nationen an. Zu einer Mitgliedschaft in der Europäischen Union konnten sie sich bislang allerdings noch nicht aufraffen.

Die Handelsbeziehungen zu den EU-Ländern sind freilich gut, und ab morgen werden die Geschäfte noch besser laufen: Am 12. Dezember sollen die Kontrollen an der Grenze zwischen der Schweiz und den anderen Schengen-Staaten wegfallen. Zwar ist die Schweiz dann immer noch nicht EU-Mitglied, doch hatten sich die Eidgenossen bereits 2005 per Referendum für einen Beitritt zum Schengen-Raum ausgesprochen. Die EU-Außenminister bestätigten die Aufnahme im Januar dieses Jahres. Neben der Schweiz sind noch zwei weitere Nicht-EU-Länder Mitglied der Schengen-Zone: Island und Norwegen.

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Tag der Menschenrechte

Mittwoch, 10. Dezember 2008

Heute vor 60 Jahren verabschiedeten die Vereinten Nationen die Erklärung der Menschenrechte. In aller Welt nutzen Menschenrechtsorganisationen den 10. Dezember, um auf Missstände aufmerksam zu machen. Amnesty International etwa veranstaltet heute eine Lichteraktion am Brandenburger Tor in Berlin.

Die Erklärung der Menschenrechte, findet die Generalsekretärin der deutschen Sektion von Amnesty, Barbara Lochbihler, hat dazu beigetragen, Folter zu ächten, Rechte von Kindern zu schützen und Schuldige in Sachen Menschenrechtsverletzungen zur Rechenschaft zu ziehen: „Doch das damalige Versprechen ist auch ein uneingelöstes Versprechen. Von den unterzeichnenden Regierungen wird es nahezu täglich gebrochen.“ In Diktaturen ist das nichts Ungewöhnliches.

Doch auch demokratisch gewählte Regierungen in aller Welt, so die deutsche Amnesty-Chefin weiter, nähmen etwa den Kampf gegen den Terrorismus als willkommenen Vorwand, bereits garantierte Menschenrechte aufzuweichen und in der Folge auch zu brechen. „Ein gerechtes Ziel“, sagte einmal die Menschenrechtlerin und Ikone der Friedensbewegung, Petra Kelly, „lässt sich nicht mit ungerechten Mitteln erreichen.“

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
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