Heute ist der Namenstag des Hieronymus. Vom Papst erhielt der ebenso fromme wie sprachbegabte Gelehrte anno 382 den Auftrag, die Bibel neu zu übersetzen. Das machte er so gut, dass er zum Schutzpatron der Dolmetscher avancierte. Daher ist der 30. September auch der Internationale Tag des Übersetzens, und damit sind nicht die Fährleute dieser Welt gemeint.
Falls Sie sich selbst ein wenig in der Kunst des Übersetzens und der Welt der fremden Sprachen bewegen möchten, besuchen Sie doch einmal Lloyd international Translations im Internet. Das Übersetzungsbüro hat auf seiner Webseite in 33 Sprachen die wichtigsten Standards bei der Begrüßung und Verabschiedung aufgelistet. Dort erfahren Sie auch, was „Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag“ beispielsweise auf Niederländisch (Gelukkige verjaardag), Schwedisch (Grattis på födelsedagen), Tscheschich (Vše nejlepší k narozeninám), Polnisch (Wszystkiego najlepszego), Ungarisch (Boldog szülinapot), Walisisch (Penblwydd hapus) oder Isländisch (Til hamingju með afmælið) heißt.
Doch nicht in allen Sprachen ist Lloyd firm: Als ich versuchte herauszufinden, was „Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag“ auf Luxemburgisch heißt, musste ich feststellen: Leider gëtt et den Text net op Lëtzebuergesch.
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Als es noch keine Flugzeuge gab, konnte Großbritannien nur auf dem Seeweg angegriffen werden. Dazu musste man aber erst die britische Flotte besiegen. Auf dem besten Weg dazu waren Napoleon Bonaparte und sein Admiral Pierre Charles de Villeneuve.
Am erfolgversprechendsten schien eine Schlacht fernab vom Schutz der englischen Küste und ihrer Befestigungen. Ein solcher Ort war das Kap Trafalgar südöstlich des Mittelmeerhafens Cadíz, unweit der Meerenge von Gibraltar. Hier vereinigte Villeneuve seine Flotte mit der Spaniens – und wartete. Auch sein Widersacher, der englische Befehlshaber Horatio Nelson, wartete. Seine Flotte war der gegnerischen an Schiffen und Kanonen unterlegen. Einen frontalen Angriff konnte er nicht wagen. Oder doch?
Am 21. Oktober 1805 schrieb Admiral Nelson in sein Logbuch: „Bei Tageslicht sahen wir die vereinigte Flotte des Feindes zwischen Ost und Ostsüdost. Wir langweilten uns zu Tode. Ich ließ die Segel setzen und die Gefechtsstationen bemannen. Möge unser großartiger Gott, den ich verehre, meinem Land und der Wohlfahrt Europas einen großen und glorreichen Sieg bescheren.“
Genau das tat er auch. Villeneuve war von der Heftigkeit der britischen Attacke überrascht und verlor die Übersicht. Doch auch Nelson wurde überrascht – von der Kugel eines französischen Scharfschützen. Als ihm am Abend der vollständige Sieg – die Briten hatten kein einziges Schiff verloren – gemeldet wurde, hatte der Admiral nur noch wenige Stunden zu leben.
Heute wird in London des großen Sohnes gedacht, der vor 250 Jahren geboren wurde und an den eine riesige Statue auf dem Trafalgar Square im Zentrum der Hauptstadt erinnert. Nelson verdankte das britische Empire seine Vorherrschaft zur See, die den frühzeitigen Tod des Admirals länger als ein Jahrhundert überdauern sollte.
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Jedes Jahr am 26. September wird der Europäische Tag der Sprachen begangen. Er geht auf eine Initiative des Europarates zurück. Ziel des Aktionstages ist es, zur Wertschätzung von Kulturen und deren Sprachen beizutragen und den Menschen die Vorteile von Sprachkenntnissen bewusst zu machen. Es gibt 200 europäische Sprachen, die auf der ganzen Welt existieren, so eine Schätzung, zwischen 2500 und 10000 Sprachen.
Die Wissenschaftler unterscheiden dabei Zwergsprachen, die von weniger als 1000 Menschen gesprochen werden, etwa das in der Grafschaft Cornwall an der Südwestspitze Englands kaum noch vorhandene Cornisch – von kleineren Sprachen wie Baskisch, Gälisch oder Sorbisch. Letztere weisen immerhin bis zu einer Million Sprechern auf. Alles, was von mehr als einer Million Menschen gesprochen wird, gehört zur nächsthöheren Stufe der Millionensprachen; beispielsweise Ungarisch oder Finnisch. Die größte Gruppe sind die Weltsprachen mit jeweils mehr als 100 Millionen Sprechern. Hierzu gehören vor allem Englisch, Spanisch, Russisch, Arabisch, Portugiesisch und Französisch.
Das Chinesische hat mit 1,2 Milliarden Menschen die meisten Sprecher, gefolgt von Englisch (573 Millionen), Hindi (418 Millionen) und Spanisch (352 Millionen). Unsere Sprache liegt mit 101 Millionen Sprechern auf Platz zwölf. Somit ist das Deutsche gerade noch Weltsprache.
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„Ich glaube an das Pferd. Das Automobil ist eine vorübergehende Erscheinung.“ Das soll Kaiser Wilhelm II. gesagt haben – und sein Urteil würde sich nahtlos einreihen in die Vielzahl von Fehleinschätzungen, die sich der Regent während seiner drei Jahrzehnte währenden Herrschaft leistete. Vielleicht wäre es besser gewesen, er hätte damals bereits eingesehen, dass auch die Monarchie eine vorübergehende Erscheinung ist. Allenfalls bei den Denkmälern sind die Pferde gegenüber den Autos noch im Vorteil. Doch das liegt wohl eher an den Reitern, die sie tragen.
Oder gibt es bereits einen vierrädrigen Untersatz, der einer Statue als Sockel dient? Meines Wissens hat Michael Schumacher seinerzeit dankend abgewinkt, als dessen Heimatstadt Kerpen dem Rennfahrer ein Denkmal setzen wollte. Gute Indikatoren betreffend den Stellenwert eines Produkts sind die Messen, auf denen es ausgestellt wird. So findet Europas größte Pferdeschau nur alle zwei Jahre statt, die Internationale Automobil-Ausstellung (IAA) dagegen öffnet jährlich ihre Pforten, wenn auch an jeweils verschiedenen Orten:
Letztes Jahr wurden in Frankfurt die Personenkraftwagen präsentiert, ab heute sind in Hannover die Nutzfahrzeuge an der Reihe. Die Veranstaltung dauert bis zum 2. Oktober. Ob auch Nutzpferde gezeigt werden, entzieht sich meiner Kenntnis.
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Erinnern Sie sich noch an Fereshta Ludin? Sie stand im Zentrum des Kopftuchstreits, in dem das Bundesverfassungsgericht heute vor fünf Jahren ein Urteil fällte. Die Vorgeschichte: Fereshta Ludin, einer deutschen Lehrerin afghanischer Herkunft, wurde vom Land Baden-Württemberg die Einstellung in den Schuldienst verweigert, da sie beim Unterricht aus religiösen Gründen nicht auf das Tragen eines Kopftuchs verzichten wollte.
Die höchsten Richter unseres Landes entschieden – mit fünf gegen drei Stimmen – dass seitens der Landesregierung gegen geltendes Recht verstoßen wurde: Das Tragen eines Kopftuchs auch in Schule und Unterricht falle unter den Schutz des Grundrechts der Glaubensfreiheit.
Wussten Sie übrigens, dass das Tragen des Kopftuchs für muslimische Frauen eine Pflicht ist, aber kein Zwang? Gemäß dem Koran darf niemand zu bestimmten Handlungen gezwungen werden: Frauen wie auch Männer sollen sich aus Überzeugung an die von Allah offenbarten Kleidervorschriften halten.
Diese Information stammt von der Internet-Seite www.islam.de des Zentralrats der Muslime in Deutschland. Dort erfahren Sie auch, dass der Islam das Kopftuch nicht erfunden hat: In der viel älteren jüdischen Religion verbietet das rabbinische Gesetz das Gebet in Gegenwart von verheirateten Frauen mit entblößtem Haupt; das unbedeckte weibliche Haar würde als Nacktheit betrachtet.
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„Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr. Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben, wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben und wird in den Alleen hin und her unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.“ So beschrieb der Dichter Rainer Maria Rilke die Jahreszeit, die heute beginnt.
Ich hoffe, bei Ihnen wird sie nicht ganz so melancholisch verlaufen. Falls doch, denken Sie bitte daran, dass nach dem Herbst der Winter kommt, und der ist noch düsterer und trister. Zum Trost kann ich Ihnen versichern, dass September und Oktober schon noch ein paar schöne Stunden bereithalten werden. Ein perfekter Tag in einem dieser Monate ist beispielsweise einer, an dem der Rasen nicht mehr gemäht zu werden braucht und die Blätter noch nicht von den Bäumen fallen.
Doch ich möchte nicht zu prosaisch werden und den heutigen Newsletter mit einem weiteren Gedichtauszug beschließen. Er stammt von Rilkes österreichischem Landsmann Georg Trakl und weiß dem Herbst eine positive Seite abzugewinnen: „Es ist der Liebe milde Zeit. Im Kahn den blauen Fluss hinunter – wie schön sich Bild an Bildchen reiht. Das geht in Ruh und Schweigen unter.“
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Müssen Kinder in der Garage bleiben, damit Autos draußen spielen können? Am 22. September soll es umgekehrt sein: Der autofreie Tag ist ein Aktionstag, der von Umweltverbänden, aber auch von Kirchen unterstützt und jedes Jahr begangen wird. „Das Automobil“, erkannte schon in den Neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts der frühere BMW-Chef Eberhard von Kuenheim, „ist so erfolgreich, dass es nur einen wirklichen Feind hat: sich selbst. Seine massenhafte Verbreitung ist eine Herausforderung an die Zukunft des Straßenverkehrs.“
Inzwischen ist der motorisierte Individualverkehr so verbreitet, dass eines der Verkehrsmittel, die vom Auto verdrängt wurden, längst wieder eine Renaissance erlebt: das Fahrrad. Ein Grund dafür ist der Umstand, dass in den Industrienationen die Stadtbewohner inzwischen weniger Zeit brauchen, um in ein anderes Land zu gelangen, als morgens in ihr Büro zu kommen.
Der Weg zur Arbeit mit dem Rad schont die Nerven der Anwohner, fördert die eigene Gesundheit, erfreut das Portemonnaie, ist umweltfreundlich und hilft dem Weltklima. Er schadet allerdings der Autoindustrie, weshalb seine Vorzüge noch nicht in den letzten Winkel des öffentlichen Bewusstseins durchgedrungen sind.
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Pablo Picasso kritzelte gern darin herum. Ernest Hemingway gefiel die handliche Form ohne jeden Schnickschnack. Bruce Chatwin führte es immer mit sich, um seine Eindrücke von unterwegs zu notieren. Als letzterer dringend Nachschub benötigte, bestellte er gleich hundert Stück auf einmal.
Doch selbst das kleine Familienunternehmen in Tours an der Loire, das als einzig verbliebener Hersteller die Moleskine-Notizbücher produzierte, war mit dem enormen Bedarf des englischen Reiseautors überfordert. Bevor Chatwin nach Australien aufbrach, um für seinen künftigen Bestseller The Songlines – später auch auf Deutsch als Traumpfade erschienen – zu recherchieren, kaufte er alle Restbestände auf, denen er in Europa habhaft werden konnte.
Inzwischen erreichte das handgefertigte Büchlein mit dem harten, schwarzledernen Einband Kultstatus. Schließlich kam der kleine Mailänder Verlag Modo & Modo vor einem Jahrzehnt auf die Idee, das Produkt wieder auf den Markt zu bringen. Bruce Chatwin hat es nichts genützt; er starb bereits 1989 auf seiner letzten Reise: Unterwegs nach Afrika hatte den Aidskranken der Tod in Nizza eingeholt.
Als Hommage an den großen Schriftsteller und an das nicht minder berühmte Notizbuch gab der deutsche Fischer-Verlag die „Traumpfade“ zwei Jahrzehnte nach Erscheinen des englischen Originals in einer Sonderausgabe heraus: im Moleskine-Design, nicht größer als das legendäre Notizbuch – nur statt des schwarzen Einbandes mit einer australischen Landschaft versehen.
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Wolfram Siebeck schreibt gelegentlich Kochbücher und regelmäßig Kolumnen für die Wochenzeitung Die Zeit. Beides hat laut eigener Aussage nur ein Ziel: Die Leser sollen begreifen, dass Essen und Trinken von höchster Qualität sein müssen. Ursprünglich Gastronomiekritiker, wird Siebeck inzwischen als Küchen- und Gourmetpapst tituliert, als „Deutschlands feinste Zunge“ geschätzt und als „Vorkoster der Nation“ gefeiert.
Siebeck hasst Fast Food und bedauert die heutigen „Jungen, die Nutella mit der Muttermilch eingesogen haben, mit Pommes und Ketchup groß geworden sind und ihre fabelhafte Tagesform den Pizza und Spaghetti verdanken.“ Seinen heutigen 80. Geburtstag wird Siebeck gewiss nicht mit einem Besuch bei McDonald’s feiern. „Gutes Essen kann gesundheitsschädlich sein“, lautet einer seiner bekanntesten Sprüche, „schlechtes ist es immer.“
Allerdings ist den Besuchern seiner heutigen Geburtstagsparty gutes Essen nicht garantiert: „Wohl dem, der einen gefüllten Weinkeller hat“, meinte Siebeck einmal, „und unangemeldete Besucher dort abfüllen kann, sodass sie ihren Hunger vergessen.“
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„Mit dem Dispokredit“, lautet die Eigenwerbung auf der Internetseite der Sparkasse, „können Sie immer und überall auf interessante Angebote reagieren. Auch wenn auf Ihrem Konto gerade Ebbe herrscht.“ Dass dieses Angebot an die Privatkunden, ihr Konto zu überziehen, nicht ganz uneigennützig ist, versteht sich von selbst. Bei der Rückzahlung verdienen natürlich die Banken: Der Zinssatz ist rund fünfmal so hoch wie der, den Geldinstitute etwa beim Tagesgeld gewähren. Da verleiht man gerne etwas …
Am 17. September 1978 führten die Sparkassen in der Bundesrepublik Deutschland den Dispokredit ein: Jedem Inhaber eines Lohn- oder Gehaltkontos wurde ein Überziehungskredit bis maximal 5.000 D-Mark gewährt. Drei Jahrzehnte später zählt der Verein Creditreform bundesweit 7,3 Millionen überschuldete Einwohner – ein Anstieg von 150.000 im Vergleich zum Vorjahr.
Besorgniserregend ist der wachsenden Schuldenberg bei den 20- bis 29-Jährigen: Von ihnen gilt inzwischen jeder Zwölfte als überschuldet. Laut Auskunft der Schufa hat die Verschuldung sozialökonomische Ursachen; in fast der Hälfte der Fälle spielt Arbeitslosigkeit eine Rolle. Oder eine gescheiterte Ehe: Die ist schuld an jeder vierten Privatinsolvenz. Das Konsumverhalten ist für 18 Prozent, eine verpatzte Existenzgründung für 16 Prozent und ein gescheiterter Hausbau für 8 Prozent häuslicher Pleiten verantwortlich.
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