Archiv für September, 2008

Gutes Auge, schnelle Reaktion und ein Uralt-Weltrekord

Dienstag, 2. September 2008

„Naht die Bedrohung von vorne, heben die Fliegen mit einem Sprung nach hinten ab, droht dagegen Gefahr von hinten, springen sie nach vorne weg. Seitlichen Angriffen entgehen sie mit dem Start nach der jeweils anderen Seite.“ Dies alles geschieht binnen 200 Millisekunden, schreibt Matthias Hopfmüller in seinem Artikel „Blitz-Merker“ im Wissenschaftsteil der Süddeutschen Zeitung – und beantwortet die im Untertitel des Beitrags aufgeworfene Frage: „Warum es so schwer ist, Fliegen mit der Hand zu erschlagen“.

Die Fliegen können deswegen so schnell reagieren, weil ihre Facettenaugen es erlauben, 300 Einzelbilder pro Sekunde zu unterscheiden. Zum Vergleich: Das menschliche Auge schafft in der gleichen Zeitspanne maximal 20. Dennoch gibt es Menschen, die sich von solcherlei schlechten Aussichten nicht abschrecken lassen und dem reaktionsschnellen Insekt zu Leibe rücken. Das tun sie jenseits des Polarkreises in Pelkosenniemi, einer kleinen Gemeinde in Finnisch-Lappland.

Alljährlich finden in dem 1200-Einwohner-Örtchen die Weltmeisterschaften im Fliegentöten statt. Die Regeln sind denkbar einfach: Fünf Minuten haben die Teilnehmer Zeit, mit der bloßen Hand so viele Fliegen wie möglich zu erschlagen. Falls Sie es auch mal versuchen wollen, lockt ein weiterer Anreiz. Darauf, endlich gebrochen zu werden, wartet der seit dem Jahr 1995 bestehende Weltrekord: 21 tote Fliegen in fünf Minuten.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
Autor von Small-Talk-Themen.de

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Und wieder heißt es Schottland gegen England

Montag, 1. September 2008

Der größte Feind des Eichhörnchens ist – das Eichhörnchen. Zumindest was die Population auf der britischen Insel betrifft: Dort waren ursprünglich nur rote Eichhörnchen heimisch, bis ihnen ihr Platz von grauen, per Schiff aus Amerika eingewanderten Vettern streitig gemacht wurde. (Wir berichteten über dieses Phänomen in unserem Newsletter „Schüler und Studenten, aufgepasst!“ vom 19. September 2006).

Die grauen Tiere sind größer und aggressiver als ihre roten Artgenossen, was ihnen eindeutige Vorteile bei Revierkampf und Futtersuche verschafft. Im Süden der Insel sehen die roten Ureinwohner bereits ihrer Ausrottung entgegen: Im Jahr 2016, so fürchten britische Wissenschaftler, wird es so weit sein. In England ist das Verhältnis von grauen zu roten Eichhörnchen bei einem Gesamtbestand von rund drei Millionen Tieren auf 75:1 angewachsen. In Schottland dagegen leben nur doppelt so viele graue wie rote Eichhörnchen. Doch es dräut neues Unheil aus dem Süden herauf:

Die grauen Nager beherbergen ein Virus, das ihnen selbst nichts ausmacht, bei Übertragung auf die roten Eichhörnchen aber sehr bald zu deren Tod führt. Jetzt haben schottische Wissenschaftler – so berichtet das Nachrichtenmagazin Spiegel online – einen 25 Kilometer breiten Korridor von der Ost- bis zur Westküste eingerichtet. Darin wird den grauen Eichhörnchen gnadenlos mit Fallen nachgestellt.

In der Geschichte Großbritanniens hatte schon einmal ein Schutzwall Schotten und Engländer getrennt: Der römische Kaiser Hadrian ließ ihn im 2. Jahrhundert errichten, um Übergriffe der renitenten Schotten auf die bereits befriedeten Engländer zu verhindern. Was damals Erfolg hatte, soll heute in umgekehrter Richtung Wirkung zeigen.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
Autor von Small-Talk-Themen.de

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