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Wie viel ist eine Million?

31. Oktober 2008

Nackte Zahlen sagen meist wenig aus. Wenn Sie sich beispielsweise eine Million Sandkörner vorstellen sollen, können Sie mit dieser Aufgabe wenig anfangen. Warum sollten Sie auch? Vermutlich ist es Ihnen eh’ egal, ob sie in einen Eimer, einen Kochtopf oder eine Kaffeetasse passen, weil sie mit dem Zeug ohnehin nichts anfangen können. Wie aber verhält es sich – diese Frage drängt sich am heutigen Weltspartag auf – mit Geld, etwa in der Größenordnung von einer Million Euro?

Auf dem Bankkonto ist diese Summe eine recht abstrakte Angelegenheit. Anders gestaltet sich die Sache, wenn Sie sich folgendes Bild vor Augen führen: Ein 100-Euro-Schein misst 8 cm x 14,5 cm. Wenn Sie mehrere davon haben, können Sie diese sehr übersichtlich in Bündel ordnen. Das wird Ihr Geldinstitut gerne für Sie übernehmen.

Ein bankenübliches Bündel 100-Euro-Scheine ist 1 Zentimeter hoch und 10 000 Euro wert. Wenn Sie 100 Bündel vor sich liegen haben, ergibt das 1 Million Euro. Wenn Sie die Bündel in Zehnergruppen nebeneinander legen und aufeinander stapeln – also 80 Zentimeter mal 1,45 Meter in 100-Euro-Bündeln – liegt ein hübscher Berg auf Ihrem Schreibtisch.

Und anschließend stellen Sie sich bitte vor, Sie geben jede Woche ein Bündel aus: Das wären pro Tag knapp 1430 Euro. Schlimm wäre das übrigens nicht: Am Ende des Jahres hätten Sie immer noch 48 Bündel oder 478 050 Euro übrig.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
Autor von Small-Talk-Themen.de

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Morgen und übermorgen gibt es wieder allerhand zu feiern und zu gedenken. Was ersteres angeht, sind die Evangelischen eindeutig im Vorteil – wenn sie in den neuen Bundesländern wohnen: In Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen geht am Reformationstag kein Arbeitnehmer ins Büro oder an die Werkbank.

Das muss in den – überwiegend katholischen – alten Bundesländern am 1. November ebenfalls niemand: Dann wird der Feiertag Allerheiligen (mehr darüber im Newsletter „Warum morgen nicht Allerheiligen ist“ vom 12. Mai 2006) begangen, doch ist an diesem Tag ohnehin Samstag.

Für alle, die noch zu klein sind, um zu arbeiten, hält der 31. Oktober ebenfalls einen Grund zu feiern bereit: Halloween (alles weitere dazu in unserem Newsletter „Haben Sie gestern einen Weihnachtsmarkt besucht?“ vom 28. November 2005). Wer weder gläubig noch jugendlich oder berufsjugendlich ist, für den hält der Kalender ebenfalls etwas Besonderes bereit: Am 31. Oktober ist schließlich Weltspartag. Eigentlich dürften Berufstätige sich an einem solchen Tag zurücklehnen und ausruhen, denn das angelegte Geld arbeitet schon für sie.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
Autor von Small-Talk-Themen.de

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Ein sinnloser Befehl

29. Oktober 2008

Der erste Weltkrieg war für das Deutsche Reich so gut wie verloren: Nachdem die Oberste Heeresleitung offen zugegeben hatte, dass militärisch gar nichts mehr ging, ersuchte die Reichsregierung die Amerikaner um einen Waffenstillstand. Das geschah bereits am 4. Oktober 1918. Als am Ende des Monats immer noch gekämpft wurde und viele Soldaten völlig sinnlos ihr Leben auf den Schlachtfeldern ließen, kam Unruhe besonders in den unteren Diensträngen auf. Die verstärkte sich, als Matrosen der Hochseeflotte zu einem Einsatz gegen die Briten befohlen wurden.

Die deutschen Schiffe lungerten seit Jahren untätig in den Nord- und Ostseehäfen herum – und das war auch gut so: Gegen den technisch hoch überlegenen Feind hatte man nicht den Hauch einer Chance. Jetzt aber wollten einige Offiziere die Ehre der Marine retten und zu einem letzten Waffengang blasen. Doch die Matrosen machten nicht mit. Heute vor 90 Jahren begann ihre Meuterei im größten Flottenstützpunkt Wilhelmshaven. Der Aufstand griff rasch auf andere Häfen über. Und nicht nur das: Auch in den Binnenstädten streikten die Garnisonen, und die Mannschaften übernahmen die Macht in den Kasernen.

Was die Soldaten können, schaffen wir auch, dachten sich die Arbeiter in Deutschlands Großstädten. Auch Sie streikten und wählten aus ihren Reihen Räte, die das Kommando in den Fabriken übernahmen. Soldaten und Arbeiter waren überrascht, auf wie wenig Widerstand sie stießen. Das zeigte doch, wie marode das System war, gegen das sie opponierten. Falls sie wirklich nichts mehr aufhalten konnte, bedeutete dies nicht letzten Endes auch den Zusammenbruch und das Ende des deutschen Kaiserreichs? Zehn Tage später war es tatsächlich so weit.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
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Heute ist in unserem Nachbarland Nationalfeiertag: Die Tschechen gedenken der Gründung eines Staates, der längst nicht mehr existiert – obwohl er erst am 28. Oktober 1918 aus der Taufe gehoben wurde.

Damals schlossen sich Tschechen, Slowaken und Karpato-Ukrainer – Völker, die bis dahin der österreichisch-ungarischen Doppelmonarchie angehört hatten – zu einem neuen Staat zusammen. Hauptstadt der Tschechoslowakei wurde Prag, erster Staatspräsident Tomáš Masaryk. Zwei Jahrzehnte später hatte die junge Republik aufgehört zu existieren. Schuld waren die Deutschen und der Expansionshunger der Nationalsozialisten.

Zunächst pressten sie im September 1938 auf der Münchner Konferenz – unter Mithilfe Frankreichs und Großbritanniens – der Tschechoslowakei das Sudetenland ab, ein überwiegend von Deutschen bewohnter breiter Gürtel entlang der Grenzen zu Bayern, Sachsen, Polen und Österreich. Doch damit nicht genug: Am 15. März 1939 besetzte die deutsche Wehrmacht unter Bruch des Münchner Abkommens den Rest des Landes. Kurz zuvor hatte sich bereits die Slowakei abgespalten und ein hitlerfreundliches Regime errichtet. Damit hatte die Tschechoslowakei aufgehört zu existieren. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde sie wiederbelebt, als sowjetischer Satellitenstaat.

Den östlichen Landesteil, die Karpato-Ukraine, hatte man lieber gleich an die Sowjetunion abgegeben. Doch auch die zweite Ehe von Tschechen und Slowaken sollte nicht ewig halten: Am 1. Januar 1993 beschlossen die damaligen Regierungschefs Václav Klaus und Vladimir Meciar eine erneute Trennung in eine Tschechische und eine Slowakische Republik. Dabei wird es bleiben – auch nach dem EU-Beitritt beider Staaten im Jahr 2004.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
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Heute ist der 150. Geburtstag von Theodore Roosevelt. Sein Porträt hat der Bildhauer Gutzon Borglum – gemeinsam mit den Konterfeis seiner Amtskollegen George Washington, Thomas Jefferson und Abraham Lincoln – in den Fels des Mount Rushmore im US-Bundesstaat Wyoming gemeißelt (siehe auch unseren Newsletter „Die vier größten US-Präsidenten“ vom 31. Oktober 2006). Borglum machte das, weil er das Quartett für die vier größten US-Präsidenten aller Zeiten hielt.

Roosevelt kam über die Hintertür ins Weiße Haus. Ursprünglich war er als Vizepräsident nur die Nummer zwei hinter dem Republikaner William McKinley. Als am 6. September 1901 der polnischstämmige Anarchisten Leon Czolgosz seinen Revolver auf McKinley abfeuerte und der Präsident eine Woche später an den Folgen des Attentats starb, war Roosevelts Stunde gekommen.

In seine beiden Amtszeiten fällt die Zerschlagung der Quasi-Monopole der großen Industriekonzerne. Außenpolitisch tat er sich mit dem Bau des Panama-Kanals hervor, dessen Aktien er den Franzosen abkaufte. Auf Roosevelts Initiative wurde auch die Zweite Haager Friedenskonferenz ins Leben gerufen, auf der die Rechte von Kriegsgefangenen gestärkt und chemische Waffen weltweit geächtet wurden.

Ein unpolitisches Vermächtnis Roosevelts ist der Teddy: Nachdem der passionierte Jäger bei einer Pirsch auf Bären leer ausgegangen war, trieb man ihm als Entschädigung ein sehr klein geratenes Exemplar vor die Flinte. Großmütig verzichtete der Präsident auf einen Abschuss – und machte sich zum Namenspatron der aus dieser rührenden Episode und deren zeichnerischen Dokumentation hervorgegangenen Stofftiere.

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Ein ehemals kostenloses Gut

24. Oktober 2008

Heute ist der Tag der Bibliotheken. Das Datum erinnert an den 24. Oktober 1828, als Karl Benjamin Preusker im sächsischen Großenhain eine Schulbibliothek für Lehrer und Schüler einrichtete. Die wurde vier Jahre später zur ersten deutschen Stadtbibliothek erweitert und durfte von allen Bürgern unentgeltlich benutzt werden.

Ähnlich gut wie die Großenhainer hatten es bis vor einiger Zeit die Bonner: Zwar erhebt die Stadtbücherei eine Gebühr von – moderaten – 50 Cent pro ausgeliehenem Buch. Dafür durften die Einwohner der Ex-Hauptstadt ihre gut bestückte Landesbibliothek gratis benutzen. Doch das ist seit diesem Jahr vorbei: Im Zuge der Erhebung von Studiengebühren knöpft die nordrhein-westfälische Regierung jedem Bibliotheksbenutzer halbjährlich 20 Euro fürs Ausleihen ab. Noch schlimmer geht es den Studenten: Sie dürfen pro Semester 500 Euro an Studiengebühren berappen.

Wie zynisch muss ihnen ihr Landesvater in den Ohren klingen, der sich bei jeder sich bietenden Gelegenheit als Sozialpolitiker zu profilieren versucht. Dabei hätte man es besser wissen müssen: Jemand, der mit dummdreisten Slogans wie „Kinder statt Inder“ (schauen Sie sich doch einmal die Seite http://www.kinder-statt-inder.de im Internet an) auf Wählerstimmenfang geht, ist sich in Wirklichkeit nicht zu schade, sich am ehemals kostenlosen Gut Bildung zu bereichern.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
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Schöne neue Inselwelt

23. Oktober 2008

Vor drei Tagen berichteten wir von einer neuen Buchreihe über unsere Nachbarländer. Wer nicht bis zum Frühling warten will, um etwas über die Briten zu erfahren, dem sei die Lektüre von Ralf Sotschecks Nichts gegen Engländer ans Herz gelegt.

Das – wie es im Untertitel heißt – Psychogramm eines merkwürdigen Volkes attestiert jenem: „Der Engländer hält sich für höflich, gesetzestreu, tolerant, anständig, großzügig, galant, unerschütterlich und fair. Mag sein. Aber er ist auch heuchlerisch, arrogant, exzentrisch und skurril.“ Doch schon im nächsten Satz bekennt der Autor: „Ich liebe England und die Engländer.“

Muss man auch, denn anders als in Frankreich oder Italien würde ein dort Lebender nie sagen: „Ich liebe die englische Küche.“ Wenn Sotscheck sich über sie lustig macht, verzichtet er auf bekannte Klischees und altbackene Witze. Er nimmt lieber die Bemühungen der Pädagogen und Ernährungswissenschaftler aufs Korn, die mit Gewalt aus dem britischen ein gesundes Essen und aus übergewichtigen Schulkindern schlanke machen wollen.

Die Beschreibung ist, im Gegensatz zu den dabei herauskommenden Produkten, köstlich: „Fünfjährige sollen sich bei der Einschulung einem Pummeltest unterziehen. Wer durchfällt, muss zur Zwangsdiätberatung. Die Eltern werden auf eine Kochschule geschickt, wo sie lernen, kalorienarm zu kochen. Außerdem sollen die Schulen verbindliche Richtlinien für das Pausenbrot herausgeben: Müsli statt Marsregel, Kopfsalat statt Wurstsalat. Wer dennoch dick bleibt, muss zur Gewichtskontrollgruppe. Haben auch die Verschlankungsterroristen, die als ’Small Brother‘ Angst und Schrecken verbreiten sollen, keinen Erfolg, bekommt der Mops einen mageren Lifestyle-Berater zugeteilt.“
Eine den Briten zugeschriebene Tugend, die der Autor nicht erwähnt hat, scheint ihnen abhanden gekommen zu sein: Gelassenheit. (Ralf Sotscheck, Nichts gegen Engländer. Edition Tiamat, Berlin 2008. 144 Seiten, 13 Euro)

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Der britische Premierminister Winston Churchill bekämpfte sein Stottern, indem er vor jeder Ansprache summte. So brachte er seine Stimmbänder zum reibungslosen Vibrieren. Churchills Labour-Kontrahent Aneurin Bevan versuchte seine Sprachbehinderung durch einen besonders reichen Wortschatz zu überspielen. Marilyn Monroes Anti-Stotter-Strategie wirkte sogar reichlich sexy: Sie hauchte besonders zart und verführerisch ins Mikrofon.

So erfolgreich diese Strategien gewesen sein mögen – so sinnlos sind sie. Sagt die Bundesvereinigung der Stotterer-Selbsthilfe (sie findet sich im Internet unter http://www.bvss.de) und empfiehlt – keine Therapie. Die Bekämpfung ihrer Sprachstörung ist für Stotterer mit so viel Aufwand und deren Verheimlichung mit einer persönlichen Erniedrigung verbunden, dass beides kontraproduktiv wirkt. Die beste Anti-Stotter-Strategie ist daher, zu diesem Handicap zu stehen. Ihre Umgebung kann den Betroffenen – etwa ein Prozent der Menschheit stottert – dabei helfen.

Daher lautet nicht nur am heutigen Welttag des Stotterns für Zuhörer die Devise: Vermeiden Sie Mitleid oder Verlegenheit mit Ihrem stotternden Gegenüber. Und warten Sie geduldig, bis er oder sie zu Ende gesprochen hat!

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Die Nobelpreise für dieses Jahr sind zwar bereits vergeben; verliehen werden sie jedoch erst am 10. Dezember. Das geschieht traditionell am Todestag des Stifters, des schwedischen Chemikers und Fabrikanten Alfred Nobel.

Geboren wurde er heute vor 175 Jahren in Stockholm. Die größte Erfindung unter seinen 350 Patenten war das sichere Lagern, Transportieren und Zünden von Nitroglycerin. Da der Sprengstoff bei der kleinsten Erschütterung explodieren konnte, war er für seinen Anwender fast genauso gefährlich wie für seine Feinde. Nobel mischte ihm Kieselerde bei und nannte das neue Produkt Dynamit.

Bergwerkbesitzer, aber auch Rüstungsfabrikanten freuten sich und nahmen das Zeug in Massen ab. Bald besaß Nobel 90 Fabriken in aller Welt – und zunehmend ein schlechtes Gewissen: Seine Erfindung sorgte für immer mehr Tote auf den Schlachtfeldern; und auch bei den in den Achtziger Jahren des vorletzten Jahrhunderts in Mode gekommenen Attentaten wurde der Sprengstoff reichlich verwendet.

Nobel freundete sich mit der österreichischen Pazifistin Bertha von Suttner (siehe auch unseren Newsletter „Kennen Sie die Dame auf dem Zwei-Euro-Stück?“ vom 8. Dezember 2005) an. Die schlug ihm vor, aus seinem Vermögen einen Friedenspreis zu stiften – für Persönlichkeiten, die „im verflossenen Jahr der Menschheit den größten Nutzen geleistet haben.“

Das waren Mediziner, Physiker, Chemiker und Menschen, die sich um die Erhaltung des Friedens verdient gemacht hatten. Hinzu kamen Schriftsteller, denn die Literatur war Nobels Steckenpferd. Auch Bertha von Suttner profitierte vom Vermächtnis Nobels, der 1896 starb: Als erste Frau erhielt die Österreicherin 1905 den Friedensnobelpreis.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
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Wie gut kennen wir unsere Nachbarn? Diese Frage stellten sich Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt und Ex-Präsident Richard von Weizsäcker. Vermutlich ist die Antwort nicht allzu positiv ausgefallen; und es könnte sein, dass sich die Beiden auch an das ein oder andere Versäumnis aus ihrer Amtszeit erinnert haben.

Als Wiedergutmachung geben sie nun eine Buchreihe heraus: „Sie soll helfen, das Verständnis für unsere europäischen Nachbarn zu vertiefen und auch uns selbst besser zu verstehen.“ So steht es auf dem Klappentext des ersten Bandes, das die Schweiz zum Thema hat. Die Schweiz? Ist das nicht die Light-Version der umgrenzenden Staaten Deutschland, Frankreich und Italien, der man mit Tellsage und Matterhornromantik ein wenig Eigenimage verpasst und die außer uhren- und schokoladenversessenen Tagesurlaubern allenfalls noch Liebhabern verschwiegener Geldanlagen etwas zu bieten hat?

Die Lektüre des von Iso Camartin eher unterhaltsam als belehrend geschriebenen Werks lässt einen anderen Schluss zu. Und wenn der Autor über seine eigenen Landsleute schimpft, die ihm zu behaglich und übervorsichtig, dafür aber wenig zivilcouragiert daherkommen, möchte man … kurz einhalten: Ist es bei uns nicht ähnlich? Schon, aber doch wieder anders. Immerhin wagen die Schweizer mit ihren Volksabstimmungen viel Demokratie, und der Staat wälzt nicht gerade wenig Verantwortung auf seine Bürger ab. Ob er das positiv oder negativ empfindet, muss der Leser selbst entscheiden, jetzt, wo er die Eidgenossinnen und -genossen ein wenig besser kennt und Vergleiche mit dem Heimatland anstellen kann.

Nach dem vielversprechenden Start darf man gespannt sein auf die anderen Werke der Reihe Die Deutschen und ihre Nachbarn: Bände über Russland, Polen und die Niederlande sind bereits erschienen; im Frühjahr folgen weitere über Belgien und Luxemburg, Dänemark, Frankreich, Großbritannien, Italien, Österreich, Spanien und Tschechien. (Iso Camartin, Schweiz. Verlag C. H. Beck, München 2008. 200 Seiten, 18,- Euro)

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
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