Warum die Schweiz keine Hauptstadt hat
Freitag, 28. November 2008Wie heißt die Hauptstadt der Schweiz? Wenn Sie jetzt mit „Bern“ antworten, ist das nicht ganz richtig. Die Verfassung der Schweiz kennt nämlich keine Bundeshauptstadt. Es gab zwar mal eine, doch die hatte Napoleon der Schweiz aufgezwungen, nachdem er das Land erobert hatte. So kam es, dass das Städtchen Aarau gerade mal für fünf Monate diese zentrale Rolle übernehmen durfte.
Als Napoleon wieder abgezogen war, beschlossen die Schweizer, dass ihr Regierungssitz jährlich wechseln sollte. Daraus wurde später ein Zweijahresrhythmus - bis sich am 28. November 1848 alles änderte: Man wollte endlich einen zentralen Sitz haben, von dem aus das Land regiert werden sollte. Der durfte sich zwar nicht „Hauptstadt“, dafür aber „Bundesstadt“ nennen, weil es sich um einen Ort von überregionaler Bedeutung handelte. Drei Städte bewarben sich um die große eidgenössische Ehre: Bern, Luzern und Zürich. Das Rennen machte Bern. Die Stadt lag näher an der französischen Schweiz als die Konkurrenz und war auch militärisch schwerer einzunehmen.
Den Ausschlag dürften finanzielle Gründe gegeben haben: Die schlauen Berner versprachen der neuen Regierung, sämtliche Diensträume mietfrei zur Verfügung zu stellen.
Autor von Small-Talk-Themen.de


