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Wie heißt die Hauptstadt der Schweiz? Wenn Sie jetzt mit „Bern“ antworten, ist das nicht ganz richtig. Die Verfassung der Schweiz kennt nämlich keine Bundeshauptstadt. Es gab zwar mal eine, doch die hatte Napoleon der Schweiz aufgezwungen, nachdem er das Land erobert hatte. So kam es, dass das Städtchen Aarau gerade mal für fünf Monate diese zentrale Rolle übernehmen durfte.

Als Napoleon wieder abgezogen war, beschlossen die Schweizer, dass ihr Regierungssitz jährlich wechseln sollte. Daraus wurde später ein Zweijahresrhythmus - bis sich am 28. November 1848 alles änderte: Man wollte endlich einen zentralen Sitz haben, von dem aus das Land regiert werden sollte. Der durfte sich zwar nicht „Hauptstadt“, dafür aber „Bundesstadt“ nennen, weil es sich um einen Ort von überregionaler Bedeutung handelte. Drei Städte bewarben sich um die große eidgenössische Ehre: Bern, Luzern und Zürich. Das Rennen machte Bern. Die Stadt lag näher an der französischen Schweiz als die Konkurrenz und war auch militärisch schwerer einzunehmen.

Den Ausschlag dürften finanzielle Gründe gegeben haben: Die schlauen Berner versprachen der neuen Regierung, sämtliche Diensträume mietfrei zur Verfügung zu stellen.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
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„Ein Wort, das von Herzen kommt“, sagt ein chinesisches Sprichwort, „macht dich drei Winter warm.“ Leider macht es nicht satt. Daher bedürfen die Dinge, die unseren Hunger stillen, eines besonderen Dankes.

Ein solcher wird in Nordamerika an jedem vierten Donnerstag im November zelebriert. Heute ist es wieder so weit: Da wird an Thanksgiving ein Truthahn geschlachtet, mit einer leckeren Füllung versehen, in den Backofen geschoben und anschließend im Familienkreis genüsslich verspeist.

Das Fest geht auf das Jahr 1621 zurück: Im extrem harten Winter nach ihrer Ankunft wandten sich die ersten Pilger aus der Alten Welt an die Ureinwohner ihrer neuen Heimat um Hilfe. Die Indianer weihten sie in die Geheimnisse des Maisanbaus ein. Tatsächlich wurde den Siedlern im darauf folgenden Jahr eine reiche Ernte beschert. Das feierten sie, unter anderem mit gebratenem Truthahn. US-Präsident Lincoln erklärte 1683 das Erntedankfest zum nationalen Feiertag.

Bis heute hat sich in diesem Zusammenhang ein besonderer Brauch erhalten: Der schönste Truthahn wird alljährlich vom Präsidenten persönlich begnadigt und landet statt im Ofen in einem Streichelzoo für Kinder.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
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Ddraig Goch Ddyry Cychwyn

26. November 2008

„Ddraig Goch Ddyry Cychwyn&ndquo;: Ganz treue Leser unseres Newsletters können diese Zeile übersetzen. Sie erschien zuerst in der Ausgabe vom 12. Dezember 2005. Unter anderem ging es um Wales: Der westliche Teil der britischen Insel hat eine eigene Sprache, die vier von fünf Einwohnern nicht beherrschen. Auch nicht das Staatsoberhaupt (der Prinz, dem wir die Ausgabe vom 14. November widmeten).

Doch hat sich seither einiges geändert. Inzwischen sprechen nicht mehr 20, sondern 21 Prozent der Waliser Walisisch. Wenn das kein Fortschritt ist. Geht die Entwicklung so weiter, kann im Jahr 2248 wirklich jeder Einwohner zwischen Fishguard und Holyhead Walisisch.

Dahingehend vorgebaut hat man in Brüssel: In der EU ist Walisisch nun offiziell als eine von insgesamt 40 Minderheitssprachen anerkannt. Jetzt dürfen Minister, die aus Wales kommen, bei EU-Sitzungen in ihrer Heimatsprache konferieren. Das bedeutet für zwei- und mehrsprachige Waliser neue Arbeitsplätze, denn die Reden müssen ja übersetzt werden. Ein entsprechendes Büro wurde jüngst in der walisischen Hauptstadt Cardiff eingerichtet.

Ach ja, die Übersetzung des Eingangsspruchs bin ich Ihnen noch schuldig: Der kündigt an, dass einst ein roter Drache der Asche entsteigen wird. Den Drachen finden Sie samt Ankündigung auf der walisischen Flagge.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
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Was macht ein Ort, der in seinem Namen himmlische Bestandteile führt? Er richtet ein Weihnachtspostamt ein. Das ist zwar nicht Aufgabe der Gemeinde, sondern der Deutschen Post. Die aber hat ein Herz für Kinder und in Himmelstadt/Bayern, Himmelpfort/Brandenburg wie auch in Himmelpforten/Niedersachsen entsprechende Filialen eingerichtet.

Diejenige im Hildesheimer Vorort Himmelsthür wurde inzwischen wegrationalisiert; Weihnachtsbriefe werden jedoch weiter beantwortet. Auch im niedersächsischen Nikolausdorf und im saarländischen Sankt Nikolaus gibt es Postämter mit vorweihnachtlichem Service. Und natürlich in Engelskirchen: Die Gemeinde direkt auf der Grenze zwischen Rheinland und Westfalen verweist mit stolz auf das älteste Weihnachtspostamt in Deutschland. Mehr als zwei Jahrzehnte schon schreiben Kinder dorthin; letztes Jahr trafen 135 000 Briefe ein. Alle wurden beantwortet. Dafür sorgen eigens in den sechs Wochen vor Weihnachten eingestellte Mitarbeiter.

Und was müssen Sie oder Ihre Kinder tun, um auch in den Genuss zu kommen? Ganz einfach: Schreiben Sie an das Christkind, 51766 Engelskirchen. Ihr Brief kommt garantiert an. Und Ihr Kind erhält selbstverständlich eine Antwort.

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Wie man Freunde gewinnt

24. November 2008

Von Dale Carnegie stammt der Ausspruch: „Für jeden Menschen ist sein Name das schönste und wichtigste Wort in seinem Sprachschatz“. Er stammt aus seinem erfolgreichsten Buch Wie man Freunde gewinnt und Menschen beeinflusst. Jetzt möchten sie vermutlich noch eine Kurzanleitung, wie Ihnen letzteres erfolgreich gelingt. Bitte schön: „Es gibt auf der ganzen Welt nur eine einzige Methode, um andere Menschen zu beeinflussen“, sagt Carnegie: „mit ihnen über das zu sprechen, was sie haben möchten, und ihnen zu zeigen, wie sie es bekommen können“.

Auf den Mann, der so nützliche Ratschläge gab, wollte anfangs keiner hören. Die Washingtoner Columbia-Universität lehnte seine Bewerbung ebenso ab wie die New York University. Also versuchte er es im New Yorker YMCY und brachte christlichen jungen Männern das Reden bei. Erfolgreich. Bereits vier Jahre Später füllte der Rhetoriktrainer Carnegie die Carnegie Hall bis auf den letzten Platz. Dabei war er nicht mit dem Namensgeber, dem Millionär Andrew Carnegie, verwandt. Doch der Kniff, seinen ursprünglichen Namen Carnagey in Carnegie umzuwandeln, half der Popularität auf die Sprünge.

Am Ende eines erfolgreichen Lebens, das heute vor 120 Jahren begann, hatte Dale Carnegie 50 Millionen Exemplare seiner Bücher in 38 Sprachen verkauft. Er starb am 1. November 1955.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
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„Auf dieser Seite finden Sie bemerkenswerte Weihnachtsmärkte, die durch Rekordversuche und amtliche Rekorde auf sich aufmerksam mache“: So lautet die Selbstdarstellung des kommerziellen Internetportals www.weihnachtsmarkt-deutschland.de.

Der (bei Redaktionsschluss) 31. und jüngste Eintrag lautet:1000 Kinder verzehren 1000 Lebkuchen in 1000 Sekunden. Das passt doch wunderschön zum Eingangssatz der Website: „Die Advents- und Weihnachtszeit ist für viele von uns die besinnlichste Zeit des Jahres, in der wir Vergangenes Revue passieren lassen und uns der Vorfreude auf Kommendes hingeben.“ Auf die Sekunde, in der der Lebkuchen verschlungen wird!

Zugegeben, ich habe ein wenig aus dem Zusammenhang heraus zitiert, da bei mir die Abneigung gegen die Ware Weihnacht überhand nehmen will. Bitte halten Sie mich davon ab, den Kindern zu wünschen, dass ihnen die Lebkuchen im Halse stecken bleiben mögen.

Danke! Jetzt, wo ich mich wieder beruhigt habe, möchte ich Ihnen einen weitaus frommeren Wunsch näher bringen. Der ist gleichzeitig Name einer Aktion wie auch einer Internet-Seite: www.advent-ist-im-dezember.de. Am besten, Sie besuchen beide Portale und bilden sich ein eigenes Urteil.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
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Erst verkannt, dann gefeiert

20. November 2008

Schenken heißt, einem anderen das geben, was man selber behalten möchte. Selma Lagerlöf, von der dieser Spruch stammt, wurde in ihrem Leben nichts geschenkt. Ihre Eltern verloren während einer Wirtschaftskrise den Hof, auf dem sie vor genau 150 Jahren geboren und aufgewachsen war. Sie ging nach Stockholm, dann ins südschwedische Landskrona, wo sie als Lehrerin arbeitete. Nebenbei tat sie das, was sie ihrer Meinung nach am besten konnte: Schreiben.

Ihr erster Roman war gleich ein großer Wurf: Gösta Berling. Leider fand das in Schweden zunächst niemand. Das Buch wäre in den Regalen verschimmelt, hätte es nicht im Nachbarland gnädiger Aufnahme gefunden: Es bedurfte der Rezension eines dänischen Kritikers, um dem Werk auch in der Heimat auf die Erfolgsspur zu helfen.

Bis heute ist Gösta Berling eines der meistgelesenen Bücher in Schweden. Weitere Romane folgten, darunter die Wunderbare Reise des kleinen Nils Holgersson mit den Wildgänsen. An Anerkennung mangelte es nicht mehr, die größte kam 1909: Da wurde der Schriftstellerin der Nobelpreis für Literatur verliehen – als erster Frau überhaupt. Von dem Preisgeld konnte sich Selma Lagerlöf den elterlichen Bauernhof zurückkaufen. Dort lebte sie bis zu ihrem Tod 1940.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
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Kein sauberes Wasser

19. November 2008

Heute ist Welttoilettentag. Vor sechs Jahren wurde er erstmals ausgerufen, von der Welttoilettenorganisation. Der Hintergrund ist ein sehr ernster: 42 Prozent der Menschheit – zwei von fünf Erdenbürgern! – haben keinen Zugang zu sauberen Sanitäreinrichtungen. So entstehen Krankheiten, so verbreiten sich Seuchen blitzschnell.

Das Jahr 2008 ist auch das UN-Jahr der sanitären Grundversorgung. Beide Anlässe möchte der Arbeitskreis Wasser des Forums für Umwelt und Energie für eine spektakuläre Aktion nutzen: Die Mitglieder stellen heute in Berlin (am Washingtonplatz in der Nähe des Hauptbahnhofs) 54 Toiletten auf, um auf den Missstand aufmerksam zu machen, dass 2,6 Milliarden Menschen keine saubere Toilette benutzen können.

Und auf die Tatsache, dass wir in den entwickelten Ländern daran eine Mitverantwortung tragen. Die Wasserverschmutzung, so der deutsch-tschechische Autor Hellmut Walters, „hat ihren Grund vor allem darin, dass so viele Menschen ihre Hände in Unschuld waschen.“ Mehr über den Arbeitskreis Wasser ist im Internet unter www.forum-ue.de zu lesen.

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Es grüßt der Elch

18. November 2008

Vor einer Woche bereits wurde das Frankfurter Caricatura-Museum an dieser Stelle kurz erwähnt. Das junge Projekt – es wurde erst Anfang Oktober ins Leben gerufen – verdient aber eine ausführlichere Würdigung.

Das Museum befindet sich in der Mainmetropole am Weckmarkt, unmittelbar hinter dem Dom und neben dem schönen Café Metropol. Spontan überzeugt die Gestaltung des Eingangsbereiches: Den Besucher erwartet die Bronzebüste eines gehörnten Wesens, das passionierten Lesern dieses Newsletters schon viel Freude bereitet hat. Auch die Inschrift ist nicht ohne: „Die schärfsten Kritiker der Elche waren früher selber welche.“ (Sie kennen sie aus der Ausgabe „Die schärfsten Kritiker der Elche“ vom 29. Oktober 2007, die sich mit der Herkunft dieses Spruchs befasst). Wer könnte da widerstehen?

Das Eintrittsgeld – moderate fünf Euro – ist den Besuch allemal wert: Sie kriegen mehr zu lachen als im Kino und haben noch Geld für den Kaffee nebenan übrig. Bis 11. Januar sind die Werke von Bernd Pfarr zu sehen, anschließend stellen die aus dem Satiremagazin Titanic bekannten Cartoonisten Achim Greser und Heribert Lenz dort aus.

Ab 29. April 2009 folgt der auch aus Zeit, FAZ und SZ-Magazin bekannte Hans Traxler. Wenn Sie hingehen (Wegbeschreibung im Internet unter www.caricatura-museum.de), grüßen Sie bitte den Elch von mir!

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
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Aufstieg zur Weltmacht

17. November 2008

Heute geht es in unserem Newsletter gleich noch einmal um England. Anlass gibt die Namensvorgängerin der aktuellen Regentin: Vor 450 Jahren, am 17. November 1558, bestieg Elisabeth I. den Thron. Zu Beginn sah es nicht nach einer 45-jährigen königlichen Karriere aus. Daheim stritten sich Katholiken und Protestanten, Frankreich hatte gerade Calais von England zurückerobert, und im Staatssäckel herrschte Ebbe.

Zu allem Übel erkannten die Franzosen Elisabeth nicht als Königin an und unterstützten den Thronanspruch der katholischen Schottin Maria Stuart. Die andere Kontinentalgroßmacht Spanien versuchte, diese Situation auszunutzen und die britische Monarchin mit einem Mitglied aus seinem Königshaus zu verbandeln. Elisabeth blieb standhaft. Sie heiratete nicht und rüstete ihrerseits eine Flotte aus, die mit der spanischen mithalten konnte. Dazu verhalf ihr der Admiral und Abenteurer Francis Drake: Die Kaperzüge des später sogar in den Adelsstand erhobenen Kapitäns spülten Geld in Englands klamme Kassen.

Leidtragende waren die Spanier, deren Handelsschiffe Beute des Piraten von königlicher Gnade wurden. Als die Flotte, die Spaniens König Philipp II. zu einer Strafexpedition aussandte, 1588 zunächst an den Briten und später im Sturm scheiterte, hatte England freie Bahn auf den Weltmeeren. Ihrer innenpolitischen Rivalin wusste sich Elisabeth ebenfalls zu endledigen: Sie ließ Maria Stuart einfach einen Kopf kürzer machen. Als Elisabeth am 24. März 1603 starb, war England von einer drittrangigen Provinzgröße zur Weltmacht Nummer eins aufgestiegen.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
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