Englands Nationaldichter
Dienstag, 9. Dezember 2008Wie heißt Englands Nationaldichter? Die Antwort auf diese Frage lautete nicht immer „William Shakespeare“. Ein anderer, gleichwohl jüngerer, hatte ihn lange Zeit von dieser Position verdrängt. Es war der Dichter und Bühnenautor John Milton, dessen Geburtstag sich heute zum 400. Mal jährt.
Ihm widmete zum 200. Geburtstag der bereits in unserem Newsletter erwähnte William Blake nicht nur ein berühmt gewordenes Gedicht. Blake illustrierte auch Miltons Hauptwerk über das verlorene Paradies. Als Paradise Lost 1667 erschien, war Milton bereits ein berühmter Mann. Das lag nicht nur an seinen Gedichten und Schauspielen.
Miltons wirkungsvollstes Schriftstück war ein politisches: In der Aeropagitica trat der Mann der Feder für Glaubens-, Gewissens- und Pressefreiheit ein und legte die Grundlage für die urbritische Tradition des Liberalismus. Milton hatte aber auch seine dunklen Seiten: In seiner Verteidigung der englischen Republik – ihre Gründung folgte 1649 auf die Abschaffung der Monarchie - gegen den Widerspruch vor allem der anglikanischen Kirche ging er so weit, dass er die Hinrichtung von König Charles I. guthieß. Seiner Reputation als Dichter und Freigeist tat dies keinen Abbruch. Bis heute wird Milton von den Briten verehrt, seine Gedichte und Texte stehen in jedem Schulbuch. Nur als Nationaldichter wurde er von Shakespeare wieder überholt.
Autor von Small-Talk-Themen.de


