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Eine lange Winterpause wird es in der Fußball-Bundesliga so schnell nicht mehr geben. Im nächsten Jahr treten die Vereine schon Mitte Januar zur Rückrunde an. Eine Änderung gibt es bereits in der aktuellen Saison: Zum ersten Mal seit 17 Jahren steigen nur zwei Mannschaften direkt ab. Der Drittletzte streitet sich mit dem Dritten der Zweiten Liga in Hin- und Rückspiel um den noch freien Bundesligaplatz.

Den bislang letzten Vergleich entschied 1991 der Zweitligist Stuttgarter Kickers gegen den FC St. Pauli. Schlagzeilen machten in der Winterpause zwei Personalien: Der bei den Bayern unglückliche Lukas Podolski kann im Sommer in die rheinische Heimat zurückkehren. Die Reintegration des dann einzigen deutschen Nationalspielers dürfte für den Kölner Trainer nicht einfach werden. Vielleicht löst Christoph Daum das Problem schon in der Rückrunde: Steigt er mit dem FC ab, kommt auch Podolski nicht. Tragischer ist da schon der im Training erlittene Kreuzbandriss des Vedad Ibisevic: 18 Tore hatte der Stürmer des Aufsteigers Hoffenheim in 17 Spielen der Vorrunde geschossen. Dem wird er in dieser Saison keinen weiteren hinzufügen. Ob sein Verein die Tabellenführung verteidigen kann, ist daher mehr als fraglich.

Hinter dem Überraschungsteam aus Baden lauern die punktgleichen Bayern. Sie wollen heute abend zum Rückrundenauftakt beim Hamburger SV gleich mal alle drei Punkte einfahren – und nach dem 5:1-Pokalsieg in Stuttgart ist dieses Vorhaben so unrealistisch nicht.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
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„Er fiel im Oktober 1918, an einem Tag, der so ruhig und still war an der ganzen Front, dass der Heeresbericht sich nur auf den Satz beschränkte, im Westen sei nichts Neues zu melden“: So endet der Roman Im Westen nichts Neues, der heute vor 80 Jahren in die Buchläden kam.

Es ist die Geschichte eines jungen Soldaten im Ersten Weltkrieg: Paul Bäumer wird von der Schulbank weg eingezogen, zusammen mit seiner kompletten Schulklasse. Alle haben sich auf Initiative ihres Lehrers freiwillig gemeldet und können es nicht erwarten, endlich Pulverdampf zu riechen. Doch der Alltag in den Schützengräben ist ernüchternd. Einer nach dem anderen kommen sie zu Tode. Am schlimmsten erwischt es Paul: Er muss so viele Kameraden sterben sehen – und darf den Krieg am Ende doch nicht überleben.

Dem Autor Erich Maria Remarque verhalf seine Geschichte zu Weltruhm. Die Redewendung All quiet on the Western front – gleichzeitig der Titel der englischen Übersetzung – ist im angelsächsischen Sprachbereich zu einem geflügelten Wort geworden. Noch im Erscheinungsjahr wurde der Roman in 25 Sprachen übertragen; mittlerweile sind es doppelt so viele geworden. Die Zahl der weltweit verkauften Exemplare dürfte bei annähernd 20 Millionen liegen. Den Nobelpreis heimste 1929 jedoch ein anderer Deutscher ein, für einen Roman, den er 28 Jahre zuvor veröffentlicht hatte. Es war Thomas Mann mit seinen Buddenbrooks. Verstehe einer das Stockholmer Komitee: Auch in den Jahren danach ging Erich Maria Remarque bei jeder Literaturnobelpreisvergabe leer aus.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
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Grover Cleveland ist eingefleischten Lesern dieses Newsletters ein Begriff. Als bislang einziger Inhaber des höchsten Amtes der Vereinigten Staaten sorgte er dafür, dass im Weißen Haus Präsidentennachwuchs zur Welt kam. So geschehen im Jahre 1893.

Es gibt eine weitere Besonderheit, mit der Cleveland aufwarten kann. Er ist schuld, dass Barack Obama zum 44. Präsidenten der USA gekürt wurde – und nicht zur Nummer 43. Cleveland diente – nichts Ungewöhnliches – seinem Land in zwei Amtszeiten. Ungewöhnlich ist nur die Tatsache, dass dazwischen jemand anderes regierte: Die Wahl am Ende von Clevelands erster Legislaturperiode gewann der Republikaner Benjamin Harrison. Der machte seinen Präsidentenjob nicht besser als sein Vorgänger. Im Gegenteil: Bei der nach vier Jahren fälligen Wiederwahl streikten viele seiner Anhänger und gaben lieber Cleveland, der erneut antrat, seine Stimme. Sie hielten den Demokraten für das kleinere Übel. Da Clevelands Amtszeiten (1885 bis 1889 sowie 1893 bis 1897) nicht unmittelbar einander folgten, wird er bei der Auflistung aller US-Präsidenten zweimal gezählt.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
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Er verkaufte Coca Cola auf der Straße, später handelte er mit Nähmaschinen. Erfolgreicher waren seine Bemühungen um eine reiche Araberin. Als Samira ihm das Jawort gab, hatte Mohamed Al-Fayed aus dem ägyptischen Alexandria seine finanziellen Probleme für immer hinter sich gelassen. Dafür tauchten neue Schwierigkeiten auf. Samira war die Tochter des berüchtigten Waffenhändlers Adnan Kashoggi. Aus diesem Grund wollte zunächst niemand Handel mit dem Neureichen treiben, obwohl dessen eben erst gegründete Reederei durchaus funktionstüchtig war.

Die richtig guten Geschäfte machte Al-Fayed ohnehin unter der Hand. 1979 war er so reich geworden, dass er in einer Nacht-und-Nebel-Aktion das renommierte Pariser Hotel Ritz kaufen konnte. Noch mehr Nebel muss beim Erwerb des berühmten Londoner Kaufhauses Harrods im Spiel gewesen sein. Jedenfalls wurde ihm der Deal nicht nur von der britischen Geschäftswelt krumm genommen: Bis heute bemüht sich Al-Fayed vergeblich darum, die britische Staatsangehörigkeit zu erhalten. Sein Sohn Dodi trat da schon seriöser auf; zumindest vermochte er das Herz der britischen Prinzessin Diana zu erweichen. Die Liebe der Beiden endete tragisch und bewahrte das britische Königshaus vor einem Konflikt mit der Regierung. Vater Mohamed war sehr traurig – aber nicht lange. Er tröstete sich mit dem Erwerb des Londoner Traditionsfußballclubs FC Fulham, den er aus jahrzehntelangem Niedergang erlöste und bald bis in die höchste Spielklasse führte. Dort spielt der Verein noch heute.

Wenn Mohamed Al-Fayed an diesem Tag seinen 80. Geburtstag feiert, werden ihn Glückwünsche von vielen Seiten erreichen, zumal er in den letzten Jahren immer häufiger als Wohltäter in Erscheinung tritt. Nur das mit der Staatsangehörigkeit wird wohl nichts mehr werden.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
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Heute ist Nationalfeiertag auf dem zweitsüdlichsten Kontinent: Die Australier gedenken der Ankunft der ersten weißen Siedler heute vor 220 Jahren. Was für die Ankömmlinge in der Rückbetrachtung nach einer grandiosen Erfolgsgeschichte aussieht, bedeutete aus Sicht der Ureinwohner einmal mehr eine schreckliche Begegnung mit europäischen Eroberern.

Das liest sich ganz einfach aus jeder australischen Einwohnerstatistik. Bis heute ist der Anteil der Aborigines an der Gesamtbevölkerung auf ganz zwei Prozent geschrumpft. Es waren auch für abendländische Verhältnisse merkwürdige Gestalten, die an jenem 26. Januar 1788 in der Botany Bay an Land gingen: rund 1000 überwiegend britische Kriminelle, die in der Heimat nicht Fuß zu fassen vermochten und derer sich die Justiz durch Deportation möglichst weit weg vom Mutterland für immer zu entledigen suchte. Das klappte so gut, dass man jedes Jahr zwei neue Schiffe mit Sträflingen in die neue Kolonie entsandte. Später wurden auch Nichtkriminelle zur Einwanderung zugelassen.

Inzwischen hat sich Australien zum – nach den USA und Kanada – beliebtesten außereuropäischen Ziel für Auswanderer entwickelt. Aus Deutschland wagten im Jahr 2007 von 161000 Emigranten 3300 den Schritt ins Land down under. Nur für die Aborigines hat sich der Multikulti-Traum auf ihrer ureigenen Insel nicht erfüllt. Australien ist ein durch und durch weißes Land. Immerhin wird den Ureinwohnern seit anderthalb Jahrzehnten ein Besitzrecht am Boden eingeräumt, wenn auch nur ein gemeinsames mit den eingewanderten Volksgruppen. Eine offizielle Entschuldigung der australischen Regierung für in der Vergangenheit begangenes Unrecht steht nach wie vor aus.

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Manchmal sind es Kleinigkeiten, die eine Katastrophe auslösen, und gelegentlich sind es Katastrophen, die sich in einen Glücksfall verwandeln. Einen solchen Katastrophenglücksfall erlebte die westnorwegische Hafenstadt Alesund heute vor 105 Jahren.

Zunächst fiel in einer Margarinefabrik eine Petroleumlampe um. Das durch das Fett gut genährte Feuer fraß sich nicht nur durchs Firmengelände, sondern legte sämtliche 850 Holzhäuser der Alesunder Innenstadt in Schutt und Asche. 10 000 Einwohner waren in einer Nacht obdachlos geworden. Zum Glück hatte Norwegen und vor allem die pittoreske Westküste des Landes einen großen Liebhaber im Ausland. Der hieß Wilhelm und war gleichzeitig Kaiser des Deutschen Reiches.

Als er von dem Unglück erfuhr, entsandte er sofort ein Schiff mit Lebensmitteln und Medikamenten in die Stadt, in der er häufig seinen Urlaub verbracht hatte. Drei weitere mit Baumaterial beladene Transportkähne schickte er hinterher. Sämtliche Kosten bestritt der Monarch aus seiner Privatschatulle. Es folgte der Wiederaufbau eines kompletten Stadtzentrums im Jugendstil, weshalb Alesund heute von nicht wenigen Reiseführern als schönster Ort Norwegens bezeichnet wird.

Der letzte deutsche Kaiser ist den Norwegern in weitaus besserem Gedächtnis geblieben als den Weltkriegsverlierern seines Heimatlandes. Zum Dank haben sie in Alesund die größte Straße der Innenstadt nach Wilhelm II. benannt. Bestimmt wird dort auch in vier Tagen, am 27. Januar, der 150. Geburtstag des letzten deutschen Kaisers gefeiert.

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Vor 100 Jahren gründete Wassily Kandinsky in München die avantgardistische Neue Künstlervereinigung. Geometrische Linien waren das Erkennungszeichen des aus Moskau stammenden Künstlers, mit dem die braven Landeshauptstädter zunächst wenig anfangen konnten. Da half es auch nicht, dass Kandinsky gemeinsam mit seinem Freund Franz Marc ausstellte. Dessen blaue und gelbe Pferde hielten selbst die Galeristen für „Sudelzeug“ (siehe unseren Newsletter Blaue Pferde, verwirrende Linienvom 13. November 2008).

Kandinsky sah das natürlich anders: „Gelb“, dozierte er einmal, „beunruhigt den Menschen, regt ihn auf und zeigt den Charakter der in der Farbe ausgedrückten Gewalt, die schließlich frech und aufdringlich auf das Gemüt wirkt. Diese Eigenschaft des Gelbs kann zu einer dem Auge und dem Gemüt unerträglichen Höhe und Kraft gebracht werden. Bei dieser Erhöhung klingt es wie eine immer lauter geblasene Trompete oder ein in die Höhe gebrachter Fanfarenton.“

Offen für solche Farb-Töne war – lange bevor etwa eine große deutsche liberale Partei Gelb und Blau für sich entdeckte – der Galerist Hanns Goltz. Indem er Marcs und Kandinsky Bilder in seinem Salon präsentierte, verhalf er dem Expressionismus in Deutschland zum bis dahin ungeahnten Siegeszug. „Die Kunst“, stellte Kandinsky wohl zu Recht fest, „ist ein kompliziertes Phänomen.“

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Die Landtagswahl ist vorbei, jetzt können sich die Hessen wieder den wirklich interessanten Dingen widmen. Etwa der Kultur: Da hat die Metropole Frankfurt etwas in Deutschland Einmaliges zu bieten.

Heute wird im Caricatura-Museum eine neue Ausstellung eröffnet: Achim Greser und Heribert Lenz – den Lesern der Frankfurter Allgemeinen Zeitung wohlbekannt – zeigen dort ihre neuesten Cartoons. Ganz verzichten können die satirischen Federschwinger auf die Politik nicht. Zu erfolgreich waren ihre zeichnerischen Schöpfungen, etwa der einem ehemaligen Bundesinnenminister nicht unähnliche Superman-Verschnitt mit Riesenohren, der auf den Namen Genschman hörte. Oder die als Rote Strolche verulkten und als Ente, Dachs und Ziege dargestellten sozialdemokratischen Ex-Hoffnungsträger Björn Engholm, Oskar Lafontaine und Rudolf Scharping. Nicht auszudenken, was demnächst mit Thorsten Schäfer-Gümbel passieren wird! Dessen Vorgängerin Andrea Ypsilanti hatte vor der Landtagswahl in einem Greser-Lenz-Cartoon das Orakel von Hessen aufgesucht. Und folgende Antwort erhalten: “Eher tut ein Kamel dorsch einen Ringel Flaaschworscht springe, als dass Ihne eine Koalition wird gelinge. Wenn de Handkäs uffhört zu stinke, klappt aach die Sach mit dene Linke.”

Die Ausstellung um Achim Greser und Heribert Lenz ist bis zum 19. April in Frankfurt zu sehen. Näheres dazu im Internet unter www.caricatura-museum.de.

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Heute wird der 44. Präsident der Vereinigten Staaten in sein Amt eingeführt. Die Welt ist gespannt, was Barack Obama mit Blick auf die nächsten vier Jahre anzukündigen hat. Gewiss wird er sich an großen Amtsvorgängern orientieren.

Vielleicht auch an George Washington: Dessen Antrittsrede 1789 war nicht nur die erste, sie war zugleich auch die kürzeste aller US-Präsidenten. Washington kam mit 135 Wörtern aus. Eine sehr staatsmännische Rede zur Amtseinführung hielt 1861 Abraham Lincoln, als er gegenüber den rebellierenden Südstaaten einen recht versöhnlichen Ton anschlug. Deren Abspaltung und den daraus resultierenden Bürgerkrieg konnte Lincoln jedoch nicht verhindern. Die längste Inaugurationsrede lieferte William Henry Harrison: 9000 Wörter in 2 Stunden. Dazu blies ein eisiger Januarwind, der Rednern und Zuhörern zu schaffen machte.

Hoffentlich nimmt sich Obama den Anfang 1841 ins Präsidentenamt eingeführten Harrison nicht zum Vorbild: Der lag am Tag nach seinem Redemarathon mit Lungenentzündung im Bett. Zwei Monate später war er tot. Die Antrittsreden aller US-Präsidenten – von Washington bis Bush junior und demnächst auch Obama – finden Sie hier.

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Tod in Nizza

19. Januar 2009

Fünf große Bücher schrieb Bruce Chatwin in seinem kurzen Leben. Alle spielen auf verschiedenen Kontinenten: In Traumpfade folgt er den australischen Ureinwohnern auf verschlungenen Wegen, deren Landkarten nur in ihren Köpfen existieren. Utz ist eine Hommage an einen in Prag leben- und sterbenden Sammler Meißener Porzellans. Der Vizekönig von Ouidah handelt von brasilianischen Sklaven und deren wieder in Westafrika siedelnden Nachkommen (Regisseur Werner Herzog verfilmte den Stoff unter dem Titel Cobra Verde).

In Patagonien begibt sich Chatwin auf Spurensuche englischer und walisischer Einwanderer in den Südzipfel Argentiniens. Sein einziger Roman Auf dem schwarzen Berg spielt in Chatwins Heimat, auf der britischen Insel. Es geht um ein Zwillingspaar, das zeitlebens nie länger als ein paar Tage getrennt wird. Nur ihr Ende erleben die beiden Brüder an verschiedenen Orten, doch sterben sie beinahe zeitgleich.

Bevor Bruce Chatwin Schriftsteller wurde, arbeitete er im Londoner Auktionshaus Sotheby’s. Vielleicht stammt daher sein knapper Erzählstil und die Fähigkeit, alles markant auf den Punkt zu bringen. Unheilbar an Aids erkrankt, brach Chatwin im Winter 1988 zu seiner letzten großen Reise auf. Sein Ziel war die Sahara, wo er bei seiner Lieblingsbeschäftigung sterben wollte: dem Wandern. Doch bis dahin schaffte er es nicht mehr. Der Tod ereilte den Entkräfteten vor zwanzig Jahren, am 18. Januar 1989, in einem Hospital in Nizza. Er wurde nur 48 Jahre alt. Geblieben ist dem so früh Verstorbenen der Ruhm: Inzwischen wird Bruce Chatwin als einer der größten britischen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts gehandelt.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
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