Morgen ist der Tag der Arbeit, an dem in Deutschland nicht gearbeitet wird (und folglich auch unser Newsletter nicht erscheint). Ein Feiertag ist der 1. Mai auch in anderen westlichen Industrienationen; nur die Vereinigten Staaten und Kanada begehen ihren Labor Day jeweils am ersten Montag im September.
Noch anders verhält es sich in den Niederlanden: Dort ist der 1. Mai nicht arbeitsfrei, dafür aber der 30. April. Gefeiert wird der Koninginnedag. Anlass ist der Geburtstag der Königin Juliana, der Mutter der heutigen Throninhaberin Beatrix. Juliana kam am 30. April 1909, heute vor 100 Jahren, zur Welt.
Die Ursache, warum der Geburtstag der aktuellen Königin nicht Nationalfeiertag wurde, ist im schlechten Wetter zu suchen: Das herrscht gewöhnlich am 31. Januar, dem Tag, als Beatrix geboren wurde, und soll laut ausdrücklichem Wunsch der Königin den Niederländern nicht die Festtagslaune vermiesen.
Und noch eine Vorsorge für ausgelassene Stimmung wurde in unserem Nachbarland getroffen: Fällt der 30. April auf einen Sonntag, wird der Nationalfeiertag einfach um einen Tag vorverlegt.
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Wann begann die Autokrise? Heute vor fünf Jahren, würden nicht wenige Amerikaner antworten. An diesem Tag verließ der letzte Oldsmobile die Fertigungshalle in Lansing im Bundesstaat Michigan. Doch sollte jenes Exemplar schon keinen Meter Straße mehr befahren. Es wurde schnurstracks ins Museum überführt, wo es einen Platz neben seinen Vorgängermodellen gefunden hat. Damit war die 107-jährige Geschichte der nach Mercedes und Peugeot und vor Ford und Chrysler drittältesten Automarke der Welt zu Ende.
Nicht nur im Museum, auch in einigen Popsongs überlebt das Auto. So besang Tom Waits in The Heart of Saturday Night die typische Samstagabendbeschäftigung von Generationen pubertierender US-Boys: „Du hast ihn gerade aufgetankt und sitzt hinterm Steuer, in deinem Arm deine Süße, und rollst mit deinem Oldsmobile über den Boulevard.“ Endgültig vorbei die Zeiten, in denen die Mädchen in chromblitzende Spritschleudern stiegen, um eine repräsentative Innenstadtfahrt geboten zu bekommen.
Seit drei Jahrzehnten meistverkauftes Auto in den Vereinigten Staaten ist der Ford Pickup. Den hohen Spritverbrauch hat er mit dem Oldsmobile gemeinsam. Leider sitzt es sich auf der Ladefläche eines Pritschenwagens weit weniger bequem. Doch auch das wird bald vergangener Luxus sein, wenn sich infolge der Auto- und Energiekrise junge Amerikaner in einen importierten Nissan Micra quetschen müssen. Gibt es den wenigstens in einer Cabrioversion?
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Der liebe Gott hat uns zwei Ohren gegeben, damit wir den Lärm um uns herum besser vertragen – und einen Mund, damit wir dagegen anschreien können. Doch es geht auch anders, findet das Lärminformationsportal. Die Betreiber dieser Internetseite haben sich den Kampf gegen die akustische Umweltverschmutzung auf die Fahnen geschrieben.
Dabei geht es nicht nur um die altbekannten Erreger wie Flug- und Straßenverkehrslärm, durch die sich zwei von drei Bundesbürgern jeden Tag aufs Neue erheblich gestört fühlen. Auch andere Verursacher, die aus Schall Lärm machen, sollen aufgespürt, an den Pranger gestellt und wirksam eingedämmt werden – samt ihrer gesundheitlichen Folgen wie Hörschäden, Schlafstörungen und Erkrankungen des Herz- und Kreislaufsystems. Auch soll die Tatsache nicht außer Acht gelassen werden, dass die Lebensqualität unter dem alltäglichen Krach leidet: Können Sie sich etwa daran erinnern, wann Sie zuletzt 15 Sekunden komplette Ruhe genossen haben?
Letzteres ist Gegenstand eine der Aktionen, die am heutigen Tag gegen Lärm auf ruhigere Alternativen aufmerksam machen sollen. Mehr darüber erfahren Sie bei einem Besuch der Webseite www.tag-gegen-laerm.de.
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Design oder nicht sein? Diese Frage ist heute Gegenstand unseres Newsletters, bei dem es um das Zusammenwirken von Form und Inhalt geht. „Design“, sagte einmal der japanische Architekt Kiyoshi Sakashita, „steht heute vor Funktion und Preis an erster Stelle.“ Das heißt doch nichts anderes, als dass das Nichts, das verkauft werden soll, schön verpackt werden muss
Einspruch!, meint der Theologe Rainer Erlinger, der für das Magazin der Süddeutschen Zeitung wöchentlich eine Gewissensfrage der Leser beantwortet: „Ein Designer kann sich ebenso wenig wie jeder andere auf den Standpunkt zurückziehen, was aus seiner Arbeit entsteht, gehe ihn nichts an. Design ist Gestaltung, und zu gestalten beinhaltet Verantwortung.“
Da würde ihm die icograda – die Abkürzung steht für International Council of Graphic Design Associations – voll zustimmen. Die im kanadischen Montreal beheimatete Organisation hat es sich nicht nur zur Aufgabe gemacht, „die gesellschaftliche Bedeutung des Grafikdesigns und der visuellen Kommunikation“ zu fördern. Wichtig ist ihr, dass diese einhergeht mit der Befolgung höchster ethischer und ökologischer Standards. Design hat icograda zufolge sehr wohl eine moralische und auch eine gesellschaftliche Verantwortung. Auf Beides soll am heutigen Welttag des Designs ganz besonders hingewiesen werden.
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Putzige Vierbeiner sind ein beliebtes Thema dieses Newsletters. Doch heute geht es nicht um Tiere, sondern um den größten Freund der Tiere. Der hieß Bernhard Grzimek und war Professor, Zoodirektor und überhaupt eine Institution. Seit Oktober 1956 erschien er jede Woche dienstags den Fernsehzuschauern mit der Sendung „Ein Platz für Tiere“. Das Schema war stets das gleiche: Drei bis vier Filme über meist exotische Exemplare; dazwischen warnte der Naturliebhaber vor den Folgen von Umweltzerstörung und der bevorstehenden Ausrottung bestimmter Arten.
Nicht nur die Filme waren gut gemacht, auch sich selbst wusste Frankfurts oberster Tiergärtner gut zu inszenieren: Am Anfang jeder Sendung hatte er ein kuscheliges Jungtier im Arm, das er seinem Zoo entliehen hatte und sich vor der Kamera für die Anliegen des Direktors instrumentalisieren ließ. Warum auch nicht? Grzimek wusste schon vor Jahrzehnten, was Werbefachleute inzwischen täglich praktizieren: Über den emotionalen Appell lässt sich das Interesse des Zuschauers am besten wecken. Dabei war Grzimek ein seriöser Forscher: Sein Film „Serengeti darf nicht sterben“ – bei den Dreharbeiten verunglückte Sohn Michael tödlich – wurde mit dem Dokumentarfilm-Oscar ausgezeichnet. Und auch der Zoo entwickelte sich prächtig, was 3,3 Millionen Besucher jedes Jahr aufs Neue bestätigen.
Grzimek war einer der ersten Direktoren, der in seinem Tierpark an Gefängnisse erinnernde Gitterstäbe durch Plexiglaswände ersetzte und das Füttern der Insassen kategorisch verbot.
Heute wäre Bernhard Grzimek – er starb 1987 während eines Zirkusbesuchs an einem Herzinfarkt – 100 Jahre alt geworden. Nicht nur die wissenschaftliche Arbeit des unermüdlichen Tierschützers hat überdauert. Auch einige moralische Appelle haben nichts von ihrer Überzeugungskraft eingebüßt. „Der einzige, der einen Ozelotpelz wirklich braucht„, redete Grzimek seinem Fernsehpublikum ins Gewissen, „ist der Ozelot selbst.„
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Den heutigen 23. April hat die UNESCO zum Welttag des Buches erklärt. Inspiriert hat die Weltkulturorganisation der Namenstag des Patrons von Katalonien. An Sant Jordi – wie der Heilige Georg im Nordosten Spaniens heißt – schenkt man sich in dieser Region gegenseitig Bücher. Der 23. April ist zudem der Todestag zweier Nationaldichter: des Engländers William Shakespeare und des Spaniers Miguel de Cervantes. Und noch ein berühmter Schriftsteller ist eng mit dem Datum verbunden: Immerhin ist der isländische Literatur-Nobelpreisträger Halldór Laxness an jenem Tag nicht gestorben, sondern geboren.
In Deutschland schenkt man sich zum 23. April gegenseitig Geschichten. Jedenfalls soll dies an unseren Schulen geschehen, geht es nach dem Wunsch des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels und der in Mainz ansässigen Stiftung Lesen (siehe dazu die Webseite www.stiftunglesen.de). Ich möchte Ihnen auch eine kleine Geschichte schenken. Sie dreht sich um einen viel versprechenden deutschen Schriftsteller und endet tragisch: Rolf Dieter Brinkmann, 1940 in Vechta geboren und von Vertretern der amerikanischen Beat Generation wie Allen Ginsberg und Jack Kerouac beeinflusst, fand zu einem neuen, in Deutschland bis dato nie gewesenen Stil. In atemlosem Stakkato haute er bildgewaltige Sätze heraus, ganz so, als stünde ihm nicht viel Zeit zur Verfügung, um all das zu sagen, was raus musste.
Immer wieder zog es Brinkmann von seiner Wahlheimat Köln nach London, wo der anglophile Autor sich vom Treiben der Weltstadt inspirieren ließ. Auf Besuch in Cambridge – in der Universitätsstadt war er zu einem internationalen Lyrikertreffen eingeladen – nahm Brinkmann sich zu wenig Zeit beim Überqueren einer Straße, und so endete das Leben eines hoffnungsvollen Pop-Literaten, eine Woche nach seinem 35. Geburtstag, am 23. April 1975 unter den quietschenden Reifen eines Automobils. Wenn Sie mehr über den Rastlosen erfahren wollen, gehen Sie doch mal auf die Webseite www.rolf-dieter-brinkmann-gesellschaft.de.
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Er hätte auch mit Kartenspielen oder Billard sein Geld verdienen können, denn er wusste sowohl seinen Kopf als auch seine Hände geschickt einzusetzen. Aber für eine solche Karriere wäre es wohl nötig gewesen, seine Heimatstadt zu verlassen. So blieb er sein Leben lang an seinem Geburtsort, ließ sich jeden Morgen um Viertel vor Fünf von seinem Hausdiener wecken und ging abends pünktlich um Zehn ins Bett. Täglich unternahm er einen langen Spaziergang; häufig lud er Freunde zum Mittagessen ein, bei dem es grundsätzlich nie um Geschäftliches ging.
Sein Geschäft, das war die Philosophie, deren vielleicht bedeutendster Vertreter er im Zeitalter der Aufklärung war. Von ihm stammt die Forderung: „Handle so, dass die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könne.“ Jeder Mensch sollte laut Kant nur seinen Idealen verpflichtet sein, nicht aber seine eigenen egoistischen Zwecke verfolgen.
Eine solche Forderung ist natürlich utopisch, aber man kann es ja mal versuchen. Kant war schließlich Idealist, und sein kategorischer Imperativ – so die in der Philosophie gängige Bezeichnung des oben zitierten Satzes – hat die Welt vielleicht ein wenig besser gemacht. Zumindest hat er bei der Entwicklung von Gesetzen, Grundrechten und Verfassungen geholfen, die das Zusammenleben von Menschen erträglicher gestalten und in immer komplexer werdenden Gesellschaften die notwendige Orientierung bieten.
Heute vor 285 Jahren ist Immanuel Kant im ostpreußischen Königsberg, dem heutigen Kaliningrad, geboren. Dort starb er, fast 80-jährig, im Jahr 1804.
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Kleiner Nachtrag zu gestern: Da haben wir ja gelernt, dass es entscheidend ist, wann wir unsere Aufgaben erledigen. Das finden auch der ungarischstämmige Psychologe Mihaly Csikszentmihalyi von der Universität Chicago und der Heidelberger Professor Felix von Cube: Sie untersuchten, wann Sportler, Kletterer, Schachspieler und Manager optimale Leistungen erzielen. Ihre Antwort: im Flow. So heißt der Zustand, der Höchstleistung mit Wohlbefinden vereint.
Wie aber erreichen Sie an Ihrem Schreibtisch den idealen Zustand, in dem Sie in Ihrer Arbeit aufgehen? Am besten können Sie sich konzentrieren, wenn Sie ein bisschen stärker als üblich gefordert werden und etwas mehr als gewöhnlich geben können. Sind Sie zu wenig gefordert, langweilen Sie sich. Bei Überforderung geraten Sie in negativen Stress. Daher sollten Sie dafür sorgen, dass Sie jeder Aufgabe – von Routinearbeiten einmal abgesehen – etwas Spezielles abgewinnen können: einen Aspekt, der Ihnen besonders gefällt; ein Detail, auf das Sie sich besonders freuen.
Den Flow-Zustand hat es sicher schon gegeben, bevor Mihaly Csikszentmihalyi ihn wissenschaftlich untersucht hat. Etwas salopp hat man ihn als Spaß an der Arbeit bezeichnet. Manchmal stellt er sich erst ein, wenn diese vorbei ist. Auch darauf kann man sich freuen.
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Ich bin ein Multitaskingtalent und deshalb äußerst effizient: Dieser Irrglaube ist es, der verhindert, dass wir so viel leisten, wie wir eigentlich könnten. Statt unsere Stärken sinnvoll einzusetzen, verzetteln wir uns.
Das sagen nicht nur Beate Schneider und Martin Schubert, die Autoren des soeben erschienenen Leitfadens „Die Multitaskingfalle – und wie man sich befreit.“ Das schreiben auch US-Hirnforscher im Fachblatt Journal of Experimental Psychology:
Demnach kostet das Umschalten zwischen verschiedenen Aufgaben mehr Zeit, als durch gleichzeitige Tätigkeiten eingespart wird. Die Wissenschaftler beobachteten Versuchspersonen, die gleichzeitig mehrere Aufgaben zu lösen hatten. Dabei zeigte sich, dass der Wechsel zwischen den Aufgaben viel Zeit in Anspruch nahm. Waren diese den Teilnehmern nicht bestens vertraut, mussten sie sich bei jedem Sprung zu einer anderen Aufgabe zeitraubend wieder einarbeiten. Das Fazit der Wissenschaftler: Konzentriertes Abarbeiten von Aufgaben nacheinander ist wesentlich effizienter als Multitasking.
Wichtig beim Konzentrieren auf die jeweilige Aufgabe, so Schneider und Schubert, ist auch, wann sie angegangen wird: Dabei sollte man bewusst auf leistungsstarke und leistungsschwache Zeiten achten:
In ersteren werden die wirklich wichtigen und auch komplizierten Arbeiten erledigt, die höchste Konzentration erfordern, in letzteren die nachrangigen Tätigkeiten. Mit Sofortrezepten gegen den Hang zum Multitasking warten die Autoren nicht auf. Statt dessen zeigen sie für verschiedene Charaktere und Arbeitsstile einen Weg auf, der in einem längeren, dafür aber erfolgversprechenden Prozess zu mehr Effizienz führt.
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Všechno včas, das fragte ich Sie gestern, ist tschechisch und heißt auf Deutsch: Alles klar? War ja auch nicht so einfach mit den böhmischen und südrussischen Dörfern. Heute bleiben wir in Böhmen. Als das Land Teil der Tschechoslowakei war, durfte es den Prager Frühling und musste es die sowjetische Invasion erleben (siehe dazu unsere Newsletter vom 21. August („Überwintern mit Bier“) und 13. Mai 2008 („Der Prager Frühling - mehr als nur Musik“)).
Damals hieß der Mann an der Spitze der kommunistischen Partei und damit des Staates Alexander Dubček. Heute vor 40 Jahren musste er seinen Platz räumen, und Gustav Husák übernahm die Regierung in Prag. Dubček wurde zunächst als Botschafter in die Türkei versetzt, dann aus der Partei geworfen und schließlich als Buchhalter einer Holzfabrik in die slowakische Provinz abgeschoben. Mit der samtenen Revolution 1989 und dem Ende des Kommunismus erlebte Dubček ein unverhofftes Comeback als Politiker, das durch einen tödlichen Autounfall 1992 jäh beendet wurde.
Unter Dubčeks Nachfolger, einem kommunistischen Hardliner streng auf Kurs des großen sowjetischen Bruders, war das Leben in der Tschechoslowakei keineswegs so lustig wie der Name des neuen Machthabers: Gustav Husák heißt ins Deutsche übertragen Gustav Gänserich.
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