„Junge Leute können von meinem Beispiel erlernen, das etwas von nichts kommen kann. Was ich geworden bin, ist das Resultat meiner harten Bemühungen.“ Er hat tatsächlich sehr hart gearbeitet. Davon zeugen 24 Opern, 83 Streichquartette und 104 Symphonien.
Bereits zu seinen Lebzeiten war der Tonkünstler ein Großer: Als Napoleon von Süden kommend Wien attackierte, stellte er eigens zum Schutz des großen Komponisten eine Ehrenwache ab. Gestorben ist Haydn während der Belagerung der Franzosen trotzdem – allerdings an Entkräftung. Das geschah am 31. Mai 1809, und 2 Jahrhunderte später ehrt sein Heimatland Österreich den führenden Vertreter der Wiener Klassik ein volles Jahr lang: mit Ausstellungen und Konzerten in Wien und in der burgenländischen Hauptstadt Eisenstadt, wo er wirkte; im niederösterreichischen Rohrau, wo er 1732 geboren wurde; und im ebenfalls niederösterreichischen Hainburg, wo er zur Schule ging.
Auch Deutschland hat dem großen Musiker viel zu verdanken, denn er vertonte unsere Nationalhymne. Wenn Sie mehr über Josef Haydn und die Festlichkeiten in seinem Jubiläumsjahr erfahren wollen, empfehle ich Ihnen die Internetseite www.haydn2009.at.
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Bevor Menschen ins All geschickt wurden, versuchte man es mit Tieren. Am 3. November 1957 wurde die Hündin Laika an Bord einer russischen Sputnik 2-Rakete in die Erdumlaufbahn geschossen. Das Tier überlebte nur wenige Stunden; dann starb Laika an Überhitzung und Stress.
Besser erging es Able und Baker: Heute vor 50 Jahren beförderte die amerikanische NASA die beiden Affen von Florida aus in den Weltraum. Nach einigen Stunden kehrte die Jupiter-Rakete ebenso wohlbehalten zur Erde zurück wie ihre Insassen. Das Rhesusäffchen Able konnte sich seiner Berühmtheit nicht lange erfreuen: Als ihm 3 Tage später ins Gehirn implantierte Messelektroden entfernt werden sollten, starb es während der Operation durch einen Anästhesiefehler. Besser erging es Baker: Das Totenkopfäffchen wurde noch Jahre später einer staunenden Öffentlichkeit präsentiert. Da hatte der Russe Juri Gagarin längst als erster Mensch die Erde im Weltall umrundet.
Baker sollte ihren Fluggefährten um fast 3 Jahrzehnte überleben: Sie starb Mitte der 1980er Jahre – und wurde in einem Ehrengrab für verdiente Astronauten beigesetzt.
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Noch ein Nachtrag zu unserem Newsletter von gestern und zum heutigen Champions League-Finale: „Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft.“ Diese Erkenntnis stammt vom Fußballfan Jean-Paul Sartre.
Im Hauptberuf war er Philosoph, doch ließ der seinem Metier gegenüber sehr kritisch eingestellte Franzose dies nicht gerne heraushängen: „Wenn zwei Philosophen zusammentreffen“, so seine Überzeugung, „ist es am vernünftigsten, wenn sie zueinander bloß ‚Guten Morgen’ sagen.“ Um seine Ideen zu verbreiten und sich Anhängern und Kritikern in weniger abgehobener Form mitzuteilen, wählte Sartre einen anderen Weg: das Theater. Den größten Erfolg hatte er mit seinem Drama Geschlossene Gesellschaft. Der Einakter – er gilt als Schüssel zum Verständnis von Sartres existentialistischer Philosophie – wurde heute vor 65 Jahren uraufgeführt.
Das Stück spielt in der Hölle. Zwei Frauen und ein Mann warten dort auf ihre Bestrafung. Doch die findet nicht statt. Statt dessen öffnet sich das Tor, alle könnten hinaus. Erst da erkennen sie, was ihnen blüht: Sie sind sich selbst ausgeliefert – in einer Welt, die ihnen keinerlei Hilfestellung gibt. Nur ein ganz kleines bisschen Trost: Mit der Hoffnungslosigkeit, sagte Sartre einmal, beginnt der wahre Optimismus.
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Sollte Manchester United das morgige Champions League-Finale gegen den CF Barcelona gewinnen, wäre dies in mehrfacher Hinsicht ein historisches Datum. Noch nie ist es seit Bestehen des Wettbewerbs einer Mannschaft gelungen, ihren Titel erfolgreich zu verteidigen. Dieses Kunststück würde United zudem einen Tag nach dem 100. Wiegenfest ihres berühmtesten Trainers vollbringen: Am 26. Mai 1909 wurde Matt Busby geboren. Den Schotte zog es nach Ende des zweiten Weltkriegs in Englands Norden.
Das von ihm betreute Team wurde 1952, 1967 und 1957 Landesmeister und spielte auch im Europapokal. Die Saison 1957/58 verlief besonders vielversprechend, als die Katastrophe über die Mannschaft hereinbrach. Beim Rückflug aus Belgrad – durch ein 3:3 gegen Roter Stern hatte man das Halbfinale erreicht – verunglückte die Maschine auf dem Flughafen von München-Riem. 8 von 11 Spielern, die zuvor noch auf dem Platz gestanden hatten, waren tot. Busby selbst wurde schwer verletzt. Noch im Krankenhaus leistete er einen Schwur: Gemeinsam mit Manchester United würde er diesen verdammten Europapokal gewinnen. 10 Jahre später erfüllte sich der Wunsch: In einem denkwürdigen Finale wurde Benfica Lissabon mit 4:1 nach Verlängerung besiegt. Damals galt Benfica als beste Mannschaft der Welt und ihr Mittelstürmer Eusebio als bester Spieler Europas.
Beim morgigen Aufeinandertreffen ist ManU wieder nicht Favorit: Barca hat diese Saison den spektakulärsten Fußball gezeigt – und in seinen Reihen mit dem Argentinier Lionel Messi den zurzeit wohl weltbesten Kicker. Matt Busby wird von seinem Logenplatz im Fußballhimmel seiner United die Daumen drücken.
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Wie finden Sie den Service in Deutschland, fragt jedes Jahr das Meinungsforschungsinstitut Allensbach und erhält als Antwort: Es wird besser. Zumindest in einigen Branchen ist das der Fall: in Hotels, Bäckereien und Restaurants, bei Taxifahrern und Handwerkern. Verschlechtert hat sich die Dienstleistungsbereitschaft dagegen bei den Tankstellen und im Autohandel. Am zufriedensten sind die Deutschen mit ihrem Friseur. Auch die Buchhändler und Apotheker schneiden sehr gut ab.
Kein Grund zur Beschwerde also? Das sieht ein Japaner, der seit vielen Jahren in Deutschland lebt, anders: Der Düsseldorfer Unternehmensberater Minoru Tominaga hält der Servicewüste Deutschland gerne den Spiegel vor: „In Japan sagte ich immer: Ich möchte zu meiner Bank gehen. In Deutschland muss ich zu meiner Bank gehen! Möchten Sie den Unterschied zwischen ‚möchten‘ und ‚muss‘ kennen lernen? In Japan wird man, wenn man eine Schalterhalle betritt, von einem Mitarbeiter an einem Info-Stand gefragt: ‚Was kann ich für Sie tun? Überweisung? Mache ich sofort! Möchten Sie inzwischen einen Kaffee oder Tee?‘ Was passiert, wenn ich in Deutschland zu einer Bank gehe?„
Die Frage muss jetzt nicht näher erläutert werden. Tatsache ist, dass Banken in der Allensbach-Umfrage immer ganz schlecht abschneiden. Über- oder, besser gesagt, untertroffen werden sie nur von den ehemaligen Bundesbehörden Telekom, Bahn und Post. Für die Angestellten dort hat Minoru Tominaga einen recht leicht zu befolgenden Tipp parat: Für ein Stirnrunzeln müssen 30 Muskeln angespannt werden, für ein Lächeln lediglich 13.
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Morgen ist, wie jedes Jahr am 23. Mai, Verfassungstag. Sollte Ihnen die Bedeutung dieses Datums auf den ersten Blick nicht klar sein, sei Ihnen an dieser Stelle schon mal verziehen. Lange Zeit hatte unsere Zweite Republik überhaupt keine Verfassung, sondern nur ein Provisorium. Dessen Geltungsdauer wurde in Artikel 146 festgelegt: „Dieses Grundgesetz, das nach Vollendung der Einheit und Freiheit Deutschlands für das gesamte deutsche Volk gilt, verliert seine Gültigkeit an dem Tage, an dem eine Verfassung in Kraft tritt, die von dem deutschen Volke in freier Entscheidung beschlossen worden ist.“
Als diese Zeilen vor exakt 60 Jahren das Grundgesetz beschlossen, konnte niemand ahnen, wann Deutschland wiedervereinigt wurde – und das sich bis dahin das Provisorium so trefflich bewährt haben würde. Was lag also näher, als beim Beitritt der ostdeutschen Länder das Grundgesetz in den Rang einer Verfassung zu erheben? Für einen arbeitsfreien Nationalfeiertag hat es dennoch nicht gereicht: Den begehen wir am 3. Oktober, dem Tag der Wiedervereinigung. Am 23. Mai wird aber traditionell alle 5 Jahre der Bundespräsident gewählt.
Morgen ist es wieder so weit: Dann dürfen sich 612 Bundestagsabgeordnete und noch einmal die gleiche Zahl an von den Parteien nominierten Wahlmännern und -frauen jemand aus dem Kandidatentrio aussuchen. Zur Wahl stehen neben dem Amtsinhaber Horst Köhler die Herausforderer Gesine Schwan von der SPD und der Linke Peter Sodann. Da bei einer Bundespräsidentenwahl auf eine Einschwörung der Fraktionsdisziplin verzichtet wird, kann es zu Überraschungen kommen. Wie vor fünf Jahren, als die von der CSU nominierte Wahlfrau Gloria von Thurn und Taxis statt Köhler Schwan wählte. Sie sei, so die Fürstin, nur ihrem Gewissen verpflichtet. Dieses Mal steht sie nicht auf der Liste der CSU-Wahlfrauen.
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Vierzig Tage lang, vom Ostersonntag an gerechnet, erschien Jesus seinen Jüngern und erzählte ihnen vom Reich Gottes, in das er bald einziehen würde. Danach erschien er ihnen wohl nicht mehr; jedenfalls berichten weder das Lukasevangelium noch die Apostelgeschichte Entsprechendes. Daraus lässt sich schließen, dass Jesus zu diesem Zeitpunkt aufgestiegen war. So entstand das Fest Christi Himmelfahrt.
Begangen wird es immer am sechsten Donnerstag nach Ostern. In Deutschland, Österreich und der Schweiz, aber auch in den protestantischen skandinavischen Staaten ist Christi Himmelfahrt ein gesetzlicher Feiertag. Sie brauchen also morgen ebensowenig zur Arbeit zu gehen wie die Redaktion unseres Newsletters, der an diesem Tag nicht erscheint. Etwas seltsam mutet der Umstand an, dass die erzkatholischen Länder Italien und Polen Christi Himmelfahrt als Feiertag abgeschafft haben.
An der Macht der katholischen Kirche sind in Rom und Warschau schon manche Gesetzesvorhaben gescheitert. Beim Beschluss, den Feiertag auf den kommenden Sonntag und damit in den rein religiösen Bereich zu verlegen, werden handfeste weltliche Motive eine Rolle gespielt haben: Das Extra an Steuereinnahmen, das ein zusätzlicher Arbeitstag beschert, übersteigt das Fassungsvermögen sämtlicher Klingelbeutel.
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England und sein Königshaus: Diese beiden Begriffe sind seit Jahrhunderten eng miteinander verbunden. Und doch gab es eine Zeit, in der das Land eine Republik war. Sie begann heute vor 360 Jahren und dauerte bis zur Inthronisation Karls des Zweiten 1660. Der erste englische König dieses Namens war am 30. Januar 1649 auf dem Schafott geendet.
Neuer starker Mann auf der Insel wurde Oliver Cromwell, ein für die damalige Zeit recht sozialer Herrscher. Leider vergaß er mit wachsender Zementierung seiner Macht immer mehr die demokratischen Tugenden, weshalb nicht wenige Briten – vor allem die aus der adligen Oberschicht – nach Cromwells frühzeitigen Tod hörbar aufatmeten. Sein Sohn übernahm das Kommando im Commonwealth of England – so nannte sich die junge Republik – erwies sich jedoch machtpolitisch als weit weniger instinktsicher als der Vater.
Von dem ist eine schöne Anekdote überliefert: Oliver Cromwell hatte seinem Schreiber einst zwei Briefe diktiert – mit komplett gegenseitigem Inhalt. Auf die verwunderte Frage, weshalb er so verfahre, antwortete Cromwell: „Ich werde Ihnen nicht verraten, welchen ich absende.“ Nach elf Jahren endete in England das republikanische Intermezzo, als der vorerst letzte König mit dem Namen Karl übernahm. Der dritte steht in den Startlöchern, und es sieht nicht so aus, als sollte vor dessen Thronbesteigung die Monarchie noch einmal abgeschafft werden.
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Malta liegt strategisch sehr günstig im Mittelmeer. Kein Wunder, dass die kleine Insel die Begehrlichkeiten des Osmanischen Reichs weckte. Heute vor 444 Jahren tauchte eine vom türkischen Sultan ausgestattete riesige Flotte vor der Hauptstadt Valletta auf, die damals noch St. Elmo hieß.
Malta gehörte dem Malteserorden. Dessen 750 Ritter dachten nicht daran, sich der Übermacht zu beugen. Unterstützt wurden sie von 8000 Einheimischen und 600 spanischen Söldnern, die man in aller Schnelle angeheuert hatte. 4 Monate dauerte die Belagerung, während der die Türken zwar den größten Teil der Insel unter ihre Kontrolle brachten, nicht aber die Festung. Die wurde vom Ordensgroßmeister Jean de la Vallette gehalten, nachdem die Hauptstadt später benannt wurde.
Als Anfang September 1565 die Nachricht von einem aus Sizilien anrückenden Entsatzheer eintraf, verließ die Türken der Mut, und sie zogen ihre Schiffe ab.
Das war höchste Zeit, denn die Zahl der Verteidiger war inzwischen auf weit unter 1000 gesunken. Viel größer aber war die Opferzahl unter den Angreifern: Von den 40.000 Türken wurden 24.000 getötet und 10.000 verwundet oder durch Seuchen geschwächt; 1000 gerieten in Gefangenschaft.
Malta wahrte seine Unabhängigkeit, bis die Insel im Jahr 1800 britische Kolonie wurde. Das blieb sie bis 1964.
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„Familie ist der Ort, wo Menschen füreinander Verantwortung übernehmen. Sie ist der Ort, wo die Grundwerte unserer Gesellschaft geprägt und gelebt werden. Familienpolitik ist deshalb immer auch Zukunftspolitik.“ So steht es auf der Internetseite des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend zu lesen. Böse Zungen würden behaupten, der Stellenwert der Familie – ihr Internationaler Tag wird am heutigen 15 Mai begangen – in unserer Gesellschaft könne so hoch nicht sein, wenn das Ressort in vier Bereiche aufgesplittert ist.
Andererseits hängen alle vier Bereiche eng miteinander zusammen. So sieht das auch die zuständige Ministerin. „Eltern“, lautet die Überzeugung von Ursula von der Leyen, „sind viel mehr gefordert, ihren Kindern zumindest das Nachdenken, das Hinterfragen, das Verstehen von Werten nahe zu bringen.“ Wie soll man sich das in der Praxis vorstellen? In einer gut funktionierenden Familie, so drückte es einmal ein Scherzbold aus, ist die Frau die Regierung, der Mann das Volk und die Kinder sind die Opposition.
Die vierte Gewalt nimmt laut US-Komiker Will Rodgers nicht die Presse ein, sondern der Hauspapagei: Erst wenn das geschwätzige Tier ohne Sorge um Rufschädigung für die Dauer der Sommerferien in Pflege gegeben werden kann, läuft in der Familie alles rund.
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