Archiv für Juli, 2009

Der Tod einer großen Sängerin

Freitag, 17. Juli 2009

Warum gab es in der Geschichte des Jazz so viele gute Sängerinnen, aber kaum Frauen, die an einem Instrument brillierten? Die Antwort ist einfach: Es wurde ihnen in einem von Männern dominierten Business nicht zugetraut. Zum Spielen eines Instruments bedarf es einer gewissen Technik, deren Beherrschung freilich inzwischen auch Frauen unter Beweis gestellt haben.

Typisch für die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts sind Sätze wie dieser, der den Erfolg einer der größten Jazz-Interpretinnen erklären sollte: „Die Basis meines Gesanges ist mein Gefühl; wenn ich nichts fühle, kann ich nicht singen.“ Die künstlerische Anerkennung war noch das geringste der Probleme, mit denen Sängerinnen wie Billie Holiday – von ihr stammt das Zitat – zu kämpfen hatten. Obwohl früh erfolgreich, litt sie zeitlebens unter ihrer Benachteiligung als Schwarze. Vor allem, wenn sie auf Tour gingen, machten die Sängerin und ihre schwarzen Begleitmusiker entwürdigende Erfahrungen. Diskriminierungen dieser Art wurden mit Alkohol- und Drogenkonsum kompensiert, die Anerkennung als Künstlerin beschränkte sich auf das Fachpublikum. Auch um ihre nicht unbeträchtlichen Einkünfte wurde die leicht naive Künstlerin von Managern, Konzertveranstaltern und betrügerischen Treuhändern immer wieder betrogen.

Heute vor 50 Jahren starb Billie Holiday, völlig verarmt, alkohol- und drogenabhängig, in einem New Yorker Hospital. Sie wurde nur 44 Jahre alt.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
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Der Hafen, der seine Stadt berühmt machte

Donnerstag, 16. Juli 2009

An welche Stadt denken Sie, wenn Sie den Begriff Tor zur Welt lesen? Das bahnbrechende Ereignis, das bis in die heutige Zeit die Haupteinnahmequelle der 1,8-Millionen-Metropole sichert, fand vor genau 820 Jahren statt: Am 16. Juli 1189 gab ein Kaiser mit rotem Bart die Erlaubnis für den Ausbau einer Flussmündung. Der hatte bereits zwei Monate zuvor begonnen, aber die von Kaiser Friedrich I., auch Barbarossa genannt, unterzeichnete Gründungsurkunde gab dem Hafenbau den höchsten Segen.

Auf den allerhöchsten Segen wurde von den Stadtherren übrigens noch nie besonderer Wert gelegt. Inzwischen hat sich der mittelalterliche Schiffsanlegeplatz zum   nach Rotterdam und gemeinsam mit Antwerpen   zweitgrößten Hafen Europas entwickelt, wozu der Beitritt der Stadt zur Hanse im Jahr 1321 entscheidend beitrug. Auch bei der Auflösung der Kaufleutegemeinschaft im 17. Jahrhundert war unsere Stadt immer noch Mitglied dieses Bundes, gemeinsam mit Bremen und Lübeck, weshalb sie sich heute noch stolz Freie Hansestadt nennen darf.

Wenn Sie mehr über die Stadt und ihr Tor zur Welt lesen möchten, empfehle ich Ihnen den Besuch der Internetseite www.hafen-hamburg.de.

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Eine Frage, die sich seit 140 Jahren stellt

Mittwoch, 15. Juli 2009

Margarine oder Butter? Das ist die Frage, die sich ernährungsbewusste Zeitgenossen, zu denen auch Sie womöglich gehören, bis heute immer wieder gestellt haben. Die Antwort ist recht einfach: Die Entscheidung hängt davon ab, ob Sie Ihre Rettungsringe mit pflanzlichem oder tierischem Fett produzieren möchten. Tatsächlich ist die Kalorienzahl von Margarine und Butter nahezu identisch: rund 750 kcal pro 100 Gramm.

Während Butter aus Milchrahm hergestellt wird, ist Margarine ein Produkt aus Pflanzen, beispielsweise Sonnenblumenkernen. Die Frage, ob Margarine gesünder als Butter ist, lassen wir an dieser Stelle einmal außen vor. Mehr ungesättigte Fettsäuren und weniger Cholesterin im Vergleich zur Butter scheinen der Margarine den Vorrang zu geben. Doch was ist mit dem höheren Anteil an herzinfarktbegünstigenden Transfettsäuren, den eindeutig die Margarine für sich reklamieren muss?

Der Name des pflanzlichen Produkts stammt übrigens aus dem Griechischen: margaron bedeutet Perlmutt; Margarine weist bei genauerem Hinsehen einen perlmuttartigen Schimmer auf. Heute vor 140 Jahren sicherte sich der französische Chemiker Hippolyte Mège-Mouriés das Patent. Zuvor hatte ihn die Armeeleitung seines Landes beauftragt, einen Brotaufstrich zu entwickeln, der billiger als Butter, haltbar und bekömmlich sein sollte. Und wohlschmeckend. Bis auf letzteres ist dem guten Mann alles gelungen.

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Startschuss für Demokratie und Parlamentarismus in Europa

Dienstag, 14. Juli 2009

„Die Wut des Volkes ist längst nicht gestillt durch den Tod des Gouverneurs der Bastille und die Zerstörung dieses berüchtigten Gefängnisses“, schreibt der Revolutionär François-Noel Babeuf aus der Hauptstadt Paris an seine Frau Marie. „Ich verstehe, warum das Volk zur Selbstjustiz greift, ich billige diese Justiz, der durch die Vernichtung der Schuldigen Genüge geschieht; wie sollte sie heute nicht grausam sein?“ Grausam war die Unterdrückung des französischen Volks durch Krone, Adel und Klerus. Grausam war aber auch die Revolution, die der Repression folgte.

Der Sturm auf die Bastille heute vor 220 Jahren läutete in Europa ein neues Zeitalter ein. In Frankreich wurde das Alte Régime hinweggefegt. Das Volk, bis dahin gleichzusetzen mit dem Dritten Stand, übernahm die Macht, das feudale Herrschaftssystem wurde durch eine demokratische Republik ersetzt. Es folgte ein dreijähriges Chaos, bevor schließlich die Monarchie offiziell abgeschafft wurde.

Am 22. September 1792 begann das Jahr 1 der Französischen Republik; und ein paar Monate später rollte das Haupt des Bürgers Louis Capet, vormals König Ludwig XVI., in den Sand unter der Guillotine. Der sympathisierende Augenzeuge Babeuf war hin- und hergerisssen von den unglaublichen Szenen, die sich fast täglich auf den Straßen von Paris abspielten. Die revolutionäre Begeisterung ergriff den idealistischen Schwärmer, ihre Exzesse schreckten den sensiblen Beobachter ab. Er sah die Revolution erst an ihrem Anfang, und er fürchtete sich bereits vor dem Ende. Immerhin legten die Franzosen mit der feierlichen Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte in der neu geschaffenen Nationalversammlung den Grundstein für die Entwicklung von Demokratie und Parlamentarismus in Europa.

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Ein bunter Würfel, der die Welt beschäftigte

Montag, 13. Juli 2009

Nicht nur Salami und Paprika stammen aus Ungarn, sondern auch der Kugelschreiber und der Zauberwürfel. Das praktische Schreibgerät erfand der inzwischen nach Amerika ausgewanderte László Biró im Jahr 1938 (siehe dazu unseren Newsletter vom 10. Juni 2008 „Nicht nur Salami und Paprika“). Die Konstruktion der in beliebiger Richtung drehbaren bunten Steine – sie können so geordnet werden, dass die sechs Seiten des Würfels jeweils eine einheitliche blaue, weiße, rote, gelbe, grüne oder orange Farbe aufweisen – geht auf einen Budapester Ingenieur zurück.

Der heute vor 65 Jahren geborene Ernö Rubik war bereits Professor der Hochschule für Kunst und Design in der Donaumetropole, als ihm Mitte der 1970er Jahre seine berühmte Erfindung gelang. Die hielt Einzug in die ganze Welt: In Büros und Schulen, auf Parkbänken und in Wartesälen drehten mehr oder weniger verzweifelte Menschen an 27 miteinander verbundenen Steinen und versuchten, diese in die gewünschte farbliche Reihenfolge zu bringen.

Sollten Sie auch einen solchen Würfel besitzen und nicht wissen, was Sie damit anfangen sollten, empfehle ich Ihnen die Internetseite www.rubiks.com. Dort finden Sie jede Menge Anregungen. Auch Neuerungen rund um Rubiks Zauberwürfel werden vorgestellt – und natürlich Strategien zur Lösung des Rätsels um das Ursprungsgerät.

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Ein nicht so leicht zugänglicher Reformator

Freitag, 10. Juli 2009

Die Religion drängt sich nicht gerade als Thema für den Small Talk auf. Wenn jedoch der 500. Geburtstag eines großen Reformators gefeiert wird, kann man ja mal eine Ausnahme machen. Am 10. Juli 1509 erblickte im nordfranzösischen Noyon Johannes Calvin das Licht der Welt, die er mit seiner strengen Auslegung von Gottes Schrift verändern sollte.

„Der protestantische Fromme“, erklärt der Münchner Theologieprofessor Friedrich Wilhelm Graf die Lehre Calvins, „lebte nicht in den Tag hinein, sondern folgte einer ’vernünftigen‚ Ökonomie der Zeit. Er stellte gern Uhren auf, teilte sich die Zeit ein, erklärte Pünktlichkeit zu einer Tugend und suchte die von Gott gewährte Lebenszeit sinnvoll zu nutzen. Er ging mit irrationalen Grundströmungen des Daseins distanzierter und kontrollierter als Katholiken um. Er habitualisierte die Bereitschaft zur Triebunterdrückung und hob die Scheidung von Arbeit und Vergnügen auf, indem er auch noch die ‚Freizeit’ von ihrer Funktion für den ‚Beruf’ her, als Erholung, Zeit zur Einkehr oder Chance zur Regeneration, definierte und lebte.“

Alister Mc Grath beschreibt Calvin in seiner Biografie als „keine besonders anziehende Persönlichkeit, da es ihm an Witz, Humor und Wärme mangelte; Eigenschaften, die Luther auf Gesellschaften so beliebt machten.“ War Calvin wirklich so rigoros und lustfeindlich? Die folgende Äußerung in seinem Hauptwerk Unterweisung in der christlichen Religion spricht eher dagegen: „Es ist nirgendwo untersagt, zu lachen oder sich zu sättigen oder neue Besitztümer mit dem alten, erhabenen zu verbinden oder zum Klang der Musik sich zu erfreuen oder Wein zu trinken.“ Sie sehen, der Zugang zur Lehre Calvins ist kein einfacher - und sich ein rasches Urteil über den Reformator zu bilden, verbietet sich von selbst.

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Eklat ums Bier

Donnerstag, 9. Juli 2009

Das deutsche Reinheitsgebot für die Herstellung von Bier stammt vom 23. April 1516: Seinerzeit legte der bayerische Herzog Wilhelm IV. fest, dass als Zutaten beim Brauen allein Gerste, Hopfen und Wasser verwendet werden dürfen (siehe dazu unseren Newsletter vom 23. April 2007 „Die älteste lebensmittelrechtliche Vorschrift der Welt“).

Heute vor 25 Jahren sorgte diese Verordnung für Verstimmung. Während das Gebot im Gebiet der damaligen Reichsgrenzen – dazu gehören auch traditionelle Biernationen wie Tschechien und Österreich – bis heute gültig ist, scheren sich andere Länder und Regierungsorganisationen einen feuchten Schaum darum. So auch die EU-Kommission. Die verklagte die Bundesregierung vor dem Europäischen Gerichtshof, da in Deutschland nur Bierflaschen verkauft werden durften, in denen auch Bier drin war. Mit anderen Worten: Bier, das nicht nach dem deutschen Reinheitsgebot gebraut wurde, kam unter dieser Bezeichnung erst gar nicht in den Handel.

Die Klage der Brüsseler Wettbewerbswächter hatte Erfolg: 3 Jahre später entschied der Gerichtshof in Luxemburg, die Beschränkung der Bezeichnung ‚Bier’ auf Produkte, die dem traditionellen deutschen Reinheitsgebot entsprachen, sei nicht durch zwingende Erfordernisse des Verbraucherschutzes gerechtfertigt, weil dafür Kennzeichnungsregelungen ausreichten. Alles klar? Wie immer, wenn sich Bürokraten hinter Verordnungen verschanzen, schoben sie eine populistische Begründung vor: Alles ist erlaubt, der Verbraucher soll entscheiden. Der findet, dass die nach dem Reinheitsgebot gebrauten Biere am besten schmecken. Und greift trotzdem gelegentlich zum Heineken.

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Eine aktuelle Beschreibung bayerischer Politik?

Mittwoch, 8. Juli 2009

„Bayern war ein autonomer Staat; bayerischer Politiker zu sein, das war was.“ So beschreibt der in München geborene Schriftsteller Lion Feuchtwanger seine Heimat: „Zerfiel nämlich damals Europa in zahlreiche souveräne Einzelstaaten, von denen einer das Deutsche Reich war, so zerfiel dieses Reich wiederum in achtzehn Bundesstaaten. Diese so genannten Länder, an ihrer Spitze das Land Bayern, wachten, wiewohl sie ihrer wirtschaftlichen Struktur nach längst Provinzen waren, eifersüchtig über ihre Eigenstaatlichkeit. Hatten ihre Tradition, ihre historischen Sentiments, ihre Stammeseigentümlichkeiten, ihre Sonderkabinette.

80 Minister, 2365 Parlamentarier regierten in Deutschland. Die hochbetitelten Herren der Länderregierungen, diese Staats­präsidenten, Staatsminister, Landtagsabgeordneten, wollten nicht verschwinden oder bestenfalls Provinzialbeamte wer­den. Sie wollten es nicht wahrhaben, dass ihre Länder zu Provinzen des Reichs herabglitten, sie sträubten sich dagegen, sie redeten, regierten, verwalteten, um ihre staatspolitische Eigenbedeutung zu erweisen. Die bayrischen Minister und Parlamentarier waren in diesem Kampf der Länder gegen das Reich die Führer. Fanden für die Autonomie der Bundes­staaten die saftigsten Worte. Kamen besonders großspurig daher.“ Das hört sich doch, zumal im Wahljahr 2009, alles sehr aktuell an, oder? Ist es aber nicht. Feuchtwangers Wiegenfest jährte sich gestern zum 125. Mal.

Sein Roman Erfolg, aus dem die oben zitierten Zeilen stammen, erschien erstmals 1930. Das Buch wurde, was der Titel versprach. Dem Autor gelangen noch weitere große Würfe, darunter die historischen Romane Jud Süß, Goya, Die Jüdin von Toledo. Feuchtwanger starb 1958 in Los Angeles, nachdem ihn die Nationalsozialisten ins US-Exil getrieben hatten. Seine Werke sind im Aufbau Verlag erschienen und sämtlich noch zu haben. Die Lektüre, siehe oben, lohnt sich.

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Als Schweden nicht mehr Weltmacht war

Dienstag, 7. Juli 2009

Heute vor 300 Jahren verlor Schweden seinen Weltmachtstatus. Den hatte es spätestens als – neben Frankreich – großer Gewinner des Dreißigjährigen Krieges erworben. Hinzu kamen im weiteren Verlauf des 17. Jahrhunderts der Sieg über den skandinavischen Rivalen Dänemark und die Eroberung Polens. Als nächstes Beutestück hatte sich Schwedenkönig Karl XII. in seinem schier unersättlichen Expansionsdrang Russland auserkoren. Doch an diesem Bissen sollte er sich, wie so mancher ambitionierte Feldherr nach ihm, kräftig verschlucken.

Nach anfänglichen Erfolgen kam die Offensive der Schweden in den Weiten der Ukraine zum Stillstand. Die Entscheidung fiel in der Schlacht von Poltawa am 8. Juni 1709. Am Ende hatten die Schweden fünfmal so viele Tote zu beklagen wie die ihre Heimat verteidigenden Russen. Ihr König konnte sich, obwohl schwer verwundet, in die Türkei absetzen; der Rest der Armee wich zurück an die Ostsee, wurde aufgerieben und kapitulierte schließlich. Der Glanz der Großmacht aus dem Norden verblasste.

Mit dem Tode Karls im Jahr 1718 war die Stärke Schwedens nur noch vergleichbar mit der heimischen Brotes. Ob Karl auf dem Schlachtfeld – diesmal ging es um Norwegen, Gegner waren wieder die Dänen – oder der Kugel eines von Kriegsgegnern gedungenen Meuchelmörders zum Opfer fiel, darüber streiten sich die Historiker bis heute. Die ewig Gestrigen, die in Karl die Verkörperung alter schwedischer Glanz- und Großmachtzeiten sehen, pilgern alljährlich am Todestag ihres Helden an dessen Grab.

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Stützen der Gesellschaft

Montag, 6. Juli 2009

Stützen der Gesellschaft heißt das wohl bekannteste Werk des Künstlers. Es entstand 1926 und ist in der Neuen Nationalgalerie in Berlin zu bewundern. Fünf Menschen sind auf dem Bild zu sehen: ein Mitglied einer schlagenden Verbindung, dem bereits das Hakenkreuz auf der Krawatte prangt; ein Verleger mit einem umgekehrten Nachttopf auf dem Kopf; ein Kapitalist, aus dessen Schädel ein Scheißhaufen quillt (bitte entschuldigen Sie den Begriff, aber ich konnte der Alliteration nicht widerstehen); ein Geistlicher, der Wasser predigt, aber selbst – das signalisiert seine rote Nase – den Wein bevorzugt; schließlich ein Soldat mit Blut am Bajonett.

Diese Fünf repräsentieren das undemokratische Klima der Weimarer Republik, die sich nach des Malers Ansicht geistig immer noch im Ersten Weltkrieg befand. Kirche, Kapital und Militär waren für ihn die unheilvollen Säulen, die das Fundament für die nächste Diktatur abgaben – eine Entwicklung, die der reaktionären Presse in seinen Augen nicht unwillkommen schien.

Da sich der Zustand der ersten deutschen Republik anhand eines einzigen Bildes recht zutreffend interpretieren lässt, hat Stützen der Gesellschaft Einzug in viele Schulbücher gefunden. Heute vor 50 Jahren ist der Schöpfer des großen Werkes, George Grosz, in seiner Geburtsstadt Berlin gestorben.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
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