Der Monat, der den Himmel auf Erden verspricht
Montag, 31. August 2009Der Monat, der morgen beginnt, „ist die Zeit glänzender Jagdgesellschaften und Bälle. Es ist der Monat, in dem Ehen geschlossen werden und zerbrechen, in dem die Nächte lang sind und ein wenig zuviel getrunken und getanzt wird, in dem man sich verliebt, sich den Himmel auf Erden verspricht und an gebrochenem Herzen zu sterben glaubt.“ So schildert die britische Schriftstellerin Rosamunde Pilcher den September.
Kritische Leser würden sich vermutlich fragen, ob diese Beschreibung nicht auch auf die übrigen elf Monate zutrifft. Sie würden aber kein Buch von Rosamunde Pilcher kaufen. Dort geht es recht vorhersehbar zu, mit holzschnittartigen, kein bisschen gebrochenen Charakteren und einem garantierten Happyend. Andererseits sprechen weltweit 60 Millionen verkaufter Bücher auch ein wenig für die Autorin, die freimütig zugibt, dass Sie Kitsch schreibt, den aber gut: „Um erfolgreich zu sein“, so ihr Credo, „musst du die Gefühle der Leser ansprechen. Du musst dafür sorgen, dass es sie drängt, die Seite umzublättern.“ Anspruchsvollere Menschen würde es vermutlich drängen, das ganze Buch umzublättern.Sie halten Rosamunde Pilchers Entscheidung, mit der Veröffentlichung von Wintersonne im Jahr 2000 nicht mehr zur Feder zu greifen, für ihre beste.
Autor von Small-Talk-Themen.de


