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Vierbeiner haben einen guten Stand in der Redaktion dieses Newsletters. Von wilden Tieren und ihren domestizierten Vettern war schon öfters die Rede, und eine Art schaffte es sogar, in beiden Kategorien erwähnt zu werden: der Elch. Die in freier Wildbahn lebenden Exemplare gelangten leider fast ausschließlich als Opfer des zunehmenden Straßen- und Schienenverkehrs auf dieses Portal.

Als Haustier wurde der gehörnte Freund des dänischen Astronomen Tycho Brahe porträtiert (siehe dazu unsere Ausgabe vom 27. Juni 2007 „Was macht eigentlich der Elch?“), den eine große Leidenschaft mit seinem Besitzer verband: das Biertrinken. Kein Angst, hier soll keineswegs dem Konsum von Alkohol das Wort geredet werden. Hilfreich für Mensch und Tier ist es allerdings, wenn deren Interessen nicht allzu sehr entgegengesetzt sind. Vegetariern etwa fällt es regelmäßig schwer, für Hund oder Katze fleischhaltige Kost besorgen zu müssen.

Hier bietet sich eine andere Spezies Vierbeiner zur Haltung an, die sich nicht nur an vegetarischen Verzehrrichtlinien orientiert, sondern sogar die noch strengeren Essensregeln der Rohkost-Veganer befolgt. Na ja, nicht ganz: Hauskaninchen müssen noch davon überzeugt werden, dass Tapeten, Teppiche und Türrahmen zwar weder tierische noch gekochte Speisen sind, aber auch nicht unter pflanzliche Nahrungsmittel fallen.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
Autor von Small-Talk-Themen.de

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Essen Sie morgens gelegentlich ein Hörnchen? Ein solches Frühstück gönnt man sich, wenn’s einen nicht pressiert. Und manchmal bleibt sogar noch Zeit, darüber nachzudenken, woher das Wort kommt.

Werfen wir zu dessen Klärung doch mal einen Blick über die Grenze: In unserem Nachbarland Tschechien ist der rohlík, das Hörnchen also, eine Ableitung von Horn – vermutlich weil es so aussieht wie ein Kuhhorn. Ganz anders verhält es sich bei unseren westlichen Nachbarn: Die Hörnchen der Franzosen werden nicht nur aus einem anderen Teig gefertigt, sondern haben auch eine von der deutschen oder tschechischen Ausführung verschiedene Form. Deshalb heißen sie croissants.

Was aber ist ein croissant? Woher kommt der Name? Bevor Sie jetzt lange herumrätseln und wild spekulieren (Kreuz? Schleife? Hörnchen?), sage ich’s Ihnen lieber gleich. Ein croissant ist etwas Wachsendes. Und was wächst und nimmt dabei solche Form an? Der Halbmond! Mit croissant bezeichnen die Franzosen sowohl ihr Lieblingsfrühstück als auch den zunehmenden Erdtrabanten.

Und die Briten? Das englische Wort für Halbmond ist aus dem Französischen entlehnt: crescent. Ein Hörnchen heißt aber auf der Insel keineswegs crescent. Die Briten sagen dazu roll. Oder croissant.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
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Karl V. wurde am 24. Februar 1530, exakt an seinem 30. Geburtstag, in Bologna zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation gekrönt. Zuvor war er bereits Herrscher über Spanien, Burgund, Brabant, Luxemburg, Limburg, Flandern, Elsass, Schwaben, beide Sizilien, Ungarn, Dalmatien, Kroatien, Spanisch-Ostindien sowie alle spanischen Besitztümer in Mittel- und Südamerika. Als Oberhaupt der Habsburger thronte Karl natürlich auch über die österreichischen Erblande, in denen allerdings sein jüngerer Bruder Ferdinand als Statthalter regierte. Sein Reich war auch ohne den transatlantischen Zuwachs das größte seit Karl dem Großen, auch wenn die Macht nicht so unangetastet war wie die des Namensvetters mit der Ordnungszahl I.

Schuld waren die Franzosen, die Türken und die Reformation. Immerhin war zum Zeitpunkt der Kaiserkrönung die osmanische Belagerung Wiens ebenso abgewehrt wie der Aufstand der Bauern in Süddeutschland und in Teilen Österreichs und der Schweiz. Dafür hatten Physis und Psyche des Monarchen stark gelitten. Mit 56 Jahren war Karl gesundheitlich so am Ende, dass er zugunsten des jüngeren Bruders abdankte. So wurde sein Statthalter zum Nachfolger als Kaiser. Karl ging ins Kloster, nicht ohne vorher der staunenden Welt in einem Aufsehen erregenden Brief seine Gründe mitzuteilen: Große Hoffnung hatte ich; nur wenige haben sich erfüllt, und nur wenige bleiben mir – und um den Preis welcher Mühen! Das hat mich schließlich müde und krank gemacht. 2 Jahre später war Karl tot. Sein Riesenreich, das Habsburger Imperium, zerfiel endgültig in eine österreichische und eine spanische Linie.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
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Auch aus Steinen, die dir in den Weg gelegt werden, kannst du etwas Schönes bauen: Von wem stammt diese Einsicht? Treue Leser dieses Newsletters (siehe Ausgabe vom 5. Januar 2009 „Krise als Chance?“) wissen Bescheid: von Erich Kästner.

Der Schriftsteller und Dichter wurde heute vor 111 Jahren in Dresden geboren. Von ihm stammen unsterblich gewordene Kinderbücher wie Das fliegende Klassenzimmer, Pünktchen und Anton, Das doppelte Lottchen oder Emil und die Detektive (mehr über diese Geschichten finden Sie auf der Internetseite www.kaestnerfuerkinder.net).

Doch auch den Erwachsenen hat Kästner manch schönen Stoff geliefert. Etwa den satirischen Roman Fabian über einen Gutmenschen, der sich im Berlin der 1920er Jahre zunächst über die Raubtiergesellschaft amüsiert und später an ihr scheitert. Zurück in seiner Heimatstadt geht der Titelheld endgültig unter: Als er einen Ertrinkenden sieht, springt er hinterher. Leider kann er selber nicht schwimmen.

Eine höhere Meinung als von den Menschen – prinzipiell hielt Kästner sie für gut, doch waren seiner Meinung nach die Leute schlecht – hatte der Autor von anderen Lebewesen. Ihnen hat er die Die Konferenz der Tiere gewidmet, denen es eines schönen Tages zu dumm wurde. Einer der dort Vertretenen, der Löwe Alois, resümierte: „O diese Menschen! Wenn ich nicht so blond wäre, könnte ich mich auf der Stelle schwarz ärgern!“

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
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Philosoph und Tierfreund

22. Februar 2010

„Das Publikum ist so einfältig, lieber das Neue als das Gute zu lesen.“ Das gilt natürlich nicht für die Leser dieses Newsletters, denn der befasst sich auch schon mal mit 222 Jahre zurückliegenden Dingen wie der Geburt Arthur Schopenhauers. Von diesem Philosophen stammt übrigens das Eingangszitat. Schopenhauer schrieb bereits im Alter von 30 Jahren sein Hauptwerk Die Welt als Wille und Vorstellung.

Auch dazu existiert ein schönes Zitat von ihm: „Was dem Herzen widerstrebt, das lässt der Kopf nicht rein.“ Schopenhauers Herz gehörte nicht nur dem Menschen. Was er bereits in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu Papier brachte, lässt heute noch das Herz eines jeden Tierfreundes – und damit das Herz zahlreicher Leser dieser Zeilen – höher schlagen: „Erst wenn jene einfache und über alle Zweifel erhabene Wahrheit, dass die Tiere in der Hauptsache und im wesentlichen dasselbe sind wie wir, ins Volk gedrungen sein wird, werden die Tiere nicht mehr als rechtlose Wesen dastehen. Es ist an der Zeit, dass das ewige Wesen, welches in uns, auch in allen Tieren lebt, als solches erkannt, geschont und geachtet wird.“

Dem großen Philosophen und Tierfreund Schopenhauer wird 2010 an einem anderen Datum ganz offiziell gedacht: Am 21. September jährt sich sein Todestag zum 150. Mal.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
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Das Los des Lyrikers

19. Februar 2010

Kleine Denksportaufgabe: Nennen Sie einen griechischen Dichter von Weltrang. Einen neuzeitlichen bitte, der nicht Nikos Kazantzakis (siehe unseren Newsletter vom 18. Februar 2008 „Der Kopfmensch und der Lebemann“) heißt. Lord Byron (siehe die Ausgabe vom 22. Januar 2010 „Leider nicht der erhoffte Tod“), das möchte ich Ihnen gleich sagen, zählt nicht; der war allenfalls Wahlgrieche.

Ich will Sie nicht länger auf die Folter spannen und werfe jetzt einfach einen Namen auf den Bildschirm, auf den Sie starren: Odysseas Elytis. Kennen Sie nicht? Da geht es Ihnen wie vielen Literaturexperten. Immerhin gewann der Lyriker den Literaturnobelpreis. Das war 1979, was seinem viel berühmteren Landsmann Kazantzakis – beide stammen aus Heraklion, dem Hauptort der Insel Kreta – nie vergönnt war. Kazantzakis schrieb einen berühmten Roman, Alexis Sorbas, der auch verfilmt wurde. Elytis schrieb Lyrik, seine Gedichte lassen sich nicht so gut verfilmen und fast noch schlechter übersetzen.

Ein Schicksal übrigens, das viele hellenische Musiker teilen: Sie produzieren ausschließlich für den einheimischen Markt; ihre Musik gelangt im Ausland seltenst in die Läden und wird nur in griechischen Restaurants gespielt. Eine Ausnahme ist Mikos Theodorakis. Der war zuerst auch Lyriker, dann wechselte er das Fach – nicht zu seinem finanziellen Schaden. Seiner Popularität außerhalb der Heimat hat’s auch gutgetan.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
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Am 18. Februar gedenkt die katholische Kirche gleich sieben Heiliger: Angilibert, Fra Angelico, Konstantia, Simon, Alexander, Heladius, Colmann. Nicht alle sind der Redaktion dieses Newsletters bekannt, wohl aber den Verantwortlichen der Online-Enzyklopädie Wikipedia. Mit Simon ist der Bruder des Herrn gemeint; wer aber ist Colmann? Das tut in diesem Zusammenhang nichts zur Sache, zumal wir es lieber mit den Außenseitern halten.

Die repräsentiert, was den heutigen Gedenktag angeht, eindeutig die Evangelische Kirche. Mit ihrem einzigen Eintrag steht sie sogar klar hinter der orthodoxen Kirche zurück. Die gedenkt eine ganzen Schar: Johannes dem IV., Leo dem Großen, dem Heiligen Maruthas von Tagrith und den Heiligen von Martyropolis. Die Protestanten gedenken nur ihrem Reformator: An diesem tag im Jahr 1483 wurde in Eisleben Martin Luther geboren. Was der wohl zur heutigen Heiligenflut gesagt hätte? Vielleicht dies: „Gott will nicht, dass man nicht Geld und Gut haben und nehmen solle, oder, wenn man’s hat, wegwerfen solle, wie etliche unter den Philosophen und tolle Heilige unter den Christen gelehrt und getan haben.“

Nein, Gott will, dass man das Geld gut anlegt und die Zinsen gewinnbringend investiert, auf das man bereits im Diesseits so erfolgreich ist, wie es uns manch tüchtiger Protestant vorgemacht hat. Philosophen haben das Nichts begründet, Heilige füllen es aus.

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Der politische Aschermittwoch geht auf eine niederbayerische Tradition von 1580 zurück (siehe unseren Newsletter vom 1. März 2006 „Woher stammt der politische Aschermittwoch?“). Bundesweit bekannt wurde das Politspektakel jedoch erst mit den Auftritten von Franz Josef Strauß. Der CSU-Vorsitzende nahm sich am ersten Tag nach Fasching gerne den politischen Gegner vor. Der hieß SPD und war, zum Ärger der Christsozialen, lange Zeit Regierungspartei.

So auch 1975. Damals ließ es Strauß bei seiner Aschermittwochrede in Passau so richtig krachen: Die Sozis, „die ausgezogen waren, Deutschland zu reformieren, und einen Saustall ohnegleichen angerichtet haben“, bekamen so richtig ihr Fett weg. Doch Strauß konnte auch anders. Einst bekannte er, obwohl alle, die zum politischen Aschermittwoch in die Nibelungenhalle geströmt waren, Deftiges erwarteten, in ungewohnter Zurückhaltung: „Es stimmt nicht, dass ich jeden Tag zum Frühstück einen Sozi esse.“ Bevor die Passauer ungläubig ihre Stirn runzeln konnten, schob Strauß einen klärenden Satz hinterher: „Ich esse nur, was ich mag.“

Heute wird es wieder hitzig zugehen in den Hallen und Bierzelten. Wünschen wir den Aschermittwochsrednern, dass sie, was den Humor betrifft, Strauß’sches Niveau erreichen.

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Fluch oder Segen?

16. Februar 2010

Bescheidenheit sei keine Zier, wurde vor einem Jahr an dieser Stelle behauptet (siehe unseren Newsletter vom 16. Februar 2009). Selbiges behauptet auch ein Sprichwort, verbunden mit der Versicherung, ohne diese Eigenschaft bringe man es im Leben viel weiter.

Dass man manchmal auch mit Bescheidenheit weiterkommt, bewies vor langer Zeit ein Wettstreit unter Wiener Bäckern. In einer Straße in Wien buhlten einst nicht weniger als vier Bäckereien um Kundschaft. Um sich von der Konkurrenz abzusetzen, hängte die erste ein Plakat neben den Eingang, auf dem sie für „das feinste Gebäck in ganz Wien“ warb. Die zweite Bäckerei antwortete auf einer großen Tafel mit dem „erlesensten Backwerk in ganz Österreich“. Die dritte schließlich schoss den Vogel ab und pries auf ihrem riesigen Transparent „die besten Backwaren der Welt“ an. Den größten Erfolg verbuchte jedoch der vierte Bäcker. Er hängte ein Schild auf, das bescheiden vermeldete: „Hier erhalten Sie die besten Backwaren in dieser Straße.“

Das war, versprochen, der letzte Witz, den sie für eine Zeitlang in diesem Newsletter vernommen haben. In der morgen beginnenden Fastenzeit werden wir uns ernsteren Themen widmen.

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Dass der Valentinstag keine Erfindung der Geschäftsleute ist, haben wir Ihnen bereits in einem früheren Newsletter (siehe unsere Ausgabe vom 14. Februar 2006 „Der Valentinstag – eine Erfindung der Geschäftsleute?“) bewiesen. Doch wie wurde der 14. Februar zum Tag der Verliebten?

Der Brauch, am Valentinstag handschriftliche Grüße auszutauschen und sich eine Kleinigkeit zu schenken, ist im 17. Jahrhundert in Großbritannien entstanden. Ende des 18. Jahrhunderts gab es auf der Insel dann die ersten gedruckten Karten. Der lukrative Brauch schwappte über den Großen Teich und fand in den Vereinigten Staaten seine Fortsetzung. In den 1840er Jahren begann Esther Howland im Mutterland der Geschäftstüchtigkeit mit der Massenproduktion gedruckter Valentines.

Weltweit werden inzwischen mehr als eine Milliarde Karten so versandt, dass sie am 14. Februar ankommen. 2010 allerdings ist dies schlecht möglich, da fällt der Valentinstag auf einen Sonntag. 85 % der Valentinskartenkundschaft sind übrigens Frauen. Doch waren es Männer, die den Brauch zu uns brachten: US-Soldaten, die im Zuge des Zweiten Weltkriegs in Deutschland einmarschierten. Was für Valentinskarten am Sonntag unmöglich ist, wird auch für diesen Newsletter tags darauf nicht gehen: Da bekommen Sie nämlich keinen: Montag ist Rosenmontag – und für die gesamte Redaktion arbeitsfrei.

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