Archiv für August, 2010

Aus zwei mach eins

Dienstag, 31. August 2010

Was Westdeutschland im kleinen mit dem Saarland glückte (siehe unseren gestrigen Beitrag „Als das Saarland französisch wurde“), sollte 33 Jahre später im großen Rahmen wiederholt werden: Gleich um sechs Länder würde das Gebiet der Bundesrepublik anwachsen: Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen. Alle gehörten durch den Beitritt der DDR automatisch zum Geltungsbereich des Grundgesetzes.Hinzu kam das bislang unter alliierter Besatzung stehende Berlin als neue Hauptstadt und gleichzeitig sechzehntes Bundesland.

Dies alles geschah auf Grundlage eines Vertrags, der heute vor 20 Jahren ausgehandelt wurde. Verhandlungsführer und erste Unterzeichner waren Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble und sein ostdeutsches Pendant Günther Krause, der offiziell den Titel „Parlamentarischer Staatssekretär beim DDR-Ministerpräsidenten“ trug. Auch der Termin für die Auflösung der DDR wurde in dem Vertrag festgelegt: der 3. Oktober. Dieses Datum sollte künftig den in Gedenken an den ostdeutschen Aufstand von 1952 begangenen 17. Juni als Nationalfeiertag ablösen.

Was noch fehlte, war die Sanktionierung des Einheitsvertrags durch das Volk - oder wenigstens durch dessen Vertreter. Da das Grundgesetz keine Volksabstimmung auf Bundesebene vorsieht, wurden die Parlamente gefragt. Erforderlich war eine Zweidrittelmehrheit: In der DDR-Volkskammer stimmten 299 von 380, im Bundestag 440 von 490 Abgeordneten für die Einheit. Neben den Grünen-Fraktionen in Ost und West verweigerten auch 13 westdeutsche Unionsangehörige ihre Zustimmung.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
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Als das Saarland französisch wurde

Montag, 30. August 2010

Der Weg Deutschlands nach dem verlorenen Zweiten Weltkrieg zurück in die internationale Gemeinschaft war lang. 1954 durften die Fußballer erstmals wieder an einem WM-Turnier teilnehmen. Vorher musste sich die DFB-Elf aber noch qualifizieren, in einer Gruppe mit Norwegen – und dem Saarland.

Das Gebiet im Westen unserer Republik war heute vor 65 Jahren an Frankreich gefallen, zunächst als Besatzungszone, ab 1947 als autonomes Protektorat La Sarre. Für den früheren Erzfeind bedeutete die industriell seit langem prosperierende Region mit seinen großen Stahlwerken einen enormen wirtschaftlichen Gewinn. Als Währung galt der Saar-Franc; dazu erhielt das Gebiet eine eigene Flagge und eine eigene Hymne („O Saarland, du Kleinod von strahlendem Glanz, O Land, du, von Kohle und Eisen, Dir will ich gehören, dir weihen mich ganz, Nichts soll mich dir fürder entreißen.“). Die ertönte bei Spielen der saarländischen Fußballnationalmannschaft, deren prominentester Akteur der spätere DFB-Trainer Helmut Schön war. Die Saar-Kicker schlugen sich übrigens prächtig, gewannen ihr erstes Qualifikationsspiel in Oslo mit 3:2, verloren dann aber zweimal gegen die DFB-Elf.

Wer weiß, wie bei einem erfolgreicheren Abschneiden die Volkabstimmung ausgegangen wäre, die im Herbst 1955 den Weg zur Wiedereingliederung ebnete. 2 von 3 Saarländern sprachen sich damals für den Beitritt zur Bundesrepublik aus. Am 1. Januar 1957 hatte Westdeutschland mit dem Saarland endlich ein zehntes Bundesland (falls Sie beim Nachzählen auf elf kommen: Westberlin wurde bis zum 3. Oktober 1990 offiziell von den drei Westmächten verwaltet und besaß einen Sonderstatus).

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
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Gemeinsam große Dinge tun

Freitag, 27. August 2010

Wer sind die Vorbilder der Deutschen? Das wollte die Illustrierte Stern von ihren Lesern wissen – und erhielt als erste Antwort Mutter Teresa. Die folgenden Ränge belegten Nelson Mandela, Michail Gorbatschow, Albert Schweitzer und Mahatma Gandhi. „Die Menschen haben keine Zeit füreinander“, beklagte sich Mutter Teresa einmal, „sie haben nicht einmal die Zeit, einander zuzulächeln.“

Zeit nahm sich die katholische Nonne, und sie schenkte sie den Ärmsten der Armen, für die sie sich dort engagierte, wo es ihnen am dreckigsten ging: Im indischen Kalkutta gründete Mutter Teresa den Orden „Missionarinnen der Liebe“. Für ihr Engagement wurde sie 1979 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Heute vor 100 Jahren kam Mutter Teresa als Agnes Bojaxhio im mazedonischen Skopje zur Welt, das damals noch zum Osmanischen Reich gehörte und Üsküb hieß.

Nicht nur ihr Mut zeichnete die Ordensschwester aus. Sie überzeugte ihre Mitmenschen auch durch ihre Authentizität, die sich in einfachen Worten niederschlug: „Du kannst Dinge tun, die ich nicht tun kann. Ich kann Dinge tun, die du nicht tun kannst. Zusammen können wir große Dinge tun“, lautete Mutter Teresas Credo. Indem sie die Dinge auf den Punkt brachte, begeisterte sie andere für ihre Ideen – und bewegte in ihrem langen Leben eine Menge.

Mutter Teresa starb 1997 in Kalkutta. Sechs Jahre später wurde sie von Papst Johannes Paul II. selig gesprochen.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
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Mit zehn Jahren ein Weltstar

Donnerstag, 26. August 2010

Was macht man, wenn man im Alter von 10 Jahren bereits seinen größten Erfolg gefeiert hat? Dann hat man spätestens mit 30 ein Problem. So erging es dem am 26. August 1980 geborenen Macauly Culkin. Macauly wer?, werden Sie jetzt vielleicht stutzen; doch wenn ich Ihnen erzähle, dass es sich um den Hauptdarsteller des Hollywoodstreifens Kevin – Allein zu Haus handelt, wissen Sie vermutlich Bescheid.

Was im Film nur ein Wochenende anhält – die chaotischen Eltern fliegen nach Paris und lassen den Jungen zurück, der anschließend nicht nur völlig auf sich allein gestellt ist, sondern sich auch noch mit zwei Einbrechern herumschlagen muss – verfolgte den echten Kevin eine ganze Jugend lang: Culkin war geschlagen mit einem Rabenvater, der seine Popularität kommerziell ausbeutete und von dem er sich erst mit seiner vor 4 Jahren erschienenen Autobiographie Junior lösen konnte.

Heute ist Macauly Culkin immer noch Schauspieler. An seine früheren Erfolge reicht er nicht mehr heran. Wie auch, denn die Filme waren immer nach dem gleichen Muster gestrickt und auf einen niedlichen, etwas frechen Knirps zugeschnitten. Bleibt zu hoffen, dass der Kinderstar genug vom sauer verdienten Geld behalten durfte, dass er, materiell abgesichert, in Ruhe auf die wirklich gute nächste Rolle warten kann.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
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Was fragen Sie Ihr Gegenüber?

Mittwoch, 25. August 2010

Wie nützlich Fragen beim Smalltalk sind, haben Sie bereits erfahren. Heute geht es darum, was Sie fragen: Welche Auskünfte dürfen Sie Ihrem gegenüber zumuten? Mit anderen Worten: Was können Sie ihn konkret fragen, um den Smalltalk zu eröffnen?

Zunächst eine Anekdote, die Sie ebenfalls im Smalltalk unterbringen können; allerdings erst, nachdem dieser ein wenig fortgeschritten ist: Der Mullah Nasrudin – das orientalische Pendant zu unserem Till Eulenspiegel – eröffnete ein Kiosk und hängte ein Schild auf: „Für fünf Pfund werden zwei Fragen über einen beliebigen Gegenstand beantwortet.“ Ein Mann, der zwei dringende Fragen hatte, zahlte und sagte: „Fünf Pfund ist ziemlich teuer für zwei Fragen, nicht wahr?“ – „Stimmt schon“, gab Nasrudin zu, „und die zweite Frage, bitte?“

Überlegen Sie sich vorher gut, auf welche Fragen Ihr Gesprächspartner Ihnen gerne antworten würde – und antworten kann.

  • Als Themen eignen sich, grob gesagt, alle Alltagssituationen: etwa die Anreise zu der Veranstaltung, auf der Sie sich befinden; der Ort, wo alles stattfindet; das Buffet, das aufgetragen wird; der Anlass, zu dem Sie eingeladen wurden.

  • Weitere Anknüpfungspunkte sind: gemeinsame Bekannte, Urlaub, Hobbys, die Schlagzeilen des Tages oder grundsätzlich alles Positive, das Ihnen an Ihrem gegenüber auffällt.

Die Anknüpfungspunkte kennen Sie jetzt. Ihnen fehlen nur noch die entsprechenden Fragen, in die Sie Ihr Informationsbedürfnis kleiden. Hier sind einige Beispiele:

- Die Anreise: "Wie war Ihre Fahrt hierhin?"
- Der Ort: "Sind Sie zum ersten Mal hier?"
- Das Essen: "Was haben Sie da auf dem Teller?"
- Der Anlass: "Sind Sie auch Mitglied des…?"
- Gemeinsame Bekannte: "Woher kennen Sie …?"
- Der Urlaub: "Sie sehen so erholt aus - waren Sie in Urlaub?"
- Der Beruf: "Wo sind Sie beschäftigt?"

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
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Wenn ein Schriftsteller einen Kollegen nicht mag

Dienstag, 24. August 2010

Umberto Eco konnte ihn nicht leiden. Dennoch setzte er ihm ein literarisches Denkmal in seinem mittelalterlichen Kriminalroman Der Name der Rose. Allerdings kein besonders schmeichelhaftes: Hinter der Figur des Jorge von Burgos verbirgt sich der gesuchte Mörder. Dabei galt der hochgelehrte Bibliothekar lange Zeit als unverdächtig: Erstens war er ein Genie, zweitens blind.

Alle von ihm ins Jenseits Beförderten waren hinter einem Buch her, einer verschollen geglaubten Komödie von Aristoteles. Doch hatte Jorge sie nur unter Verschluss gehalten, mit der Begründung: „Lachen tötet die Furcht. Und ohne Furcht kann es keinen Glauben geben.“ Der Jorge im wirklichen Leben hieß Jorge Luis Borges, war Direktor der Nationalbibliothek Argentiniens und seinerzeit der wohl größte Schriftsteller des Landes.

Als Eco sein Erfolgsbuch schrieb, unterstützte Borges die Militärdiktatur in seiner Heimat. Erst nach dem verlorenen Falklandkrieg gegen Großbritannien wandte er sich von dem autoritären Regime ab. In Borges’ zumindest vorübergehender reaktionärer Einstellung sahen viele Experten den Hauptgrund, warum der in Fachkreisen überaus geschätzte Autor nie den Literaturnobelpreis gewann.

Heute vor 111 Jahren wurde Jorge Luis Borges in Buenos Aires geboren. Er starb 1986 in Genf.

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Die Attraktionen von Geesthacht

Montag, 23. August 2010

Zwei Attraktionen haben die kleine Stadt Geesthacht an der Elbe, knapp 30 Kilometer südöstlich von Hamburg, überregional berühmt gemacht. Die ältere ist das seit längerer Zeit abgeschaltete Kernkraftwerk Krümmel, das vom Vattenfall-Konzern betrieben wird und jahrelang mit Störfällen für bundesweite Negativschlagzeilen sorgte.

Im Vergleich steht die andere Berühmtheit weitaus besser da: Sie entstand vor 20 Jahren, als der Zeichner Thomas Goletz eine Comicfigur entwarf. Sie war grau und ähnelte einem Känguruh. Den ursprünglichen Entwurf speckte Goletz dann auf Kleintiergröße ab, rundete die Ohren, gab eine Stupsnase hinzu und verlängerte den Schwanz: Geboren war die Spitzmaus Diddl. Was zunächst nur als Postkartenserie geplant war, ließ sich nach dem überraschend guten Absatz leicht ausbauen. Heute existieren rund tausend Produkte mit dem immer gleichen Diddl-Erscheinungsbild, das laut dem Nachrichtenmagazin Siegel online „einer versehentlichen Kreuzung aus Ratte und Elefant gleicht“: Schreibblöcke Plüschtiere, Sammelbilder, Kalender, Schulranzen, PC-Spiele, Bettwäsche, Buntstifte, Badeschaum, Hörspiele, Süßigkeiten und sogar ein Lippenbalsam.

Die Produkte – immer schön in limitierter Auflage, um den Tauschwert zu erhöhen – richten sich in erster Linie an Kinder, werden aber auch von Erwachsenen gekauft; besonders bei der älteren Generation sind sie beliebt. „Und der Wahnsinn“, wieder zitiere ich Spiegel online, „nimmt kein Ende: Seit Ende 1998 erblickten 27 weitere Freunde und Verwandte Diddls das Tageslicht. Ob der dreikäsehochfünfundfünfzig große, chaotische Professor Diddldaddl Blubberpeng oder der gelb-rosa gestreifte, Bücher fressende Wurm Merksmir Lettermampf – bei den Geschöpfen war der Name Programm.“ Das alles hört sich schlimm an, garantiert aber immerhin 350 Geesthachtern ein Einkommen – und ist als Arbeitsplatz nicht halb so schrecklich wie der andere große im Ort.

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Ohne Lakai und Luftflasche den höchsten Berg hinauf

Freitag, 20. August 2010

Auf die höchsten Gipfel führt keine Seilbahn: Zu Hightech-Hilfsmitteln beim Bergsteigen (siehe dazu auch unseren Newsletter vom 11. Dezember 2009 „Ein gespanntes Verhältnis“) hatte der Purist Reinhold Messner schon immer ein gespaltenes Verhältnis. Höchstleistungen im Hochgebirge zählten für den Südtiroler nur, wenn sie aus eigener Kraft auf der Basis der dazu notwendigen Fitness erfolgten. Gar nicht in Frage kam für Messner, dass ihm ein Diener Ausrüstung und Essen den Berg hochtrug.

Dass eine solche noble Gesinnung auch jenseits von 8000 Metern nicht an den Kletterhaken gehängt werden muss, bewies Messner heute vor 30 Jahren: Als erster Mensch bestieg er im Alleingang und ohne Sauerstoffgerät den Mount Everest. Traurig wegen des ausgefallenen Gipfelfotos war Messner nicht. Die Spitze des Berges betrachtete der Sportsmann ohnehin nur als Umkehrpunkt. Keine 5 Minuten verharrte er oben, um nicht – im Falle eines jederzeit drohenden Wetterumschwungs – wertvolle Zeit für den Abstieg zu verlieren.

So blieb Messner der Bergwelt erhalten: als Mann mit Augenmaß und Bodenhaftung, der sich auch nach seiner aktiven Zeit für die Erhaltung intakter Hochgebirge einsetzt (siehe dazu die Webseite www.messner-mountain-museum.it). Die im Zuge des von Messner verschmähten Expeditionstourismus am Mount Everest begangenen Umweltsünden sind dem Naturliebhaber und Mitglied der italienischen Grünen ein mahnendes Beispiel.

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Alles schaut auf die Bayern

Donnerstag, 19. August 2010

Morgen beginnt die Fußball-Bundesliga mit dem Spiel des Titelträgers gegen den Vorjahresmeister VfL Wolfsburg. Es ist die 48. Saison, und Favorit ist wie immer der Rekordmeister aus München. Ob die Bayern ihren 22 Titeln einen 23. hinzufügen können? Falls Sie meinen, Sie hätten diese Zeilen schon einmal gelesen, kann ich Ihnen nur teilweise Recht geben (siehe unseren Newsletter vom 7. August 2009 „Alles schaut auf die Bayern“).

Wenn Sie genau lesen, stoßen Sie schon auf ein paar Unterschiede. Nicht der Rede wert, könnten Sie jetzt einwenden, und auch hier wage ich Ihnen nicht groß zu widersprechen. Tatsächlich beginnt jede Bundesliga-Saison auf ähnliche Weise, und auch der Titelfavorit bleibt stets derselbe. Der hieß 2009 FC Bayern und lautet auch, welch’ Überraschung, 2010 gleich. Hatten die Münchner in der abgelaufenen Saison vor allem in der Hinrunde manche Kapriole zu überstehen, spulten sie ihr Programm nach dem Jahreswechsel mit beängstigender Präzision ab.

Nur Inter Mailand hielt dagegen und verwehrte den Bayern auf europäischer Ebene einen dritten möglichen Titel. Die nationale Konkurrenz dürfte am ehesten in Gelsenkirchen zu suchen sein: Trainermanager Felix Magath hat kräftig investiert und mit der Real-Legende Raúl einen Weltstar ins Ruhrgebiet gelockt. Ob der Mann aus Madrid den nach Moskau abgewanderten Kevin Kuranyi ersetzen kann? Eine positive Antwort heißt aber noch lange nicht, dass Schalke die andere große Frage offen hält: Die dreht sich um den nächsten Deutschen Meister und ist reichlich rhetorisch.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
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Stellen Sie Fragen!

Mittwoch, 18. August 2010

Der die das, wer wie was, wieso weshalb warum, wer nicht fragt bleibt dumm: Die Eingangszeilen aus dem Sesamstraßenlied lassen sich auch auf den Small Talk übertragen: Wer nicht fragt, steht bald dumm da. Doch Vorsicht! Nicht alle Fragen eignen sich für den Small Talk.

  • Fragensteller sind Weichensteller, erkannte der Schweizer Schriftsteller Hans Leopold Davi. So kann es auch in Ihrem Smalltalk laufen: Durch Ihre Fragen bestimmen Sie, wo es langgeht.

  • Vermeiden Sie geschlossene Fragen, die sich nur mit ‘Ja’ oder ‘Nein’ beantworten lassen. Statt der Erkundigung "Sind Sie schon länger hier?" bieten Sie besser einen Anknüpfungspunkt: "Ich bin gerade erst angekommen. Was habe ich denn verpasst?" Darauf kann Ihr Gesprächspartner viel ausführlicher eingehen.
  • Offene Fragen, die ein Gespräch in Gang halten, beginnen in der Regel mit ‚W’: Wann? Wie? Woher? Was? Doch Vorsicht! Die Frage nach dem Warum gehört nicht dazu: Die angesprochene Person könnte sich genötigt fühlen, sich für etwas rechtfertigen zu müssen.

Ein Beispiel zum Schluss: Wenn Sie mit einer Frage Ihr Gegenüber erfreuen möchten – wie wäre es hiermit: „Ihre Krawatte gefällt mir. Wo haben Sie die gekauft?“ Falls Sie im Smalltalk dranbleiben wollen, könnte Ihre Anschlussfrage lauten: „Mir scheint, Sie haben einen wirklich guten Geschmack. Kann man das lernen?“

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
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