Archiv für August, 2010

Ein Land wird Fünfzig - und kaum einer merkt es

Dienstag, 17. August 2010

Das heutige Geburtstagskind steht selten in der Öffentlichkeit. 50 Jahre alt ist es geworden und steht doch meist im Schatten seiner großen Nachbarn. Die heißen Kamerun und Kongo und übertreffen es bei weitem an Einwohnerzahl. Knapp 1,5 Millionen Menschen verlieren sich in dem Land, das immerhin etwas größer ist als die alte Bundesrepublik.

Bekannt wurde es durch einen elsässischen Urwalddoktor, der eine Aversion gegen Hering hatte (siehe unseren Newsletter vom 11. September 2006 „Mögen Sie auch keinen Hering?“), dem dafür aber das Schicksal afrikanischer Waisen umso mehr am Herzen hing. In Lambarene schuf er ihnen einen Zufluchtsort. Wer wie Albert Schweitzer „die Ärmsten dieser Welt gesehen hat, fühlt sich reich genug zu helfen.“ Die Ärmsten des Kontinents leben freilich nicht in Afrikas am dünnsten besiedelten Land, das nach vier Jahrzehnten autoritärer Herrschaft unter Bongo Ondimba eine lange Phase der Stabilität genoss.

Nach dem Tod des Volkspatrons im letzten Jahr erbte Sohn Ali das Präsidentenamt, und nichts spricht dafür, dass der Küstenstaat in den nächsten Jahren im Chaos versinken oder kompletter Verarmung anheim fallen wird. Das hätte bei der Unabhängigkeit Gabuns am 17. August 1960 niemand vorherzusagen gewagt - was nicht heißen soll, das afrikanische Staaten nicht zur Demokratie fähig wären.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
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Ein Nachleben, für das der Künstler nichts konnte

Montag, 16. August 2010

„Elvis war der erste Punk“, sagt die pubertierende Göre Cebe in Dennis Hoppers Film über eine schwierige Jugend, Out of the Blue. Elvis ist aber auch ein Bindeglied zum Vater, mit dem sich Cebe sonst überhaupt nicht versteht. Das Rockidol der 50er und frühen 60er Jahre des letzten Jahrhunderts vermochte seinen Rebellenstatus zeitlebens zu bewahren, was ihm den Respekt und die Akzeptanz auch jüngerer Generationen eintrug.

Elvis-Revival-Festivals gibt es heute noch, 33 Jahre nach Presleys plötzlichem Herztod am 16. August 1977, zuhauf. Ganz so plötzlich war das Ende des Künstlers übrigens nicht. Die Musikindustrie und ein ganzer Rattenschwanz von Vermarktern waren auf das Ableben bestens vorbereitet – legt man das Kapital zugrunde, welches sie daraus schlugen und das bis heute zahlreiche Verschwörungstheorien nährt (siehe dazu auch den Eintrag „Nachleben Elvis Presleys“ der Internet-Enzyklopädie Wikipedia).

Der wohl einträglichste Teil des organisierten Gedenkens an den Star ist ein verplüschtes Nekropolis namens Graceland, dem der spontane Besuch einer Horde der eingangs erwähnten Subkultur auf den Hals zu wünschen wäre. Ganz ohne Rehabilitationsmöglichkeit möchte der vielleicht doch etwas voreingenommene Schreiber dieser Zeilen seinen Beitrag nicht abschließen – und rät zu einem Online-Besuch des Mausoleums auf der Internetseite www.elvis.com.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
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Eine Dame verschwindet

Freitag, 13. August 2010

Als „bis heute das spannendste Zugabenteuer der Leinwand“ beschreibt der Kritiker Hellmuth Karasek den Film Eine Dame verschwindet. Miss Froy heißt sie, sitzt der jungen Hauptdarstellerin im Abteil gegenüber und ist plötzlich weg. Keiner will sie gesehen haben; niemand hat ein Interesse, sie zu finden.

Während der Zug durch eine verschneite Balkanlandschaft gen Norden rast, sucht die junge Engländerin nach Verbündeten. Zunächst vergeblich: Zwei Landsleute möchten auf keinen Fall ihr Cricketspiel verpassen, eine angebliche Nonne (sie trägt Stöckelschuhe!) ist extrem abweisend, ein Arzt will die Hartnäckige gar an der nächsten Station in die Heilanstalt einweisen. Nur ein Mann, ebenfalls jung, ebenfalls Engländer, hilft; zunächst wider Willen, dann mit wachsender Sympathie. Sie ahnen es: Es wird ein Happy-End geben.

Doch zunächst gilt es noch, Hindernisse aus dem Weg zu räumen. Miss Froy taucht wieder auf; der böse Arzt hatte sie betäubt und zur Unkenntlichkeit als Kranke bandagiert. Als die jungen Leute sie endlich befreien können, haben korrupte Polizisten den Zug längst auf ein Abstellgleis mitten im Wald umgeleitet. Anschließend verschwindet die Dame tatsächlich - über die nächste Grenze, jedoch nicht ohne sich vorher als britische Agentin in geheimer Mission enttarnt und bei den jungen Rettern bedankt zu haben. Die müssen noch feindliche Verfolger aufhalten, wobei sich endlich alle Engländer im Zug zusammentun. Den bösen Arzt ereilt sein verdientes Schicksal, ebenso die falsche Nonne.

Der Streifen stammt aus dem Jahr 1938; Anspielungen auf die politische Situation Großbritanniens sind nicht zufällig. Was ihm neben Spannung, Tempo und Qualität einen Platz in der Filmgeschichte sicherte, ist die Tatsache, dass er komplett im Studio gedreht wurde: im Nordlondoner Stadtteil Islington, in einem Atelier von gerade einmal dreißig Metern Länge. Der Regisseur hieß übrigens Alfred Hitchcock. Heute vor 111 Jahren wurde er geboren, im Norden Londons, keine fünf Meilen von den späteren Filmstudios entfernt.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
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Die Angst vor Freitag dem 13.

Donnerstag, 12. August 2010

Seit wann haben wir Angst vor Freitag dem 13.? Im frühen 20. Jahrhundert war dieser Aberglaube in Deutschland noch nicht verbreitet, sagt der Bonner Volkskundler Gunther Hirschfelder: „Er ist erst nach dem Zweiten Weltkrieg von den USA herübergeschwappt. Als früher Beleg gilt der 13. November 1953, der ein Freitag war. Deshalb wurde der Stapellauf des Öltankers Tina Onassis verschoben.“

Ein abgebrochener Mondflug tat ein übriges: Nicht, wie beabsichtigt, die Rakete der Apollo 13 erhielt Auftrieb, sondern lediglich die Furcht vor dem ominösen Datum – obwohl der Fehlstart gar nicht an einem 13. erfolgte. Laut Hirschfelder waren es die Medien, die dem Aberglauben stets aufs Neue Nahrung gaben. Doch nicht nur in Amerika: In Deutschland war dies 1957 erstmals der Fall, am 13. Dezember, natürlich einem Freitag. In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung befasste sich der Journalist Thilo Koch in einer Glosse mit dem vermeintlichen Unglückstag. „Sein Artikel“, so Hirschfelder, „steht für einen Trend, der in Deutschland in den 1950er Jahren aufkam und der unter anderem Freitag den 13. thematisierte.“

Des Wissenschaftlers vorsichtige Formulierung zeigt: So ganz lässt sich die Entstehung der Angst vor Freitag dem 13. nicht terminieren. Aber sie ist da. Das bestreitet auch Hirschfelder nicht. Morgen ist es wieder so weit.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
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Gespräche vertiefen mit der Assoziations-Methode

Mittwoch, 11. August 2010

Haben Sie im Smalltalk bereits einen Anker geworfen, gilt es nun, am Thema dranzubleiben und das Gespräch ein wenig zu vertiefen. Hier empfiehlt sich eine weitere Methode: das Bilden von Assoziationsketten. Das können Sie üben. Bleiben wir beim Ortsnamen-Beispiel der letzten Woche:

  • Angenommen, Ihr Gegenüber verrät Ihnen, dass er aus Ulm kommt - entweder gebürtig oder gerade an diesem Tag von dort anreisend. Ulm liegt an der Donau. Das ist die naheliegende Verbindung. Dem Fluss weiter folgend geraten Sie irgendwann nach Wien. Die österreichische Hauptstadt ist das nächste Glied der Kette, mit ihrer Kaffeehauskultur. Damit wären Sie beim Trinkgenuss angelangt. Hier können Sie die Kette unterbrechen und den Bogen zu Ihrem Gesprächspartner schlagen. Fragen Sie Ihr Smalltalk-Gegenüber, was er in der Hand hält: eine Tasse? Und ist dort Kaffee oder Tee drin?

  • Weitere Assoziationsketten wären: Bielefeld - Teutoburger Wald - Arminenschlacht - Arminia Bielefeld - Fußball-Bundesliga. Oder auch: Dresden - Elbe - Elbflorenz - Florenz - Italien - letzter Urlaub - gutes Essen - Pasta - Maultaschen - Schwaben - Stuttgart.
  • Verfolgen Sie Gemeinsamkeiten von Städten: In Dresden steht die Frauenkirche. Gibt es die nicht auch in München? Überlegen Sie, was sonst noch interessant ist an Elbe- und Isarmetropole: hier Zwinger, Gewandhaus, Elbterrassen, dort Nymphenburger Schloss, Hofbräuhaus, Englischer Garten; der Fußballclub Dynamo ist zurzeit ähnlich erfolglos wie der TSV 1860 - und gibt es da nicht noch den FC Bayern, bei dem ein Sachse, Michael Ballack, Karriere machte? Schon haben Sie den nächsten Knoten, von dem aus sich der Gesprächsfaden weiterspinnen lässt!

Merken Sie sich also zwei Schritte für das Gelingen Ihres Smalltalks: erst ankern, dann assoziieren!

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
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Der italienische Bismarck

Dienstag, 10. August 2010

In jeder größeren italienischen Stadt ist eine Straße oder ein Platz nach ihm benannt, und nicht selten wird er in der Geschichtsschreibung als italienischer Bismarck bezeichnet. Der heute vor 200 Jahren geborene Camillo Graf Cavour gilt – neben Giuseppe Garibaldi (siehe unseren Newsletter vom 4. Juli 2007 „Ein nationaler Held“) – als Begründer der Einheit Italiens, dessen erster Ministerpräsident er auch wurde.

Garibaldi war der Kämpfer, Cavour der Politiker. Die Leidenschaft des oft unbeherrschten Volkshelden kanalisierte sein staatsmännisches Pendant durch Verstand und Verhandlungsgeschick. Allein mit Garibaldis doch recht bescheidenen militärischen Mitteln wäre die angestrebte Einheit Italiens wohl nie zustande gekommen. Es bedurfte eines Strategen, der auch im Hintergrund die Strippen zu ziehen wusste – und es vor allem verstand, einen Konflikt mit dem Papst in Rom und dessen Verbündeten zu vermeiden. Bei aller Raffinesse war Cavour durchaus integer. Seine Verhandlungserfolge erzielte er mit einer unkonventionellen Methode: „Ich habe die Kunst entdeckt, wie man Diplomaten täuschen kann: Ich sage die Wahrheit. Die glaubt nämlich keiner.“

Der mächtigste Politiker der Appenninenhalbinsel starb 2 Monate nach seiner Amtsübernahme an einem Schlaganfall. Da war sein Werk, die Entwicklung Italiens zum Nationalstaat, nicht mehr rückgängig zu machen. Ebenso der erworbene Ruhm: Cavours früher Tod verhinderte, dass auch nur ein bisschen davon abblätterte. „Es ist meistens leichter“, wusste Italiens Bismarck, „für etwas zu sterben als dafür zu leben.“

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Die Sicht der anderen

Montag, 9. August 2010

Georg Christoph Lichtenberg (siehe auch unseren Newsletter vom 9. August 2007 „Eine böse Entdeckung“) erkannte früh: „Der Amerikaner, der den Columbus zuerst entdeckte, machte eine böse Entdeckung.“ Eine bestimmte Person hatte der große Göttinger Physikprofessor des 18. Jahrhunderts nicht im Blick, denn im Gegensatz zu den spanischen Entdeckern und Eroberern blieben die meisten Ureinwohner namenlos. Einer, auf den Lichtenbergs Profil zwar nicht zutrifft, der aber eben diese typische Erfahrung machte, war Huayna Capac.

Der Inkakönig, um 1476 geboren, traf vermutlich nicht auf Christoph Kolumbus, sondern auf spanische Konquistadoren, die erst auf dessen Verheißungen eines sagenhaften Goldlandes nach Amerika gekommen waren. Die Begegnung hatte Folgen: Huayna Capac steckte sich mit Pocken an und starb bald darauf, ebenso Tausende seiner Krieger. Dies erleichterte den Spaniern ihren Eroberungszug; und da die Deutungshoheit immer beim Sieger liegt, bestimmte die Sichtweise der Spanier lange Zeit die Geschichtsbücher.

Erst im 20. Jahrhundert setzte, von Ausnahmen wie Lichtenberg abgesehen, ein Umdenken ein. So schrieb der Historiker Wolfgang Behringer: „Nicht die Spanier hatten Peru ‚entdeckt’, sondern Huayna Capac die Spanier; nicht wegen ihrer militärischen Überlegenheit hatten die Spanier Peru erobert, sondern weil Huayna Capac es den Fremden, die er fälschlich für Wiraqochas (Götter) hielt, überlassen hatte. Noch im Niedergang demonstrierte der Inka den Spaniern kulturelle Überlegenheit: Die Spanier waren Barbaren, goldgierig, grausam grob, dumm, rüpelhaft, scheinheilig – der Inka hingegen war überlegen, klug, erhaben, rhetorisch begabt, in die Tradition eingebettet und mit den Göttern im Einklang stehend.“

Heute, am 9. August, gedenkt die UNO wie jedes Jahr den durch die europäische Eroberung immer noch gebeutelten Nachkommen der Ureinwohner.

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Das Ende der Selbstjustiz

Freitag, 6. August 2010

Jemandem einfach den Fehdehandschuh vor die Füße werfen durfte nicht einmal ein Ritter. Bei der förmlichen Selbstjustiz galt es gewisse Spielregeln zu beachten. So musste eine Fehde zuvor dem Gegner durch einen förmlichen Brief angekündigt werden. Fehdeberechtigt waren ausschließlich Freie; für Abhängige musste oder, je nach Temperament, durfte deren Dienstherr den Zweikampf austragen.

Die protokollarische Ausübung der persönlichen Rache war im Deutschen Reich bis zum ausgehenden Mittelalter weithin akzeptiert: Fehlten klare Rechtsnormen – was häufig der Fall war – blieb den Betroffenen nur übrig, ihr Recht auf eigene Faust zu bekommen. Die Fehde war nicht nur dem Adel vorbehalten. Auch freien Bauern, Geistlichen und Bürgern stand dieses Recht zu. Theoretisch jedenfalls. Tatschlich riefen Angehörige der letztgenannten Stände lieber die Kirche beziehungsweise die Justiz um Beistand an. Auf das Niveau des Faustrechts hätte sich ein frommer Geistlicher oder ein braver Bürger niemals herabgelassen.

Vor 515 Jahren, am 7. August 1495, hatte das Faustrecht bei allen Ständen ausgedient: Kaiser Maximilian I. untersagte die Fehde als Bruch des Landfriedens: Jeder Untertan hatte künftig sein Recht über ein Gericht zu suchen und dessen Urteil zu akzeptieren. Später wurde die Fehde ausdrücklich unter Strafe gestellt und die Gerichte angewiesen, letztere konsequent durchzusetzen – auch mit der Todesstrafe.

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Kein so gewaltiger Sprung für die Karriere

Donnerstag, 5. August 2010

Was würde passieren, wenn ein Mensch seinen Fuß auf den Mond setzt? Diese Frage beantwortete Neil Armstrong am 21. Juli 1969 den Experten der US-Weltraumbehörde NASA und Millionen Zuschauern an den Fernsehgeräten. Sechseinhalb Stunden hatte er in der Landekapsel gesessen, gemeinsam mit Buzz Aldrin; das dritte Mitglied der Apollo11-Mission, Michael Collins, hielt derweil die Stellung im Raumschiff.

Als sich Armstrong endlich nach draußen wagte, geschah nichts. Jedenfalls nichts Ungewöhnliches, sodass der Astronaut seinen wagemutigen Auftritt mit einem Kommentar der Erleichterung versehen konnte: „Das ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein gewaltiger Sprung für die Menschheit.“ Es war auch ein gewaltiger Sprung für Armstrongs Karriere – hätte man meinen können. Tatsächlich verließ der auch international gefeierte amerikanische Volksheld bereits ein Jahr nach der Rückkehr vom Mond die NASA. Es sollte nicht zu seinem Schaden sein, zumindest nicht zu seinem finanziellen: Armstrong gründete mehrere Firmen und wurde bald zum Millionär.

Auch war sein Rat bei der NASA weiterhin gefragt: Der erste Betreter des Erdtrabanten gilt als entschiedener Befürworter einer bemannten Mars-Mission. Ob er die noch erleben wird? Seinen 80 Geburtstag feiert Armstrong dem Vernehmen nach jedenfalls bei bester Gesundheit.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
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Nutzen Sie die Anker-Methode!

Mittwoch, 4. August 2010

Einsilbigkeit ist nicht die beste Grundlage für einen Small Talk. Werden Sie von Ihrem Gesprächspartner etwas gefragt, sollte Ihre Antwort Ihrem Gegenüber die Möglichkeit bieten, ein- beziehungsweise nachzuhaken. Um ein Beispiel zu geben: Stellen Sie sich vor, Sie werden gefragt, woher Sie kommen. Hier sind einige Varianten, die Anker-Methode elegant und kommunikationsfördernd anzuwenden:

  • Antworten Sie auf die Frage nach Ihrer Herkunft nicht einfach “aus dem Ruhrgebiet”. Bieten Sie einen Punkt zum Anknüpfen, etwa: “Ich komme aus Mülheim, der Heimat des Entertainers Helge Schneider”. Ihr Gesprächspartner könnte anschließend über seine Vorlieben bezüglich Komikern oder Kabarettisten erzählen.
  • Gleich mehrere Ankermöglichkeiten bieten Sie Ihrem Gegenüber mit folgender Antwort: “Ich komme aus der Stadt, die sowohl Düsseldorfer, Mainzer als auch Leverkusener nicht leiden können.” Ihr Gesprächspartner hat jetzt die Wahl, das Gespräch über die Themen Rheinland allgemein, Karneval speziell oder Fußball im besonderen zu vertiefen.
  • An Stelle der bewährten können Sie auch neue Ankerplätze anbieten. Statt des üblichen “Ich stamme aus Bonn, der Ex-Bundeshauptstadt” sagen Sie: “Ich komme ursprünglich aus Bonn, der Heimat der Haribo-Goldbären”. Ihrem Gegenüber können Sie so vielleicht das eine oder andere Bekenntnis zu gewissen Faibles und Schwächen entlocken.

Falls Ihr Gegenüber die Möglichkeit, an Ihrem Thema anzubeißen, ungenutzt lässt, sollten Sie nicht daran festhalten. Bieten Sie ihm einen anderen Köder. Der Small Talk kennt außer der Anker-Methode noch weitere Techniken.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
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