Blicken wir noch einmal 20 Jahre zurück: In den zwei Wochen nach der Maueröffnung hatten 11 Millionen DDR-Bürger bereits den Westen besucht. Die restlichen fünf Millionen hatten nicht nur auf die Reise, sondern auch auf 100 D-Mark Begrüßungsgeld verzichtet. Für unsere jüngeren Leser: Das sind umgerechnet etwas mehr als 51 Euro. Diesen Betrag bekamen Ostdeutsche, wenn sie unter Vorlage eines Ausweises bei einem westdeutschen Geldinstitut vorstellig wurden.
Lange Schlangen vor den Bank und Sparkassen waren die Folge. Das Begrüßungsgeld hatte es bereits vorher gegeben, die langen Schlangen noch nicht. 1970 wurde es eingeführt, und die wenigen aus der DDR Ausreiseberechtigten – meist Rentner – durften es zweimal im Jahr in Anspruch nehmen. Es waren ja nur 30 D-Mark. Ein Jahr vor dem damals noch nicht geahnten Mauerfall wurde der Betrag auf 100 D-Mark erhöht, durfte aber nur noch einmal jährlich in Empfang genommen werden. Mit der Öffnung der Grenzen für alle DDR-Bürger wurde das Begrüßungsgeld auf eine Einmalzahlung reduziert und Ende 1989 ganz eingestellt. 260 Millionen D-Mark hatte die Bundesrepublik 1988 zahlen müssen; die Summe, die in den letzten beiden Monaten des Folgejahres zusammenkam, können Sie leicht ausrechnen.
Was hätten Sie mit dem Begrüßungsgeld angefangen? Dieselbe Frage, nur nicht im Konjunktiv, stellte das Online-Magazin Alles Lausitz seinen Lesern. Die manchmal doch etwas überraschenden Antworten finden Sie im Internet unter www.alles-lausitz.de.
Autor von Small-Talk-Themen.de










