Heute ist Nationalfeiertag in unserem Nachbarland. Am 26. Oktober 1955 erklärte Österreich seine immerwährende Neutralität, was die Besatzungsmächte USA, Großbritannien, Frankreich und die Sowjetunion mit sofortigem Abzug und der Dirigent Karl Böhm mit einer Fidelio-Inszenierung in der nach Kriegszerstörungen wieder aufgebauten Wiener Staatsoper belohnten. Anders als die beiden deutschen Staaten war die Alpenrepublik damit ein freies Land – allerdings ein im Vergleich zum Habsburgerreich vor dem Ersten Weltkrieg stark geschrumpftes: Bis dahin lebten in der k.u.k. Doppelmonarchie (siehe dazu auch unseren Newsletter vom 12. November 2007 „Ende einer Erfolgsgeschichte“) Ungarn, Kroaten, Slowenen, Ruthenen, Polen, Slowaken, Tschechen, Rumänen, Italiener und Deutsche recht friedlich nebeneinander. Letztere stellten gerade mal ein Viertel der Bevölkerung dieses ersten multiethnischen Gemeinwesens in Europa.
Jetzt sind alle diese Völker, mit Ausnahme der Ruthenen, die in der Ukraine leben, wieder vereint – in der EU. Ihr trat Österreich am 1. Januar 1995 bei, 12 Jahre später folgte Rumänien mit seiner zahlreichen ungarischstämmigen Bevölkerung als bislang letztes Mitglied des k.u.k. Clubs. Wenn Sie mehr über unsere Nachbarn erfahren wollen, etwa über die Anfänge des Habsburgerreiches oder über das von vielen Klischees verzerrte Leben der durchaus intellektuellen und lebenstüchtigen Kaisergattin Elisabeth, kurz Sisi, empfehle ich das soeben erschienene Buch von Brigitte Hamann mit dem Titel Österreich. (Verlag C.H.Beck, ISBN 978-3-406-57846-9).
Autor von Small-Talk-Themen.de










