Als England Republik wurde
England und sein Königshaus: Diese beiden Begriffe sind seit Jahrhunderten eng miteinander verbunden. Und doch gab es eine Zeit, in der das Land eine Republik war. Sie begann heute vor 360 Jahren und dauerte bis zur Inthronisation Karls des Zweiten 1660. Der erste englische König dieses Namens war am 30. Januar 1649 auf dem Schafott geendet.
Neuer starker Mann auf der Insel wurde Oliver Cromwell, ein für die damalige Zeit recht sozialer Herrscher. Leider vergaß er mit wachsender Zementierung seiner Macht immer mehr die demokratischen Tugenden, weshalb nicht wenige Briten – vor allem die aus der adligen Oberschicht – nach Cromwells frühzeitigen Tod hörbar aufatmeten. Sein Sohn übernahm das Kommando im Commonwealth of England – so nannte sich die junge Republik – erwies sich jedoch machtpolitisch als weit weniger instinktsicher als der Vater.
Von dem ist eine schöne Anekdote überliefert: Oliver Cromwell hatte seinem Schreiber einst zwei Briefe diktiert – mit komplett gegenseitigem Inhalt. Auf die verwunderte Frage, weshalb er so verfahre, antwortete Cromwell: „Ich werde Ihnen nicht verraten, welchen ich absende.“ Nach elf Jahren endete in England das republikanische Intermezzo, als der vorerst letzte König mit dem Namen Karl übernahm. Der dritte steht in den Startlöchern, und es sieht nicht so aus, als sollte vor dessen Thronbesteigung die Monarchie noch einmal abgeschafft werden.
Autor von Small-Talk-Themen.de



19. Mai 2009 at 11:00
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