Auch nichts gegen Waliser?

Das kleine Wales hat einen Prinzen, der die Sprache nicht spricht (Charles kann nur Englisch), einen beliebten Sänger, der lieber nicht dort lebt (Tom Jones zog vor Jahrzehnten nach Kalifornien) und einen berühmten Dichter, der sich despektierlich über seine Heimat äußerte: „Wales ist das Land meiner Vorfahren“, sagte Dylan Thomas, „und die können es gerne behalten.“ Er selber wanderte erst nach London und später nach New York aus.

Vielleicht liegt es ja am schlechten Wetter, das Wales so unwohnlich macht. Böse Zungen behaupten, dort regne es an acht von sieben Tagen. Ein weiteres Problem – siehe oben – ist die Sprache. Sie ist so schwer zu erlernen, dass selbst Begabte mehrere Jahre brauchen, um eine Zeitung lesen und verstehen zu können. Ein Glück, dass die meisten Gazetten auf Englisch erscheinen. Und die Bewohner? Haben einen knorrigen Charme, der sich dem Fremden erst nach einiger Zeit erschließt. Der kanadische Intellektuelle Stephen Leacock scheiterte sogar komplett. Sein Fazit: „Jede Region der britischen Inseln hat ihren eigenen Humor. Außer Wales.“

Ob es dort wirklich so streng zugeht? Morgen spielt unsere Fußballnationalmannschaft in der Hauptstadt Cardiff. Eins ist gewiss: Die für ihre Härte berühmten walisischen Abwehrspieler werden humorlos zur Sache gehen.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
Autor von Small-Talk-Themen.de

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