Das Manko der Meerwasserentsalzungsanlagen

Eine farblose Flüssigkeit, die schwarz wird, wenn man sein Gesicht darin wäscht: So definierte Mickey Mouse das Lebensmittel, das wir alle am dringendsten brauchen.

Leider hat es nicht jeder zur Verfügung: 1,2 Milliarden Menschen in den Entwicklungsländern besitzen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser, und jedes Jahr sterben zehnmal so viele Menschen durch verschmutztes Wasser als durch militärische Auseinandersetzungen. Das liegt beileibe nicht daran, dass es so wenig Krieg auf dieser Welt gibt.

Wohl aber ausreichend Wasser: Der weitaus größte Teil davon weist jedoch eine Ingredienz auf, die es ungenießbar macht. Um das Schmutziggraue - so die Bedeutung des indogermanischen Wortstamms sal - wieder herauszuwaschen, wird großer Aufwand betrieben.

Rund um den Globus sind über 14.000 Meerwasserentsalzungsanlagen in Gebrauch. Den größten Teil des auf diese Weise aufbereiteten Trinkwassers konsumieren die Bewohner der Arabischen Halbinsel. Dort ist die Entsalzung längst zu einem Umweltproblem geworden, wie die Süddeutsche Zeitung schreibt: „Die Anlagen am Golf spülen täglich 24 Tonnen Chlor, 300 Kilogramm Kupfer und 65 Tonnen anderer chemischer Substanzen in die Gewässer.“ Und durch die täglich zur Entsalzung entnommenen zwölf Millionen Kubikmeter Wasser wird den Fischen - und indirekt ihren tierischen und menschlichen Verwertern - die Nahrungsgrundlage in Form überlebenswichtiger Mikroorganismen entzogen.

Was gegen einen solchen Raubbau hilft? Weniger Wasser verbrauchen! Nicht nur am heutigen Weltwassertag sollte darüber nachgedacht werden.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
Autor von Small-Talk-Themen.de

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