Der 50. Stern auf dem Banner

Heute vor 50 Jahren kam der bislang letzte Stern auf das amerikanische Banner. Die geschieht nur, wenn ein neuer US-Bundesstaat aus der Taufe gehoben wird. Am 21. August 1959 war es so weit für eine Inselgruppe, deren Metropole Honolulu exakt 7785 Kilometer von der Bundeshauptstadt Washington entfernt ist.

Überhaupt hatten die Einheimischen ihre Schwierigkeiten mit den Amerikanern, bevor sie Mitglied der Union wurden. 1778 wurden die Pazifikeilande vom Weltumsegler James Cook entdeckt, der sein leicht überhebliches Auftreten gegenüber den Ureinwohnern mit dem Leben bezahlte. Auch die weitere Geschichte des Inselreichs verlief alles andere als unblutig. 1893 inszenierten weiße Siedler, hinter denen wiederum von Handelsinteressen gelenkte US-Firmen standen, einen Putsch gegen Königin Liliuokalani. In der Folgezeit hatten die Amerikaner endlich eine Kolonie, und der Inselhafen Pearl Harbor wurde zu einer militärischen Operationsbasis gegen die konkurrierenden Spanier ausgebaut, die zuvor ebenfalls ein Auge auf jenen strategisch wichtigen Pazifik-Archipel geworfen hatten.

Der japanische Bombenangriff auf die USA im Zweiten Weltkrieg traf daher auch nicht das amerikanische Festland. Als es zum Volksentscheid über den Beitritt zur Union kam, hatte der von Washington aus organisierte Zuzug von Asiaten und US-Amerikanern auf die Inselgruppe die Einheimischen längst zur Minderheit im eigenen Land gemacht. Daher war es keine Überraschung, dass sich die Bevölkerung Hawaiis entschied, ihr Territorium zum 50. Bundesstaat der USA zu machen.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
Autor von Small-Talk-Themen.de

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