„Eine Sammlung von Anekdoten und Maximen ist für den Weltmann der größte Schatz, wenn er die ersten an schicklichen Orten ins Gespräch einzustreuen, der letzten im treffenden Falle sich zu erinnern weiß.“ Diesen Ratschlag beherzigen wir zum 260. Geburtstag des Dichters und geben ein Zwiegespräch wieder, das sich am 28. August 1818 – oder war es der 27.? – in einem Hotelzimmer im böhmischen Karlsbad entspann.
Dort war Johann Wolfgang von Goethe, leider nicht bei bester Gesundheit, abgestiegen, und dorthin hatte ihn sein Leibarzt Wilhelm Rehbein (den Goethe um sieben Jahre überleben sollte) begleitet. Zwischen beiden ist, nachdem Goethe zwei Flaschen Rotwein auf sein Zimmer bringen ließ und trotz des Doktors Missbilligung Glas um Glas trank, folgender Dialog überliefert:
Goethe: „Was für einen Tag haben wir heute?“
Rehbein: „Den 27. August.“
Goethe: „Nein, es ist der 28. und mein Geburtstag!“
Rehbein: „Ach was, Ihren Geburtstag vergesse ich nie. Wir haben den 27.“
Goethe: „Das ist nicht wahr. Wir haben den 28.“
Rehbein: „Den 27.“
Schließlich klingelte Goethe einen Diener herbei und fragte diesen nach dem Datum. Die Antwort: „Heute ist der 27.“
Der Dichter, immer noch ungläubig, ließ sich einen Kalender bringen. Nach einer langen Pause stellte er fest: „Donnerwetter. Da habe ich mich umsonst besoffen!“
Autor von Small-Talk-Themen.de










