Die erzieherische Wirkung des Fernsehens

Morgen ist der Welttag des Fernsehens. Er hat keineswegs zum Ziel, dass sich rund um den Globus Menschen einen ganzen Tag lang vor die Glotze setzen. Vielmehr soll selektiv ferngesehen und der segensreiche Anteil des TV an der Informationsgesellschaft unterstrichen werden. So die Theorie. In der Praxis ist es mit der erzieherischen Wirkung der flimmernden Kiste nicht so weit her.

In einer britischen Studie, berichtet die Süddeutsche Zeitung, wurde Affen per TV beigebracht, Stöcke zusammenzustecken, um sich etwas Leckeres aus einem tiefen Behältnis zu angeln. Das funktionierte. Leider steckten die Affen die Stöcke auch zusammen, um sich etwas aus einem flacheren Gefäß zu fischen, dessen Boden sie locker mit der Hand erreicht hätten. Interessant war der Parallelversuch: Die Affen, die kein Fernsehen hatten, schafften es auch, die Stöcke miteinander zu verbinden. Anders als ihre glotzenden Kollegen benutzten sie die Angel nur dann, wenn es nötig war.

Von unseren Vettern zu uns: Seit der Mensch sich nicht mehr so viel in der Natur bewegt, wird er anfälliger für Krankheiten. Auf diese Entwicklung reagierten die TV-Macher und erfanden Gesundheitsmagazin Praxis. Die Sendung wurde von 1964 an Monat für Monat im ZDF ausgestrahlt, und das über drei Jahrzehnte. Mit eindrucksvollem Resultat: Am Tag nach jeder Sendung klagten die Ärzte in den Praxen über Patienten, die wiederum über Symptome klagten, die zuvor Thema in Gesundheitsmagazin Praxis waren.

- http://www.small-talk-themen.de

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