Heute vor 30 Jahren gründeten Umweltschützer und Friedensaktivisten die Partei der Grünen. Die Überlegung dahinter: Im Parlament könnten sie ihre Interessen besser vertreten. Es blieb beim Konjunktiv. Drei Jahrzehnte und ein wackliger Atomausstieg (unter einem grünen Umweltminister) sowie ein Bombenkrieg gegen Jugoslawien (unter einem grünen Außenminister) später fällt die Bilanz ernüchternd aus.
Vielleicht kommen an dieser Stelle Einwände, diese Kritik habe in einem Newsletter für Small Talk nichts zu suchen. Dem wäre zu erwidern, dass sich die Grünen in ihrer politischen Diktion dem Small Talk angenähert haben und nicht umgekehrt. Oder hat der Schreiber dieser Zeilen auf der Webseite der Bundestagsfraktion etwas falsch verstanden: „Die Regierung gibt wirklich keinen Anlass zu Optimismus für das beginnende neue Jahrzehnt. Optimistisch aber stimmt der grüne Start in die nächste Legislatur: Wir haben uns in den ersten Monaten erfolgreich als die kraftvollste, schnellste und ideenreichste der drei Oppositionsfraktionen in Stellung gebracht. Daran werden wir im nächsten Jahr anknüpfen.“? Um Einwänden, der Text sei aus dem Zusammenhang gerissen, vorzubeugen: Sie finden ihn unter www.gruene-bundestag.de.
Wenigstens die Redaktion dieses Newsletters freut es, dass die harten politischen Themen nicht nur in Wahlkampfzeiten weichgespült daherkommen. So kann sie sich mehr auf das aus ihrer Sicht Wesentliche konzentrieren und ihr Themenspektrum getrost auf das Gebiet der Politik ausweiten, die der Grünen eingeschlossen. Weniger erfreulich ist diese Beliebigkeit für Parteimitglieder der ersten Stunde. Einer von ihnen wird den heutigen Beitrag mit einem gewissen Schmunzeln lesen. Vor Jahren kehrte er zuerst der Partei den Rücken, dann wanderte er aus. Inzwischen züchtet er Lamas in Peru. Die Wolle verarbeitet und vertreibt er nach streng ökologischen Prinzipien, versteht sich.
Autor von Small-Talk-Themen.de







Kompakt-Kurs Werbetexten


