Ein blutiger Spaß

Puumala ist ein kleines Nest im Südosten Finnlands, an der Grenze zu Russland. Keine 3000 Menschen leben dort; in den Sommerferien, wenn die Urlauber kommen, geht es merklich lebhafter zu. Einmal war schon Ende Juni jede Menge los. Schuld war ein Rudel schwedischer Touristen, die sich als Russen verkleidet hatten und für negative Stimmung sorgen wollten. Das gelang ihnen auch: Die Störenfriede packten einfach ihre mitgebrachten Waffen aus und begannen damit, auf ihr eigenes Heimatland zu schießen.

Damals grenzte Russland an Schweden, und Finnland gab es noch nicht – zumindest nicht als Staat. Das durchaus beabsichtigte Resultat des perfiden Spiels, welches sich der schwedische König Gustaf III. ausgedacht hatte, war ein Krieg zwischen seinem Land und Russland. Er begann heute vor 222 Jahren und endete 0:0. Was für den Schwedenkönig allenfalls ein wenig Gesichtsverlust auf dem europäischen Parkett bedeutete, war für seine Soldaten ungleich tragischer: 21.000 Menschen ließen ihr Leben auf dem Schlachtfeld. Noch mehr litt die Zivilbevölkerung unter den Launen ihres Herrschers: Fast 30.000 starben in den nächsten beiden Jahren.

Wieder ein Jahr später änderte Gustaf seine Meinung und hatte die Russen plötzlich wieder lieb. Er schloss sogar einen Freundschaftsvertrag mit ihnen. Für seine flatterhafte Politik musste der Monarch am Ende mit dem Leben bezahlen. Gustaf fiel einer Verschwörung des schwedischen Adels zum Opfer. Bei einem Maskenball in der Stockholmer Oper in der Nacht vom 16. auf den 17. März 1792 wurde er erstochen.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
Autor von Small-Talk-Themen.de

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