Ein Gesetz über die Zeit
Auf die Sommerzeit müssen Sie sich schon seit zehn Tagen einstellen. In Deutschland wurde sie heute vor dreißig Jahren wieder eingeführt. Versuche, sie zu starten, hatte es seit 1916 immer wieder gegeben (siehe unsere Newsletter vom 26. März 2007 „Wer hat an der Uhr gedreht?“).
Dahinter stand eine wirtschaftliche Überlegung: Der teuer gewordene Energieverbrauch sollte gedrosselt werden. So etwas geht in Deutschland sehr bürokratisch vonstatten. Für die Sommerzeit brauchte es extra eines Zeitgesetzes, das wirklich so hieß. Der Bundestag verabschiedete es am 25. Juli 1978, wie es in dem Beschluss hieß, „zur besseren Ausnutzung der Tageshelligkeit und zur Angleichung der Zeitzählung an diejenige benachbarter Staaten. Tatsächlich hatte bis dato nur Dänemark die Sommerzeit noch nicht eingeführt. Anfangs galt die Sommerzeit in Deutschland und den meisten anderen Staaten nur von Ende März bis Ende September.
Eine Ausnahme bildete Großbritannien: Auf der Insel dachte man pragmatisch und fand, auch im Oktober ließe sich Energie sparen. Dieser Überlegung schlossen sich später die übrigen europäischen Regierungen an. Seit 1996 gibt es für die Sommerzeit eine einheitliche Regelung in ganz Europa: Sie reicht vom letzten Wochenende im März bis zum letzten Wochenende im Oktober.
Autor von Small-Talk-Themen.de


