Ein Leben, geprägt von einem Tor, das keins war
Er gewann mit Borussia Dortmund 1965 den DFB-Pokal und ein Jahr später den Europacup, in einem denkwürdigen Endspiel gegen den FC Liverpool. Es war das erste Mal, dass einer deutschen Mannschaft ein solcher Erfolg gelang. Doch Hans Tilkowski wurde durch ein anderes Ereignis weltberühmt, über das er auch an seinem heutigen 75. Geburtstag bestimmt wieder Auskunft geben muss.
Der Borussen-Torwart stand im Finale der WM 1966 zwischen jenen Pfosten, die Fußballgeschichte schrieben. Genauer gesagt war es die Unterkante der Latte, die der englische Stürmer Geoff Hurst in der Verlängerung des Spiels England-Deutschland traf und von wo der Ball eindeutig auf und nicht hinter die Linie und von dort wieder ins Feld sprang. Immer wieder musste Tilkowski jene Szene aus der 101. Minute schildern, welche die Gastgeber zu Weltmeistern und die Deutschen, immerhin, zu fairen Verlierern machte. Wäre das Tor auf normale Weise gefallen, würde heutzutage niemand mehr darüber sprechen.
Später wirkte Tilkowski, weniger spektakulär, als Trainer. Immerhin verhalf er dem ruhmreichen, aber schon damals recht erfolglosen 1. FC Nürnberg 1974 zum Wiederaufstieg in die Bundesliga. Vor zwei Jahren wurde Tilkowski mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Sein Leben aber hat, wie er immer wieder betont, das Wembley-Tor geprägt.
Autor von Small-Talk-Themen.de


