Ein Stern für Stars und Sternchen
In Los Angeles wird selten zu Fuß gegangen. Tut man es doch, noch dazu in besseren Vierteln wie Beverly Hills oder Laurel Canyon, macht man sich gleich verdächtig und kann sicher sein, in den nächsten Minuten einer Polizeikontrolle unterworfen zu werden. Erwünscht sind Fußgänger dagegen auf dem Hollywood Boulevard und den von ihm abgehenden Straßen.
Um das Flanieren interessanter zu machen und das Verweilen auf der Straße zu verlängern, kamen die Stadtoberen auf die Idee, die Gehsteige mit vereinzelten Sternen zu bepflastern. Oder war es doch eher ein PR-Gag der Filmbosse? Die 2400 bislang eingelassenen fünfzackigen Terrazzo-Muster mit Bronzeaufschrift sind ausschließlich Personen gewidmet, die sich um die US-Unterhaltungsindustrie verdient gemacht haben.
Ein kleines Geschäft dürfte ebenfalls hinter der Idee stecken: Für die Aufnahme in den erlauchten Sternenkreis müssen sich die Stars und Sternchen selbst bewerben. Im Falle eines Verstorbenen dürfen es auch andere tun, allerdings erst fünf Jahre nach dessen Ableben. Dass dies nicht komplett ohne Gebühr abgeht, versteht sich von selbst.
Heute vor 50 Jahren wurde der erste Stern in den Hollywood Boulevard eingelassen, zu Ehren der Schauspielerin Joanne Woodward. Wie viel sie dafür bezahlt hat, ist nicht bekannt.
Autor von Small-Talk-Themen.de


