Ein Tag ohne Auto?

Der 22. September wird in der EU als Aktionstag begangen, bei der eine Aktion tunlichst unterbleiben sollte: das Autofahren. Unmöglich, werden Sie vielleicht einwenden, heute ist Dienstag, ein Werktag! Doch wie unmöglich ist der Verzicht tatsächlich?

Nehmen wir einmal an, Ihr Wagen hat die Grippe und weigert sich, die Garage zu verlassen. Die nächste Bus-, Bahn- oder S-Bahnhaltestelle ist Ihnen zu weit entfernt, das Taxi dorthin – oder gleich ins Büro – zu teuer. Ihr Fahrrad möchten Sie auch nicht benutzen, da es draußen nicht nur Katzen, sondern auch Hunde regnet. Zum Glück fällt Ihnen ein, dass Kollege Meyer keine drei Straßen weiter wohnt und gewöhnlich immer eine Viertelstunde nach Ihnen im Großraumbüro einläuft. Sie rufen ihn an; kurz darauf fahren Sie beide gemeinsam zur Arbeit.

Die Initiatoren des autofreien Tages – dazu zählen neben Umweltorganisationen vor allem Kirchen und Kommunen – würden ob solcher Flexibilität jubeln. Sie sehen die Tabuisierung des motorisierten Individualverkehrs keineswegs als allein selig machende Lösung. Viel wichtiger ist ihnen das Nachdenken über die Nutzung straßenverstopfender, luftverschmutzender und fußgängergefährdender Kraftfahrzeuge. Die findet allzu häufig ohne Sinn und Verstand statt.

Nach Angaben des Umweltministeriums von Baden-Württemberg ist jede zweite Autofahrt kürzer als fünf Kilometer, jede vierte sogar kürzer als zwei. Nur jedes zweite Auto, schreibt der Bund der Energieverbraucher auf seiner Internetseite, fährt im Berufsverkehr mit mehr als einem Insassen. Nicht jede Fahrt ist verzichtbar, aber stellen Sie sich unsere Straßen doch einmal mit der Hälfte der Autos vor. Ein solches Szenario ist keine Utopie, sondern mit einigen kleinen Schritten sofort zu verwirklichen.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
Autor von Small-Talk-Themen.de

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Ein Kommentar to “Ein Tag ohne Auto?”

  1. guert schreibt dazu:

    “Gute Idee - gleich anfangen!” - habe ich beim Lesen noch gedacht, auch, weil eine Straßensperrung wegen einer größeren Brückenbaumaßnahme mir gestern den Heimweg (per Auto) vergällt hat, und das wohl noch weitere 3 Wochen tun wird.
    Allein, es scheitert am inneren Schweinehund, der mich leider auch seit 2 Jahren hindert, wenigstens bei gutem Wetter auf dem Arbeitsweg (2 Mal 13,5km) das Fahrrad zu benutzen. :-(

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