Ein trauriges Jubiläum

Unsere Gesellschaft wird sich durch nichts mehr verändern als durch Aids: Diese Einschätzung der Mikrobiologin Helga Scherf ist richtig – und auch wieder nicht. 33 Millionen Menschen weltweit sind von HIV, also der Infizierung, und Aids, dem Ausbruch der tödlichen und bislang nicht heilbaren Krankheit, betroffen.

In Deutschland beträgt ihre Zahl 59 000. Alarmierend ist die ungleiche Verteilung der Krankheit. Am schlimmsten betroffen ist das südliche und östliche Afrika: Jeder vierte in Swaziland und Botswana, 23 Prozent in Lesotho, 18 Prozent in Simbabwe und 16 Prozent in der Republik Südafrika leiden an HIV oder Aids.

Immerhin ist die Zahl der Neuinfizierungen dort in den letzten Jahren zurückgegangen. Anders in der übrigen Welt: Hier steigt die Zahl der HIV- und Aidskranken weiter an, wenn auch nicht mehr so rasant wie zu Beginn des Jahrzehnts. Dass die Zahl der Aidstoten zurückgeht, liegt einzig an den besseren Medikamenten, die den Kranken inzwischen zur Verfügung stehen. Wichtiger aber wäre eine bessere Vorsorge, die nur über eine effizientere Aufklärung über die Krankheitsrisiken erreicht werden kann. Die war auch Thema der diesjährigen Weltaidskonferenz in Mexiko (siehe unseren Newsletter vom 6. August).

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung gibt ob der vergleichsweise geringen Zahl der Infektionen in Deutschland keine Entwarnung. Im Gegenteil: Sie stellt gerade bei Jugendlichen eine wachsende Sorglosigkeit gegenüber HIV und Aids statt – und reiht sich in die Kampagne derjenigen ein, die am heutigen Weltaidstag vor möglichen Gefahren warnen wollen (Internet: www.bzga.de). Der erste Weltaidstag fand übrigens vor exakt 20 Jahren statt - ein trauriges Jubiläum.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
Autor von Small-Talk-Themen.de

Post to Twitter Beitrag twittern

Kommentar schreiben: