Es gibt keinen Weg zum Frieden
Der 1948 gestorbene Mahatma Gandhi gehört aus deutscher Sicht zu den zehn Persönlichkeiten der Weltgeschichte, welche die Welt am stärksten positiv verändert haben. Das ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Emnid (siehe unseren Newsletter vom 2. März 2006 „Wer hat in der Weltgeschichte am positivsten gewirkt?“). Heute vor 90 Jahren rief Gandhi seine indischen Landsleute zum Widerstand gegen die britischen Kolonialherren auf. Einzig gangbarer Weg für den erklärten Pazifisten war statt einer gewaltsamen Revolution der zivile Ungehorsam.
„Ich glaube, dass Gewaltlosigkeit der Gewalt himmelhoch überlegen ist“, lautete Gandhis Überzeugung, und „dass vergeben männlicher ist als vergelten.“ So suchte Indiens wohl größter Politiker des 20. Jahrhunderts den Teufelskreis der Gewalt zu durchbrechen, was ihm für die Dauer des Widerstands gegen die Briten im Großen und Ganzen auch gelang. Nachdem jedoch die Besatzer abgezogen waren, konnte er den Ausbruch des Bürgerkriegs in seiner Heimat und die Teilung in zwei Staaten – das überwiegend hinduistische Indien und das moslemische Pakistan – nicht verhindern.
Besonders bittere Ironie der Geschichte: Nur ein Jahr nach der Unabhängigkeit wurde Gandhi von einem fanatischen Hindu erschossen. Bis heute ist Gandhis Geburtstag, der 2. Oktober, indischer Nationalfeiertag. „Es gibt keinen Weg zum Frieden“, hatte Gandhi einmal gesagt, „der Frieden ist der Weg.“ In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein friedliches und harmonisches Weihnachtsfest. Der Newsletter macht ein paar Tage Pause; wir melden uns wieder am ersten Montag im neuen Jahr.
Autor von Small-Talk-Themen.de


