Über Tenzin Gyatso berichteten wir bereits in unserer Ausgabe vom 10. März 2009 („Seit 50 Jahren im Exil“). Im indischen Dharamsala, wo er seit einem halben Jahrhundert im Exil lebt, feiert der Dalai Lama heute seinen 75. Geburtstag. Wie üblich zu solchen Festen werden ihn viele gute Wünsche erreichen. Auch schöne Reden dürfte es zahlreiche geben.
Nutzen wird ihm und seinem tibetischen Volk dies alles herzlich wenig. Zu wichtig ist die Besatzungsmacht China in wirtschaftlicher Hinsicht, als dass man von Politikerseite ernsthaft über einen Boykott ihrer Waren nachdenken könnte. In Deutschland hat der Dalai Lama zudem seinen wichtigsten politischen Fürsprecher verloren: Roland Koch ist als hessischer Ministerpräsident zurückgetreten. Natürlich nicht wegen China. Das hat in Tibet inzwischen vollendete Verhältnisse geschaffen – durch eine Einwanderungspolitik, die das ursprüngliche Volk systematisch zur Minderheit gemacht hat.
Die Hoffnung auf eine Rückkehr in seine Heimat hat der Dalai Lama vermutlich längst aufgegeben: „Denke daran“, so lautet eine seiner Weisheiten, „dass etwas, was Du nicht bekommst, manchmal eine wunderbare Fügung des Schicksals sein kann.“ Vielleicht hätte man China einmal etwas nicht bekommen lassen sollen, die Olympiade 2008 etwa.
Autor von Small-Talk-Themen.de







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