Facques Chirac
Neulich trug ich mich mit dem Gedanken, ein T-Shirt auszusortieren: Der Rand am Kragen löste sich auf, und das ursprüngliche leuchtende Blau war auch schon reichlich verblasst. Nur die Aufschrift war immer noch deutlich zu lesen: Facques Chirac. Frankreichs Präsident ist nicht mehr im Amt, bleibt aber mit einigen starken Sprüchen in guter Erinnerung:
So hatte Jacques Chirac die Regierung Polens wegen ihrer Unterstützung von US-Präsident Bushs Irakpolitik gerügt, sie habe eine gute Gelegenheit verpasst, den Mund zu halten. Schlimmer als solche verbalen Scharmützel waren Chiracs außenpolitische Abenteuer in den Anfängen seiner Amtszeit. Auf dem Mururoa-Atoll ließ er nach langer Abstinenz wieder Atomversuche durchführen. Dies führte in der Heimat und im benachbarten Ausland zu heftigen Protesten, in Polynesien aber kam es zu handfesten Unruhen. Die französische Polizei - Polynesien wird von Paris aus regiert - antwortete mit Tränengas und Blendgranaten. Als das nichts half, sorgten Fallschirmjäger und Fremdenlegionäre für Ruhe.
Anschließend wurde auf dem Fangataufa-Atoll eine weitere Atombombe gezündet. Die hatte die achtfache Sprengkraft der im Zweiten Weltkrieg über Hiroshima abgeworfenen Ladung. Daraufhin entwarfen die Atomtestgegner das T-Shirt mit der eingangs erwähnten Aufschrift. Genau fünfzehn Jahre ist es jetzt alt. Ich werde es nicht wegwerfen, sondern trage es zum Joggen.
Autor von Small-Talk-Themen.de



7. September 2010 at 15:17
Hallo, Herr Hoeller,
irgendwie habe ich den Vornamen des Herrn Chirac anders in Erinnerung… ;-D
ich trage zum Sport u. a. ein T-Shirt, in den Farben von Borussia Dortmund , auf dem steht: dort Mund mit einem Pfeil nach unten…
Kurzum: Ich möchte mich wieder einmal bedanken für die tollen und aufschlussreichen Themen, die Sie so tagtäglich behandelt! Stil und Witz sind einfach super.
Weiter so.