Goethe, Lessing und das Laster

„Das Rauchen macht dumm; es macht unfähig zum Denken und Dichten. Es ist auch nur für Müßiggänger, für Menschen die Langeweile haben“, fand schon Johann Wolfgang von Goethe. Lieber sprach der Dichterfürst dem Wein zu; 2 Flaschen bereits am Morgen waren keine Seltenheit (siehe auch unseren Newsletter vom 28. August 2009) „Der Geburtstag des Dichters“.

Goethes Kollege Lessing fand am Tabak wenig Tadelnswertes. Sein Rauchverhalten kam schon damals nicht gut an. Lessings Haushälterin etwa imponierten weniger seine literarischen Leistungen, die ihn zum größten deutschen Dichter der Aufklärung machten, als die Art, wie er seinem Beruf nachging und seinen Alltag verbrachte, sie abstieß. Nach Lessings Tod sagte die gute Frau über ihren ehemaligen Dienstherrn nur: „Er tat nichts, taugte nichts und rauchte viel.“ Üble Nachrede über Raucher oder berechtigte Warnungen vor dem Laster des blauen Dunstes wird es dieser Tage, je nach Lesart, wieder zuhauf geben. Ebenso wenig wird es an Warnungen vor den Gefahren des Tabakkonsums fehlen.

Heute ist Weltnichtrauchertag. Nicht alle Mahnungen werden jedoch so originell sein wie diese: „Rauchen Sie nicht im Bett“, schrieb einmal ein Witzbold an die Wand, „die Asche, die herunterfällt könnte Ihre eigene sein.“

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
Autor von Small-Talk-Themen.de

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