Guter Verlierer

Ein Ritter, der sich auf ein Schwert stützt, 35 Zentimeter hoch, 4 Kilogramm schwer, aus einer Kupfer-Zinn-Legierung, mit Gold überzogen, Materialwert zirka 250 Euro: Was ist das? Richtig, der Oscar! Er wird dieses Jahr – wegen der Medienkonkurrenz der Olympischen Winterspiele – erst am 7. März verliehen; nicht, wie sonst üblich, im Februar.

Skurril, wie der Academy Award of Merit, so der offizielle Titel, zu seinem Spitznamen kam: In den Anfangsjahren der Verleihung – die erste war 1929 – meinte ein Jurymitglied, die Figur sehe seinem Onkel Oscar sehr ähnlich. Die Ehre, welches Werk die meisten Oscars eingeheimst hat, teilen sich gleich drei Filme: Der dritte Part von Der Herr der Ringe gewann 2003 nicht weniger als elf Oscars. Doch das schaffte 1997 auch Titanic und 1959 Ben Hur. Für elf Oscars nominiert zu sein und keinen einzigen zu gewinnen haben ebenfalls mehrere Filme gemeinsam: Die Farbe Lila 1986 und acht Jahre zuvor der Streifen Am Wendepunkt.

Bleibt noch die Frage zu klären, was Künstler machen, die zuvor nominiert wurden und am Ende leer ausgehen? Leonardo DiCaprio beispielsweise war für den Oscar als bester Schauspieler in die Vorauswahl gekommen, gewann die Auszeichnung aber nicht. Das hatte DiCaprio vorher geahnt und deshalb sein Verliererlächeln vor dem Spiegel einstudiert. Stundenlang. „Jeder, der sagt, er würde so etwas nicht trainieren“, so der Hollywood-Star später, „ist ein Lügner!“

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
Autor von Small-Talk-Themen.de

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