Herzlichen Glückwunsch, Philipp Mißfelder!
Wenn es jemand bereits im zarten Alter von 30 in diesen Newsletter verschlägt, muss er entweder Sportler sein oder etwas Großartiges geleistet haben. Bei Philipp Mißfelder, der heute Geburtstag hat, ist beides nicht der Fall. Auch die Äußerungen des Bundesvorsitzenden der Jungen Union und Abgeordneten des deutschen Bundestags passen nicht in einen Small Talk-Newsletter, in dem Themen wie Politik, Krankheit und sozialer Sprengstoff nichts zu suchen haben. Vor allem dann nicht, wenn humorlos präsentiert werden wie von dem 1979 in Gelsenkirchen Geborenen.
Der sieht die Türkei am liebsten außerhalb der EU, in einer Erhöhung von Hartz IV-Leistungen für Kinder in erster Linie einen Anschub für die Tabak- und Spirituosenindustrie und es prinzipiell gar nicht ein, dass 85-Jährige künstliche Hüftgelenke auf Kosten der Solidargemeinschaft bekommen. Nein, der Grund, Philipp Mißfelder an dieser Stelle mit einem Beitrag zu würdigen, ist ein Zitat von Mark Twain, welches unterzubringen sich einfach kein besserer Aufhänger fand. „Als ich vierzehn war“, erinnert sich der Schriftsteller, „war mein Vater so unwissend. Ich konnte den alten Mann kaum in meiner Nähe ertragen. Aber mit 21 war ich verblüfft, wie viel er in sieben Jahren dazugelernt hatte.“
Geben wir uns also paternalistisch und Philipp Mißfelder ein wenig Zeit, Verblüffung zu zeigen, und gratulieren erstmal recht herzlich. Das gehört sich so.
Autor von Small-Talk-Themen.de



25. August 2009 at 14:25
Wir lesen den Small Talk Blog regelmäßig im Feed-Abo. An dieser Stelle ein mal herzlichen Dank für die informativen und, so wie insbesondere heute, auch sehr unterhaltsamen Beiträge.
25. August 2009 at 16:46
Herr Mißfelder mag in seinen Ansichten meist über das Ziel hinaus schießen, in einem Punkt muss ich ihm Recht geben.
Eine Erhöhung der Hartz IV-Leistungen wird nicht unbedingt bei den Kindern ankommen.
Das Geld landet erst einmal bei den Eltern. Und wenn die den Zigaretten und dem Alkohol den Vorzug geben, hilft das dem Kind überhaupt nicht.
Ich lebe in einem sozialen Brennpunkt und sehe das täglich.
Sven Andersen
25. August 2009 at 19:02
Ich finde den Artikel missverständlich geschrieben. Ist der Autor nun für oder gegen die Ansichten dieses Pseudochristdemokraten und bedeutet das Twain’sche Zitat, dass wir als Gesellschaft dazuzulernen haben, um mit den Weisheiten eines vierzehnjährigen mithalten zu können?
Darüber hinaus finde ich es verkehrt, einer Existenz mit derartig verachtetenden Einstellungen, ein Podium zu geben. Warum nicht einmal positive Vorbilder und deren “Weg zur Weisheit” vorstellen?
Ach ja, ein letztes: Es ist das Letzte, im Rahmen von Smalltalk schlecht über andere zu sprechen; das fällt auf einen zurück.