„Mit 50 hat jeder das Gesicht, das er verdient, meinte einmal George Orwell. Doch so alt wurde der 1903 geborene britische Autor nicht. Er starb bereits am 21. Januar 1950. Zwei Jahre zuvor hatte er seine Version vom autoritären Überwachungsstaat geschrieben – und die Jahreszahl für den Romantitel einfach umgedreht: 1984. Orwell war Schriftsteller, gleichzeitig aber auch Journalist. So beherrschte er neben der Literatur die Kunst, für den Alltag zu schreiben.
Einige der von ihm aufgestellten Regeln formulierte er in seinem Aufsatz Politics and the English Language (erschienen in The Collected Essays, Journalism and Letters. Penguin Books, Harmondsworth 1951). Ich möchte vier davon kurz zitieren:
Benutzen Sie nie ein langes Wort, wenn Sie an gleicher Stelle die Möglichkeit haben, ein kurzes einzusetzen.
Wo immer Sie ein Wort einsparen können, sparen Sie es ein.
Schreiben Sie nie im Passiv, wenn sich die aktive Form verwenden lässt.
Greifen Sie nie zu einem Fremdwort oder wissenschaftlichen Fachbegriff, wenn Sie dies(en) durch ein Wort aus der Alltagssprache ersetzen können.
An wie viele Regeln wird sich wohl in diesem Newsletter gehalten? Bestimmt nicht an die dritte! Ob das ein schlimmer Fehler ist? George Orwell jedenfalls hatte Humor und fügte den obigen Ratschlägen noch einen fünften hinzu:
Keine Regel ohne Ausnahme: Bevor Sie etwas Unmögliches formulieren, brechen Sie eines dieser Prinzipien!
Keine Regel ohne Ausnahme: Heute ist nicht nur George Orwells Todes-, sondern auch Weltkuscheltag. Daher werden wir über letzteres Ereignis ausnahmsweise erst am Montag berichten.
Autor von Small-Talk-Themen.de










