Leiche in der Umhängetasche

Gelegentlich ist in diesem Newsletter vom Verein Deutsche Sprache e.V. die Rede, zuletzt in der Ausgabe vom 30. August 2007 „Sprachpanscher 2007“. Ein besonderes Anliegen der Sprachschützer ist der Missbrauch unserer liebsten Fremdsprache: Manche Anglizismen, die längst Einzug in unseren Sprachalltag gefunden haben, existieren im Englischen gar nicht – oder bedeuten etwas ganz anderes.

Unser Handy etwa kommt im britischen oder amerikanischen Sprachgebrauch nur als Adjektiv vor: handy heißt dort nichts weiter als praktisch, handlich. Das bei uns so beliebte handliche und praktische Telekommunikationsgerät ist im Englischen nur unter der Bezeichnung mobile phone oder cell phone bekannt. Etwas länger als das Mobiltelefon ist bei uns der Smoking in Gebrauch. Der festliche Abendanzug wird im Englischen allerdings tuxedo genannt. smoking ist die Verlaufsform des Verbs to smoke und bedeutet ‚rauchend‘. Höhepunkt der deutsch-englischen Stilblüten ist der Bodybag. Bei uns versteht man darunter eine modische Tasche, die an einem breiten Träger quer über den Oberkörper gehängt wird. Im Englischen ist ein body bag schlicht und einfach ein Leichensack.

Jetzt ist im IFB-Verlag eine neue Ausgabe des Anglizismen-Index erschienen. Er umfasst immerhin 277 Seiten und ist für 15 Euro zu haben.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
Autor von Small-Talk-Themen.de

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Ein Kommentar to “Leiche in der Umhängetasche”

  1. guert schreibt dazu:

    Wenn man den body bag aufgeschnitten einer größeren Menschenmenge zeigt, dann nennt man das public viewing, Leichenschau!

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