Vor 90 Jahren, bei den Reichstagswahlen am 19. Januar 1919, durften Frauen in Deutschland erstmals wählen. Nicht nur das: Sie kamen auch in den Genuss des passiven Wahlrechts. So zogen exakt einen Monat später 37 weibliche Abgeordnete ins Parlament ein.
Als erste von ihnen ergriff die Sozialdemokratin Marie Juchacz in der Weimarer Nationalversammlung das Wort. Bereits mit ihrer Redeeröffnung verbuchte sie den ersten Erfolg, und spätestens jetzt hörten ihr alle Anwesenden zu. Zu ihrem denkwürdigen Auftritt vermerkt das Sitzungsprotokoll nach der leicht ironischen Anrede „Meine Herren und Damen!“ – Heiterkeit. Das lachen verging den Herren allerdings schnell, zumal die neue Abgeordnete ihnen klarmachte, dass es sich beim Frauenwahlrecht keineswegs um einen Akt männlicher Gnade handelt: „Ich möchte hier feststellen und glaube damit im Einverständnis vieler zu sprechen, dass wir deutschen Frauen dieser Regierung nicht etwa in dem althergebrachten Sinne Dank schuldig sind. Was diese Regierung getan hat, das war eine Selbstverständlichkeit: Sie hat den Frauen gegeben, was ihnen bis dahin zu Unrecht vorenthalten worden ist.“
Marie Juchacz’ Rede können Sie im Original hier nachlesen. Morgen begeht das Rheinland seinen – politisch folgenlosen – Frauentag, da erscheint unser Newsletter nicht. Aber am Freitag: Dann geht es um den 100. Geburtstag eines bis heute bei Jung und Alt beliebten Komikers, den morgen abend die ARD in einer Sondersendung um 20:15 Uhr ehrt.
Autor von Small-Talk-Themen.de











17. Februar 2009 - 15:28
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