Nichts gegen Iren
Heute möchte ich Ihnen ein weiteres Land näher bringen, das nicht so klein ist wie allgemein angenommen (siehe auch unseren Newsletter über Luxemburg vom 24. März „Kein so kleines Land“). Irland hat zwar nur etwas über 4 Millionen Einwohner, doch haben sich die Nachfahren von Generationen ausgewanderter Inselbürger auf der ganzen Welt ausgebreitet. Denken Sie nur mal daran, mit wie vielen Irish Pubs unser Globus an allen möglichen und unmöglichen Orten aufwarten kann.
Allein in den USA gibt es 45 Millionen – nein, nicht irische Kneipen, aber Einwohner, die sich stolz auf ihre irische Abstammung berufen. Einer davon ist derzeit Präsident und gleichfalls Ur-Ur-Ur-Enkel von Fulmuth Kearney aus Moneygall. Diese Sternstunde der Genealogie verdanken wir dem Pfarrer des kleinen Kaffs ziemlich genau in der Mitte Irlands. Fehlt nur noch, dass Amerikas Staatsoberhaupt sich künftig O’Bama schreibt.
Doch nicht nur durch Auswanderung macht die grüne Insel von sich reden. Seit es mit der Wirtschaft aufwärts geht, haben 200 000 Polen den Weg dorthin gefunden – um für immer zu bleiben. Ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung macht inzwischen ein Zwanzigstel aus. Leider ist es mit dem Wirtschaftsboom seit einigen Monaten vorbei, so dass manche Polen eine Weiterwanderung westwärts erwägen. Wird uns das in ferner Zukunft einen Obamski bescheren?
Der Autor der unterhaltsamen Landeskunde, aus der ich meine Informationen beziehe, hört auf den deutschen Namen Ralf Sotscheck. Er lebt aber seit 1985 in Dublin und ist längst irischer Staatsbürger. Von ihm stammt auch das Werk Nichts gegen Engländer, das in unserem Newsletter vom 23. Oktober 2008 „Schöne neue Inselwelt“ besprochen wurde. Ich freue mich schon auf die nachfolgenden Werke Nichts gegen Schotten und Nichts gegen Waliser. (Ralf Sotscheck, Nichts gegen Iren. Edition Tiamat, Berlin 2009. 144 Seiten, 13 Euro. Webseite des Verlags: www.edition-tiamat.de)
Autor von Small-Talk-Themen.de



31. März 2009 at 10:11
“Der Autor …, hört auf den deutschen Namen Ralf Sotscheck. Er lebt aber seit 1985 in Dublin und ist längst irischer Staatsbürger.”
Wobei dieser Name freilich deutsche Anteile enthält, allerdings nur zu etwa einem Drittel, nämlich “Ralf”, der Nachname klingt doch eher tschechisch-slowakisch: Nichts gegen Tschechen - nichts gegen Slowaken!