Niemand ist behindert

Ende des letzten Jahres ist die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen ratifiziert worden. Am heutigen 5. Mai soll weltweit darauf hingewiesen werden, dass diese Gleichstellung nicht nur auf dem Papier besteht. „Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden“, heißt es auch in unserem Grundgesetz.

Im Jahr 1994 wurde ein Zusatz angefügt: „Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.“ Das beginnt manchmal schon bei der Wortwahl. Reden Nichtbehinderte von ‚Behinderten’, fühlen sich die Betroffenen abgewertet. Sich selbst sehen sie allenfalls als Menschen mit Behinderungen, keineswegs jedoch als ‚Sorgenkinder’, wie in graueren Zeiten der Name ihrer größten Hilfsorganisation vermuten ließ. Diese nennt sich seit einigen Jahren „Aktion Mensch“ und demonstriert gesundes Selbstbewusstsein, statt auf den Mitleideffekt zu setzen. Ein Beispiel: Niemand, sagt Aktion Mensch, ist an den Rollstuhl gefesselt. Rollstühle sind Hilfsmittel: Sie ermöglichen behinderten Menschen mehr Bewegungsfreiheit. Behindert, so lautet ihr Credo, ist man nicht. Behindert wird man.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
Autor von Small-Talk-Themen.de

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2 Kommentare to “Niemand ist behindert”

  1. Mark schreibt dazu:

    Genau

  2. Sabine schreibt dazu:

    Werde ich gleich mal Twittern

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