Ostern steht vor der Tür!
Osterzeit ist Eierzeit: Der Brauch, diese zu bemalen, geht zurück ins Mittelalter. Damals wurden Steuern traditionell am Gründonnerstag beglichen. Häufig in Form von hartgekochten Eiern: Diese machen satt und lassen sich lange aufbewahren. Selbst ohne extra Kühlung sind die Eier haltbar. Ein Teil der für Ostern zurückgelegten Eier erhielt in der Kirche den Segen. Die Eier wurden rot angemalt, um sie von nicht geweihten Exemplaren zu unterscheiden.
Einige uralte Bräuche rund um Ostern und Eier werden in Deutschlands östlichster Region gepflegt. Zwischen Spreewald und Lausitzer Bergland, jeweils an der Grenze zu Polen und Tschechien, leben die Sorben. Mit rund 60 000 Angehörigen bilden sie das kleinste slawische Volk. Zu den sorbischen Tradition gehört neben dem Osterreiten auch das kunstvolle Bemalen von Ostereiern.
Ein weiterer sorbischer Brauch zu Ostern ist das Eierschieben. Es geht in die Zeit des Dreißigjährigen Krieges (1618 - 1648) zurück. Auf einem Hügel in Bautzen findet es heute noch statt. Der fällt recht steil zum Ufer der Spree ab. Damals ließen reichere Bautzener hartgekochte Eier bergabwärts rollen. Die armen Kinder der Stadt durften sie aufsammeln und mit nach Hause nehmen. Heute ist das Eierschieben nur noch eine touristische Attraktion.
Kein sorbischer Brauch ist und nichts mit Ostern zu tun hat der Eiertanz. Der Brauch ist aber noch älter als das Eierschieben, denn er stammt aus dem Mittelalter. Beim Eiertanz wurden rohe Eier auf den Boden gelegt. Der Tänzer musste sich mit verbundenen Augen um diese herum bewegen und durfte keins zerbrechen.
Solch langwierige Manöver lassen sich mit Smalltalk kaum vereinbaren: Für das unverbindliche Gespräch haben die Teilnehmer nicht ewig Zeit. Sie schätzen es, wenn Dinge auf den Punkt gebracht werden. Eiertänzer sind weniger gefragt.
Autor von Small-Talk-Themen.de


