Pfeiffer mit drei ‚f’

Eine unbehandelte Orange, eine unbehandelte Zitrone, zwei Liter billiger Rotwein, 50 ml Orangensaft, 35 cl vierundfünfzigprozentigen Rum, eine Zimtstange, sechs Gewürznelken und ein Zuckerhut ergibt, richtig verhackstückt und gemischt, langsam erhitzt und schließlich mit einem langen Streichholz angezündet was? Richtig, eine Feuerzangenbowle! Jetzt ist das richtige Wetter dafür. Gibt man den Begriff in Google ein, erhält man als ersten Treffer das Getränk; mit dem Hinweis, dass es sich um keine eigentliche Bowle, sondern um einen Punsch handelt. Direkt anschließend weist einen die Suchmaschine auf den gleichnamigen Film hin.

Der kam heute vor 66 Jahren zum ersten Mal ins Kino. Heinz Rühmann spielte darin den Dr. Johannes Pfeiffer, der ähnlich wie Thomas Alva Edison (siehe Newsletter von gestern „Eine Erfindung, die so neu nicht war“) niemals eine Schule von innen gesehen hatte. Der fiktive Pfeiffer – mit drei ‚f’, wie er gerne betont – wurde von Hauslehrern erzogen; seine Freunde beschließen, dass er unbedingt die Erfahrung eines Gymnasialbesuchs nachholen muss. Daraus entwickelte sich eine der erfolgreichsten deutschen Komödien aller Zeiten. In Universitäten hierzulande wird sie gerne als Winterkinospektakel aufgeführt; oft, wie etwa in Göttingen, mit tausenden rumseligen, wunderkerzenbewehrten Zuschauern.

Heinrich Spoerl schrieb die literarische Vorlage, Helmut Weiss führte Regie. Rühmann, neben Hauptdarsteller auch Produzent des Streifens, warnte vor zu exzessivem Genuss der Feuerzangenbowle: „Schon manche Gesundheit ist dadurch ruiniert worden, dass man auf die der anderen getrunken hat.“

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
Autor von Small-Talk-Themen.de

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