Servicewüste Deutschland?
Wie finden Sie den Service in Deutschland, fragt jedes Jahr das Meinungsforschungsinstitut Allensbach und erhält als Antwort: Es wird besser. Zumindest in einigen Branchen ist das der Fall: in Hotels, Bäckereien und Restaurants, bei Taxifahrern und Handwerkern. Verschlechtert hat sich die Dienstleistungsbereitschaft dagegen bei den Tankstellen und im Autohandel. Am zufriedensten sind die Deutschen mit ihrem Friseur. Auch die Buchhändler und Apotheker schneiden sehr gut ab.
Kein Grund zur Beschwerde also? Das sieht ein Japaner, der seit vielen Jahren in Deutschland lebt, anders: Der Düsseldorfer Unternehmensberater Minoru Tominaga hält der Servicewüste Deutschland gerne den Spiegel vor: „In Japan sagte ich immer: Ich möchte zu meiner Bank gehen. In Deutschland muss ich zu meiner Bank gehen! Möchten Sie den Unterschied zwischen ‚möchten‘ und ‚muss‘ kennen lernen? In Japan wird man, wenn man eine Schalterhalle betritt, von einem Mitarbeiter an einem Info-Stand gefragt: ‚Was kann ich für Sie tun? Überweisung? Mache ich sofort! Möchten Sie inzwischen einen Kaffee oder Tee?‘ Was passiert, wenn ich in Deutschland zu einer Bank gehe?„
Die Frage muss jetzt nicht näher erläutert werden. Tatsache ist, dass Banken in der Allensbach-Umfrage immer ganz schlecht abschneiden. Über- oder, besser gesagt, untertroffen werden sie nur von den ehemaligen Bundesbehörden Telekom, Bahn und Post. Für die Angestellten dort hat Minoru Tominaga einen recht leicht zu befolgenden Tipp parat: Für ein Stirnrunzeln müssen 30 Muskeln angespannt werden, für ein Lächeln lediglich 13.
Autor von Small-Talk-Themen.de



6. Juni 2009 at 18:29
Sehr geehrter Herr Höller,
bei meiner Bank in Würzburg bekomme ich auch einen Kaffee
wenn ich warten muß. Es ist zwar ein Kaffeeautomat, aber
Geschirr, Milch und Zucker stehen bereit. Es tut sich etwas bei
den Banken!