Stillstand in der Pflege
„Wenn ich meine Mutter selber pflegen würde, müsste ich meinen Beruf aufgeben, hätte kein Einkommen mehr und würde dadurch wahrscheinlich selbst zum Sozialfall werden.“ So wird in einer Sendung des Bayerischen Rundfunks ein Angehöriger zitiert, der eine illegale Pflegehilfe in Anspruch genommen hat.
Mindestens
Von 1,5 Millionen Bedürftigen wird gerade mal ein Drittel von einem ambulanten Pflegedienst versorgt. Um den großen Rest kümmern sich Angehörige – oder Schwarzarbeiter. Die Zahlungsbereitschaft der potenziellen Kundschaft ist gering, sagt eine Studie des Instituts Arbeit und Technik (IAT), die mittlerweile auch schon wieder 5 Jahre alt ist. Geändert hat sich seitdem nicht viel: Pflegepatienten wünschen sich eine individuelle, auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Betreuung, die große Anbieter mit ihren standardisierte Angeboten häufig nicht leisten können. „Hier werden Chancen für die Entstehung neuer qualifizierter Arbeitsplätze verschenkt“, sagt Claudia Weinkopf vom IAT. „Dies ist umso bedauerlicher, als hiervon auch ältere Beschäftigte, die auf dem Arbeitsmarkt besonders schlechte Karten haben, profitieren könnten. Denn diese bringen oft gerade diejenigen Fähigkeiten und Kompetenzen mit, auf die Senioren besonderen Wert legen.“
Heute, zum Internationalen Tag der Pflege, ist es an der Zeit, sich über dieses drängende Problem wieder einmal Gedanken zu machen.
Autor von Small-Talk-Themen.de



13. Mai 2010 at 12:35
Wenn die Studie da mal nicht kräftig daneben gelangt hat mit der Aussage “Die Zahlungsbereitschaft der potenziellen Kundschaft ist gering, …” .
Wer kann denn denn monatlich das 4- bis 6-fache, d.h. 3200 EUR bis 6000 EUR leisten? Es mangelt also nicht an der Bereitschaft, sondern an der Fähigkeit, den hohen Betrag bei immer schmaler werdenden Renten (Durchschnitt 2009 knapp unter 1000 EUR) und sinkender Kaufkraft aufzubringen. Da sind selbst mögliche Ersparnisse bzw. Immobilienwerte schnell aufgezehrt.