Was wirklich wichtig ist
Sie kommen in regelmäßigen Abständen heraus, meist monatlich, oft aber auch wöchentlich oder vierzehntäglich, sind geheftet oder geleimt, haben ein nach bestimmten Wiedererkennungsmerkmalen gestaltetes Deckblatt und sind hochgradig von der Zahl ihrer Abonnenten abhängig, wobei der Preis sich weniger nach der Qualität des Inhalts als nach der des Papiers richtet. Die Rede ist von Zeitschriften, deren Welttag heute begangen wird.
Die erste ihrer Art in Deutschland waren, glaubt man Wikipedia, die 1689 begonnenen „monatlichen Unterredungen einiger guter Freunde von allerhand Büchern und anderen annehmlichen Geschichten.“ Wie interessant! Heute präsentiert sich die ADAC Motorwelt als auflagenstärkstes der rund 10000 zwischen Aachen und Görlitz, Flensburg und Garmisch erscheinenden Periodika, was ebenfalls weniger der Originalität der Beiträge als der Tatsache geschuldet ist, dass so viele motorisierte Deutsche Mitglied in einem Automobilclub sind.
Insgesamt ist die Zeitschriftenauflage hierzulande allerdings rückläufig. Ein Grund ist die Konkurrenz durch Online-Publikationen. Die sind einfach aktueller. Ob sie auch besser sind, ist eine andere Frage, deren Beantwortung wiederum so wichtig auch nicht wäre. „Das Publikum“, wusste bereits im 18. Jahrhundert der Philosoph Arthur Schopenhauer, „ist so einfältig, lieber das Neue als das Gute zu lesen.“
Autor von Small-Talk-Themen.de


