Im Cricket und im Baseball kommt es darauf an, einen Ball mit möglichst hoher Geschwindigkeit zu werfen. Das Flugobjekt zu treffen wird für den Mann am Schlag noch schwerer, wenn es mit einem Drall versehen ist. Ein derart schwer auszurechnendes Wurfgerät nennen Briten und Amerikaner Screwball. Schwer auszurechnen sind auch die Komödien, die unter dieser Bezeichnung firmieren.
Die Süddeutsche Zeitung definiert sie als „Beziehungskomödien, in denen sich alles um Liebe und Sex dreht, in denen alles anders kommt, als man denkt, in denen die raffinierte Handlung vorangetrieben wird von geschliffenen, schnellen und respektlosen Dialogen, in denen sich die Protagonisten, erstaunlicherweise immer ein Mann und eine Frau, am Anfang nicht leiden können und am Ende kriegen.“ Sicher haben Sie eine solche Screwball-Komödie, vorzugsweise made in Hollywood, schon einmal im Kino gesehen.
Das Genre wurde heute vor 75 Jahren begründet, als Frank Capras „Es geschah in einer Nacht“ in die Kinos kam. Klar, in einer Nacht bleibt nicht viel Zeit, da ist das Tempo naturgemäß hoch. Es beginnt mit einem Bus, der eine Panne, und zwei Fahrgästen, die folglich schlechte Laune haben. Und da das Leben ein Baseball ist, der sich dreht und wendet, finden sich Millionenerbin Ellie und Zeitungsreporter Peter – was anfangs niemand für möglich hielt – am Ende des Films doch noch.
Autor von Small-Talk-Themen.de










