Weshalb Pisa bald nur noch Bildungspolitikern ein Begriff sein wird
Heute vor 20 Jahren bekamen die Pisaner – ebenso wie die Touristen der berühmten Stadt in der Toskana – einen gehörigen Schrecken: Ihr Turm hatte sich noch stärker geneigt, als dies ohnehin der Fall ist. Um letzteren zu verhindern, sperrten die Ratsherren ihren Fremdenverkehrsmagneten für alle Besucher.
Rund eineinhalbtausend Kilometer weiter nördlich hätte ein solches Ereignis niemanden geschreckt, obwohl es auch dort einen schiefen Turm gibt. Der steht in Suurhusen, einem Dorf in unmittelbarer Nachbarschaft von Emden. Ostfriesen wird nachgesagt, dass sie stoischer sind als Italiener. Hier liegt vermutlich ein Grund, warum ihr Turm noch nicht Weltbekanntheit erreicht hat. Immerhin hat er es bereits ins Guinness-Buch der Rekorde geschafft, als schiefster Turm der Welt. Zum Vergleich: Während das Bauwerk von Pisa eine Neigung von 4,43 Grad aufweist, verbeugt sich der Suurhuser Kirchturm stolze 5,07 Grad Richtung Erdoberfläche.
Wenn Sie mehr über das merkwürdige Gebäude erfahren wollen, besuchen Sie doch einmal die Webseite von Wilhelm Janssen: www.wilhelm-janssen.de. Und erzählen Sie im nächsten Smalltalk davon: Bei einem, dem aktuellen Wetter nur halbwegs entsprechenden Schneeballeffekt wird Pisa in ein paar Jahren nur noch im Zusammenhang mit Bildungspolitik erwähnt werden.
Autor von Small-Talk-Themen.de


