„Familie ist der Ort, wo Menschen füreinander Verantwortung übernehmen. Sie ist der Ort, wo die Grundwerte unserer Gesellschaft geprägt und gelebt werden. Familienpolitik ist deshalb immer auch Zukunftspolitik.“ So steht es auf der Internetseite des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend zu lesen. Böse Zungen würden behaupten, der Stellenwert der Familie – ihr Internationaler Tag wird am heutigen 15 Mai begangen – in unserer Gesellschaft könne so hoch nicht sein, wenn das Ressort in vier Bereiche aufgesplittert ist.
Andererseits hängen alle vier Bereiche eng miteinander zusammen. So sieht das auch die zuständige Ministerin. „Eltern“, lautet die Überzeugung von Ursula von der Leyen, „sind viel mehr gefordert, ihren Kindern zumindest das Nachdenken, das Hinterfragen, das Verstehen von Werten nahe zu bringen.“ Wie soll man sich das in der Praxis vorstellen? In einer gut funktionierenden Familie, so drückte es einmal ein Scherzbold aus, ist die Frau die Regierung, der Mann das Volk und die Kinder sind die Opposition.
Die vierte Gewalt nimmt laut US-Komiker Will Rodgers nicht die Presse ein, sondern der Hauspapagei: Erst wenn das geschwätzige Tier ohne Sorge um Rufschädigung für die Dauer der Sommerferien in Pflege gegeben werden kann, läuft in der Familie alles rund.
Autor von Small-Talk-Themen.de











18. Mai 2009 - 14:15
Wenn die Familie diesen Stellenwert im Ministerium hätte, dürfte die Ministerin nicht den gesellschaftlichen Druck auf Frauen und Mütter, neben ihrem Familienberuf einen professionellen beruflichen Karriereweg gehen zu “wollen” bzw. zu müssen, derart stark erhöhen, dass nun diese Frauen sogar schon stärkere Stress-Symptome zeigen als “Nur-Erwerbsberufstätige”.