Wo die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes beginnt

Nachdem der Wahrheitsgehalt unseres Newsletters „Warum musste Tycho Brahe sterben?“ am gestrigen ersten April den Goldwaagentest nicht bestanden hätte, möchten wir wieder mit einer komplett zutreffenden Meldung aufwarten.

Heute endet in Bonn die UNESCO-Weltkonferenz Bildung für nachhaltige Entwicklung. Hintergrund sind nicht nur die krassen Unterschiede der Informations- und Lernmöglichkeiten zwischen Bewohnern von Entwicklungs- und Schwellenländern und jenen der westlichen Industriestaaten. Auch die Art des Lernens weltweit steht auf dem Prüfstand. Ziel ist es, das bisherige, allzuoft nach dem Bestehen von Prüfungen schielende Faktenwissen durch Kompetenzen wie soziale Verantwortung oder Zivilcourage anzureichern.

Morgen wird ebenfalls in Bonn ein runder Tisch abgehalten, auf dem über die Umsetzung der Konferenzergebnisse speziell in Deutschland diskutiert wird. Denn auch bei uns ist der Zugang zur Bildung nicht für alle gleich. „Die Tochter der türkischen Putzfrau“, so der Leiter der Iglu (Internationale Grundschul-Lese-Untersuchung)-Studie in Deutschland, Wilfried Bos, „hat es trotz guter Leistungen deutlich schwerer, fürs Gymnasium empfohlen zu werden, als der Chefarzt-Sohn, der nur mittlere Leistungen bringt.“

Gerade in der aktuellen Wirtschaftskrise wird der Konferenz die Aufmerksamkeit nationaler und internationaler Politiker, Wirtschaftsfachleute und Medienvertreter sicher sein. Die so genannten Multuplikatoren wissen wie bereits anfangs des letzten Jahrhunderts der US-Autopionier Henry Ford: „Die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes beginnt nicht in der Fabrikhalle oder im Forschungslabor. Sie beginnt im Klassenzimmer.“ Näheres zur Konferenz lesen Sie im Internet unter www.esd-world-conference-2009.org.

Ralf Höller - http://www.small-talk-themen.de
Autor von Small-Talk-Themen.de

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